Zweifel an Staatshilfe
Moody's stuft auch griechische Banken herab

Die Ratingagentur Moody's macht sich in Griechenland weiter keine Freunde. Nachdem sie zu Wochenbeginn die Bonität des griechischen Staates zurückstufte, sind jetzt die Banken des hoch verschuldeten Landes dran.
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LondonDie Ratingagentur Moody's hat die Bonitätsnoten von sechs griechischen Banken zurückgestuft. Zudem schließen die Experten eine weitere Verschlechterung der Note nicht aus und setzten den Ausblick für die Bewertung der Institute am Mittwoch auf negativ. Betroffen sind die vier größten griechischen Banken National Bank of Greece, EFG Eurobank Ergasias, Alpha Bank und Piraeus Bank sowie die staatlich kontrollierte Agricultural Bank of Greece SA und die Attica Bank. Die Zahlungsfähigkeit eines Landes sei ein Schlüsselfaktor dafür, ob ein Staat sein Bankensystem unterstützen könne, begründete Moody's seine Entscheidung.

Die Agentur hatte zum Wochenauftakt deutliche Zweifel an der Zahlungsfähigkeit Griechenlands geäußert und die Bewertung der Staatsanleihen um drei Stufen gesenkt. Daraufhin hatten die Märkte den Schritt für die Finanzbranche des Euro-Landes bereits erwartet. Griechische Bank-Aktien gaben am Dienstag um drei Prozent nach.

Am Mittwoch erholten sich die Kurse trotz der Herabstufung. Der Bankenindex stieg um vier Prozent, nachdem er am Vortag um sechs Prozent eingebrochen war. Auch der
Leitindex der Athener Börse erholte sich etwas und stieg um zwei Prozent. Er war am Vortag um 3,8 Prozent gefallen. „Das ist eine Reaktion auf den Ausverkauf gestern.
Da wurden die Aktien überverkauft“, erklärte ein Händler.

Agentur
Reuters 
Thomson Reuters Deutschland GmbH / Nachrichtenagentur

Kommentare zu " Zweifel an Staatshilfe: Moody's stuft auch griechische Banken herab"

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  • @Johannes
    Ich stimme mit Ihnen überein. Es ist einfach nicht mehr nachvollziehbar, wieso nichts dagegen unternommen wird, sondern die Entscheider in der EU im Gegenteil brav immer schön das machen, was "die Finanzmärkte" und die US-Ratingagenturen fordern.

    Und gleichzeitig steht den Amerikanern schuldenmäßig das Wasser bis zum Hals: Bis jetzt konnten sie sich nicht über die Anhebung der Schuldenobergrenze auf über 14,8 Billionen Dollar verständigen. Und darin sind noch nicht einmal die Schulden der Bundesstaaten enthalten, von denen einige vor der Pleite stehen. Eine Lösung der Schuldenkrise ist nicht in Sicht. Es muss zu denken geben, dass die US-Ratingagenturen hier nicht herabstufen. Das nennt man dann wohl Politik.

  • Es wäre interessant zu erfahren, wann sich Moddy´s den USA widmet... Es ist schon augenfällig wie gut solche herabstufungen zeitlich mit wichtigen finanzpolitischen Weichenstellungen in EU zusammenfallen (kommenden freitag, treffen sich die europäischen Regierungschefs um über den EURO zu beraten). Es entsteht der Eindruck, dass mit solchen Aktionen von den um einiges größeren Problemen in den USA abgelenkt werden soll.

  • Leute schaut mal da rein .
    http://forum.finanzen.net/forum/Wenn_das_Gold_redet_dann_schweigt_die_Welt-t357283
    Dort wird seit etlicher Zeit mehr realistische Wirtschaft diskutiert und solche Entwicklungen wie in Griechenland weit vorausschauender gesehen, als die offiziellen Scheinintellektuellen Wirtschaftsfuzzies es bemerken.

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