Zinstief
Deutsche Staatsanleihen werfen fast keine Rendite mehr ab

Deutsche Staatspapiere mit zehn Jahren Laufzeit warfen am Donnerstag erstmals weniger als 0,1 Prozent Rendite ab. Damit nähert sich der Zins dieses wichtigen Produkts immer weiter der Null-Marke.
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FrankfurtDas Zinstief und die Geldschwemme der Europäischen Zentralbank (EZB) lassen die Renditen deutscher Staatsanleihen immer weiter schmelzen. Mit dem Kauf der maßgeblichen Staatspapiere mit zehn Jahren Laufzeit erzielten Anleger am Donnerstag erstmals weniger als 0,1 Prozent Rendite. Damit nähert sich der Zins dieses wichtigen Produkts immer weiter der Null-Marke. Würde die Rendite ins Negative fallen, hieße dies, dass Anleger beim Kauf solcher Bundesanleihen unterm Strich bis zur Fälligkeit ein Minusgeschäft machen würden - und der Staat fürs Schuldenmachen Geld bekommen würde.

Die Rendite setzt sich aus dem aktuellen Kurs und dem Zinskupon einer Anleihe zusammen. Da die EZB solche Papiere derzeit massiv aufkauft, steigen die Kurse weiter, womit die Rendite sinkt. Der Staatshaushalt profitiert von dieser Entwicklung immer dann, wenn der Bund neue Papiere herausgibt.

Schon jetzt rentieren deutsche Staatsanleihen mit Laufzeiten von bis zu acht Jahren im Minus. In der Schweiz, deren Staatsanleihen als besonders sichere Anlage gelten, liegt der zehnjährige Zins schon länger unter Null.

dpa 
dpa Deutsche Presse-Agentur GmbH / Nachrichtenagentur

Kommentare zu " Zinstief: Deutsche Staatsanleihen werfen fast keine Rendite mehr ab"

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  • Es sollte über den Sinn nachgedacht werden, Staatsanlehen bzw. deren Zinsniveau mit dem "normalen" Kapitalmarkt zusammenzufassen.

    Vom System her betrachtet wäre es klarer, wenn die Staaten sich bei der EZB verschulden und die EZB die Stasten finanziert. Das würde zumindest die unehrlichen Tricksereien des Herrn Draghi nebst seiner Gehilfen ehrlicher gestalten.

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