Wolfsburger beschaffen sich Geld
VW begibt Anleihe über 2,25 Milliarden Euro

Der Volkswagen-Konzern hat über seine Finanztochter VW Financial Services AG eine Anleihe in zwei Tranchen im Volumen von insgesamt 2,25 Mrd. Euro begeben. Der Erlös solle für „allgemeine Geschäftszwecke“ verwendet werden, sagte ein VW-Sprecher am Donnerstag.

HB LONDON/HANNOVER. Die Anleihe bestehe wie schon früher angekündigt aus zwei Tranchen, teilten die Konsortialbanken am Donnerstag in London mit. Eine Tranche über 750 Mill. Euro, die am 19. Juli 2011 fällig wird, sei mit einem Festzins ausgestattet. Der Kupon betrage 4,75 %, der Ausgabekurs für private und institutionelle Anleger 99,784 %. Der Renditevorsprung werde 78 Basispunkte über der Swap-Mitte liegen. Die zweite Tranche über 1,5 Mrd. Euro sei mit einem variablen Zins ausgestattet. Die Anleihe werde am 19. Januar 2007 fällig. Der Ausgabekurs betrage 99,828 %. Die Verzinsung liege 35 Basispunkte über dem 3-Monats-Euribor.

Analysten stellen sich aber weiter die Frage nach der wirtschaftlichen Lage von Europas größtem Autobauer. „Es bleiben ein paar fundamentale Fragen offen“, sagte Auto-Analyst Eric Sharper von Dresdner Kleinwort Wasserstein. „Da sind die Ergebnisse in Amerika, die Probleme mit dem Euro-Dollar-Wechselkurs und ein Fragezeichen über dem Erfolg des neuen Golf“, fügte er hinzu. Im Juni hatte Volkswagen in den USA 12,1 % weniger Fahrzeuge verkauft als noch ein Jahr zuvor. Einem Zeitungsbericht zufolge ist VW nun auch in den USA nach langem Widerstand in die Rabattschlacht unter den Herstellern eingetreten und bietet erstmals zinslose Darlehen zur Finanzierung an. Um den Absatz des mittlerweile in der fünften Generation erst im Herbst eingeführten Golf anzukurbeln, bietet VW verschiedene verkaufsfördernde Maßnahmen wie spezielle Händlerprämien oder Klimaanlage an. Auch im Wachstumsmarkt China verlor der Wolfsburger Konzern zuletzt an Boden.

Die beiden Ratingagenturen Standard & Poor's sowie Moody's stuften die Bewertung für die langfristigen Verbindlichkeiten von VW auf „A-“ beziehungsweise „A3“ herab. Sie begründeten dies mit dem fortgesetzten Abwärtstrend der operativen Entwicklung des Kerngeschäfts und der anhaltend schwachen Profitabilität des Unternehmens. Der Ausblick beider Ratings ist negativ. Die im Deutschen Aktienindex (Dax) notierte VW-Aktie lag am Nachmittag im Markttrend mit 0,54 Prozent im Minus bei 33,33 Euro.

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