Wirkung der Rettungspakete
Kreditmärkte zeigen Entspannung

Die Kosten der Absicherung von Ausfallrisiken sinken. Im Interbankenhandel mit Zinstauschgeschäften ist das Bild allerdings unklarer. Denn die Swap-Sätze sind eng an die Leitzinsen gekoppelt.

FRANKFURT. Die weltweiten Rettungspakete für die Banken zeigen an den Kreditmärkten erste Wirkung. "So langsam entsteht wieder etwas von dem Vertrauen, das durch die Insolvenz von Lehman Brothers zerstört wurde", sagt Rolf Schäffer, der bei der Landesbank Baden-Württemberg (LBBW) die Kreditstrategie leitet. Ablesen lässt sich dies an den gesunkenen Risikoprämien, die Investoren zahlen, um sich über Credit Default Swaps (CDS) gegen Zahlungsausfälle von Banken abzusichern.

CDS funktionieren im Prinzip wie ein Versicherungsgeschäft, bei dem ein Investor einem anderen eine Prämie zahlt, um sich vor einem Forderungsausfall zu schützen. Die Risikoprämien (Spreads) von Finanzinstituten in Europa sind gemessen am i-Traxx Europe Senior-Financial-Index auf 98 Basispunkte gesunken. Das bedeutet, dass Investoren 0,98 Prozent der Summe, die sie über den Index absichern wollen, als Prämie zahlen müssen. Seit der Lehman-Pleite sind die Spreads im Index um ein Drittel gefallen. Der Weg dorthin war - bedingt durch schlechte Konjunktur-Nachrichten und teils einbrechende Aktienmärkte - allerdings holprig. Im Vergleich zum Sommer 2007 liegen die Aufschläge derzeit noch fast zehnmal höher.

Viele Strategen gehen aber davon aus, dass die CDS-Aufschläge für Banken nicht auf neue Hochs steigen werden. Die niedrigsten CDS-Prämien gibt es unter den deutschen Banken bei der Commerzbank, noch weniger kostet ein Absicherungsausfall auf die französische Großbank BNP Paribas. In den USA sind die Absicherungskosten für Banken ebenfalls kräftig zurückgegangen, liegen aber deutlich über den Niveaus in Europa. "Anders als die Staaten in Europa haben die USA mit Lehman und Washington Mutual zwei große Institute fallenlassen", erklärt Schäffer die Unterschiede. Einen dem i-Traxx Financials entsprechenden Index für große US-Banken und Versicherer gibt es nicht.

Weniger eindeutig ist das Bild im Handel mit Zinsswaps, der von Banken geprägt wird. CDS dagegen werden neben Banken auch von Fonds, Hedge-Fonds, Versicherern und Pensionskassen gehandelt. Bei Zinsswaps tauschen Banken feste gegen variable Zinssätze, um sich so gegen mögliche Zinsänderungsrisiken abzusichern oder auf Zinsänderungen zu spekulieren.

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