Zinsdifferenz beeinflusst derzeit das Währungsgefüge stark
Euro durchbricht technische Unterstützung

Unterschiedliche Zinsspekulationen und Inflationssorgen in den USA setzen die Gemeinschaftswährung unter Druck.

DÜSSELDORF. Nach heftigen Verlusten des Euros prophezeien Analysten weitere Verluste für die Gemeinschaftswährung in der neuen Woche. Am Freitag war der Euro bis auf 1,1810 Dollar und damit auf den tiefsten Stand seit Mai vergangenen Jahres gefallen. Damit ist er aus seiner monatelangen Seitwärtsbewegung nach unten ausgebrochen.

Vor allem professionelle Marktteilnehmer sehen darin ein Startsignal für eine Spekulation gegen die Gemeinschaftswährung. Bislang hatte sich das Juli-Tief bei 1,1866 mehrfach als solide Unterstützung für den Euro erwiesen. „Ein Ausbruch aus dieser Spanne dürfte richtungsweisend für die nächsten Wochen sein“, urteilten die Analysten der WestLB. Sie bezeichneten die weiteren Aussichten des Euros als „nahezu fatal“.

Grund für die neuerliche Schwäche waren Konjunkturdaten aus den USA, die Inflationssorgen schürten. Dies nährt Spekulationen auf höhere Zinsen. Diese wiederum machen Anlagen in der größten Volkswirtschaft attraktiv. In den USA waren im Oktober die durchschnittlichen Stundenlöhne unerwartet stark um 0,5 Prozent gegenüber dem Vormonat angezogen. Analysten hatten nur mit 0,2 Prozent gerechnet. Höhere Löhne ziehen in der Regel höhere Preise nach sich. „Das hat denjenigen Auftrieb gegeben, die für Dezember und Januar fest mit weiteren Zinserhöhungen in den USA rechnen“, sagte ein Händler.

Der Renditevorsprung des Dollars gegenüber dem Euro wird nach Einschätzung von Marktteilnehmern weiter wachsen und die Währung unterstützen. „Das Kapital sucht nach attraktiven Renditen, und die können derzeit weder Japan noch die Euro-Zone bieten“, meinte ein Frankfurter Händler. Die US-Notenbank (Fed) hatte in der vergangenen Woche die Leitzinsen zum zwölften Mal in Folge um 25 Basispunkte angehoben. Mit vier Prozent liegen die US-Zinsen doppelt so hoch wie in der Euro-Zone. Schon für April rechnen die Terminmärkte mit einem Zinssatz von 4,5 Prozent.

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