Zweite Milliarden-Emission abseits des Jumbo-Marktes
Hypothekenbank in Essen platziert großen Pfandbrief

Die Hypothekenbank in Essen (Essen Hyp) hat gestern einen fünfjährigen, mit Krediten an die öffentliche Hand gedeckten Pfandbrief über eine Mrd. Euro platziert. Das Mandat teilten sich Goldman Sachs und Société Générale Investment Banking.

FRANKFURT/M. Trotz des hohen Volumens handelt es sich bei der Emission nicht um einen Jumbo-Pfandbrief mit bestimmten Verpflichtungen wie zum Beispiel dem regelmäßigen Stellen von An- und Verkaufskursen in engen Spannen (Market Making), sondern um eine Art Privatplatzierung. „Ein erfreulicher hoher Anteil der Emission wurde bei asiatischen Investoren platziert“, sagte Heidi Riedel vom Treasury der Essen Hyp.

Ende Juli hatte die Commerzbank-Tochter bereits einen vierjährigen Pfandbrief über eine Mrd. Euro begeben. „Wir haben in den vergangenen Wochen stark im Neugeschäft zugelegt und sind deshalb auch im Primärmarkt aktiv“, erklärte Riedel.

Den nächsten Jumbo-Pfandbrief wird die Essen Hyp im September begeben. Dann will sie einen öffentlichen Jumbo platzieren, der sich vornehmlich an Privatanleger richtet. Deshalb wird er von Calyon, DZ Bank, Ixis und Landesbank Baden-Württemberg an den Markt gebracht, also Häusern, die Volksbanken und Sparkassen mit großer Privatkundschaft hinter sich haben.

Generell ist die Pipeline für neue Jumbo-Pfandbriefe im September schon gut gefüllt. Emissionen haben die Allgemeine Hypothekenbank Rheinboden (AHBR), die Württembergische Hypothekenbank und die spanische Großbank SCH angekündigt. Außerdem planen die niederländische ABN Amro und die finnische Sampo Bank die ersten Jumbo Covered Bonds – so heißen Pfandbriefe international – aus den Niederlanden bzw. aus Finnland.

In den USA kam die größte Emission gestern von staatlicher Seite. Das Schatzamt war mit einer Auktion neuer fünfjähriger „Treasuries“ über 13 Mrd. Dollar am Markt. Die Titel wurden mit einer Rendite von 4,223 Prozent ausgegeben. Händler sprachen vor allem deshalb von einem enttäuschenden Auktionsverlauf, weil das Interesse vor allem ausländischer Notenbanken hinter den Erwartungen zurückblieb. Heute wird das US-Schatzamt zehnjährige Treasuries über ebenfalls 13 Mrd. Dollar anbieten. Am Montag waren bereits dreijährige Titel über 18 Mrd. Dollar per Auktion verkauft worden. Auch diese Versteigerung war nicht so gut verlaufen, weil die Nachfrage asiatischer Zentralbanken geringer als erwartet war. Das Schatzamt vertreibt Emissionen über eine Bankengruppe, so genannte Primary Dealer, die indirekte Gebote zum Beispiel von Zentralbanken einreichen können. Europas Staaten halten sich in dieser Woche mit Emissionen zurück. Lediglich Portugal stockte gestern eine bis 2021 laufende Anleihe um 900 Mill. auf 5,1 Mrd. Euro auf.

Im Handel erholten sich europäische und amerikanische Staatsanleihen von den jüngsten Verlusten. Die Märkte reagierten positiv darauf, dass die US-Notenbank weiter an ihrer Politik der maßvollen Zinserhöhungen festhalten will.

Die Rendite der zehnjährigen Bundesanleihe sank gestern bis zum Handelsschluss auf 3,34 Prozent. Der Terminkontrakt Bund-Future stieg um 0,28 Prozentpunkte auf 121,56 Prozent. In den USA wurde die Rendite der zehnjährigen Staatsanleihe zum Schluss des Handels in New York bei 4,39 Prozent ermittelt. Den Anstieg der Anleiherenditen während der vergangenen Wochen sehen Experten gelassen.

Andrea Cünnen
Andrea Cünnen
Handelsblatt / Finanzkorrespondentin
Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%