Yuan-Aufwertung führt zu starkem Anstieg der Dollar-Renditen - Emerging-Markets-Anleihen geraten unter Kursdruck
Die transatlantische Zinsdifferenz weitet sich aus

Die zuletzt wegen der Kommentare von US-Notenbankchef Alan Greenspan zur Leitzinsentwicklung stark in Bewegung geratenen Anleihemärkte kamen am Donnerstag nur kurzzeitig zur Ruhe. Die Nachricht über die Aufwertung des chinesischen Yuan, die als wichtiger Schritt für die Liberalisierung des Welthandels begrüßt wurde, sorgte für starke Kursschwankungen, weil Kapital aus Dollar-Anleihen in Euro-Anleihen umgeleitet wurde.

HB FRANKFURT/M. Händler begründeten dies damit, dass die Volksrepublik China riesige Bestände an US-Staatsanleihen hält, die durch die auf Yuan-Aufwertung an Wert verloren. Der vom Zeitpunkt her überraschende Schritt werde nur kurzfristig auf den Kursen der US-Bonds lasten, hieß es bei der HVB.

Die transatlantische Zinsdifferenz vergrößerte sich allerdings weiter. Die Rendite zehnjähriger Euro-Staatsanleihen hielt sich konstant bei 3,28 Prozent, während der Zins zehnjähriger „Treasuries“ von 4,19 auf 4,28 Prozent stieg. Die transatlantische Zinsdifferenz im Zehnjahresbereich weitete sich damit auf 100 Basispunkte zugunsten der Dollarrendite aus. Der September-Bund-Future wurde am Abend bei 122,03 um einen Basispunkt niedriger ermittelt.

Im Hinblick auf die künftige Geldpolitik der US-Notenbank (Fed) wollen die meisten Analysten noch keine Entwarnung geben. Durch die von Fed-Chef Greenspan aufgezeigten rosigen Konjunkturperspektiven bestehe die Gefahr, dass der Markt das Zinssteigerungspotenzial zu niedrig ansetzt, hieß es bei den Analysten der WestLB. Auch andere Experten sehen die Gefahr, dass die Chance auf eine Pause bei den Leitzinserhöhungen bei anhaltend positiven US-Konjunkturdaten schwinden könnte. „Der Anleihemarkt ist anfällig für weitere Kursrückschläge“, kommentierte die WestLB. Davon war am Donnerstag allerdings nur am US-Bondmarkt, jedoch nicht an Europas Rentenmärkten etwas zu spüren. In den USA drückten zudem neue Nachrichten vom Arbeitsmarkt auf die Kurse. Das US-Arbeitsministerium berichtete, die Erstanträge auf Arbeitslosenhilfe seien von 337 000 in der Woche zum 9. Juli auf nur noch 303 000 in der Woche zum 16. Juli gefallen. Ökonomen hatten nur mit einem Rückgang auf 327 000 gerechnet. Der Markt sah die Zahlen als Bestätigung für das stabile konjunkturelle Umfeld in den USA.

Bei den Neu-Emissionen waren deutsche Emittenten weiterhin recht aktiv. So hat Frankreich am Donnerstag vier Staatspapiere mit unterschiedlichen Laufzeiten im Gesamtvolumen von knapp 5,5 Mrd. Euro emittiert. Das Land Nordrhein-Westfalen begab zudem eine fünfjährige Anleihe über 250 Mill. Euro. Die Hypothekenbank in Essen beschaffte sich über die Ausgabe eines einjährigen zu zwei Prozent verzinsten Bonds insgesamt eine Mrd. Euro. Eine bereits bestehende Stufenzinsanleihe mit zehnjähriger Laufzeit hat die KfW um 25 auf jetzt 125 Mill. Euro aufgesteckt.

Mit einer variabel verzinslichen Anleihe im Volumen von 100 Mill. Euro war die SEB Hypothekenbank AG im Markt. Eine Aufstockung ihres im März 2012 fälligen Hypotheken-Pfandbriefs um 250 Mill. auf 1,75 Mrd. Euro kündigte die Hypo Real Estate an. Emissionspläne hegt auch die Deutsche Bank, die nach Angaben von Konsortialbanken einen durch deutsche und schweizerische Immobilienkredite gesicherten Bond im Volumen von 900 Mill. Euro begeben will.

Die Yuan-Aufwertung sorgte am Markt für Emerging-Market-Bonds für zum Teil starke Kursverluste.

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