Zwischen Firmen- und Staatsbonds
Fondsprofis sehen Risiken bei Hochzinsanleihen

Lediglich um 0,04 Prozentpunkte schrammte Mariko Isohata an der Ein-Prozent-Marke beim Wertzuwachs für Rentenfonds mit Schwerpunkt auf in Euro notierten Unternehmensanleihen vorbei. Das dennoch gute Ergebnis führt er auf die Beimischung von Hochzinsanleihen zurück. Experten sehen aber genau darin ein Risiko.

HAMBURG. Unter den Managern von Rentenfonds mit Schwerpunkt auf in Euro notierten Unternehmensanleihen erzielte in den vergangenen zwölf Monaten nur Dietmar Zantke mit dem BWK Rentamax einen Wertzuwachs von mehr als einem Prozent. Mariko Isohata und Anne Rainguez-Velot schrammten mit dem Axa WF Euro Credit Bonds dagegen um knappe 0,04 Prozentpunkte an dieser Hürde vorbei (siehe Tabelle).

Isohata führt das dennoch vergleichsweise gute Abschneiden des Axa-Fonds vor allem auf die Beimischung von hochverzinslichen Papieren mit geringerer Bonität zurück. Bis zu zehn Prozent des Fondsvermögens dürfen die Axa-Manager in diesen High Yields genannten Papieren oder auch in Staatsanleihen investieren. Derzeit nutzen sie diesen Spielraum jedoch nur zur Hälfte und ausschließlich für High Yields. „Seit Jahresbeginn haben Firmenanleihen besser abgeschnitten als Staatsanleihen“, erläutert Isohata die Entscheidung, Staatspapiere außen vor zu lassen. Allerdings erwartet er für die kommenden Monate eine Annäherung der Renditen von Staats- und Unternehmensanleihen.

Anders als das Axa-Duo geht Robert Mead davon aus, dass sich Unternehmensanleihen in der zweiten Jahreshälfte sogar leicht schlechter entwickeln werden als Staatspapiere. Mead betreut den Dit Corporate Bond Global, der mit einem Minus von 2,56 Prozent innerhalb seiner Vergleichsgruppe derzeit den vorletzten Platz belegt. „Der Fonds ist auf Grund seiner globalen Ausrichtung schwer mit Fonds mit Schwerpunkt Europa zu vergleichen“, sagt Mead. Seiner Einschätzung nach dürfte es schwer sein, das Renditegefälle gegenüber Konkurrenzprodukten mit Schwerpunkt Europa in den kommenden Monaten aufzuholen, da er für US-Papiere weiter mit einem ungünstigeren Marktumfeld rechnet.

Auf Grund seiner globalen Ausrichtung unterscheidet sich die Portfolio-Gewichtung des Dit-Fonds stark vom Axa-Produkt: Während dessen Manager 80 Prozent des Fondsvermögens in europäischen Papieren halten und 20 Prozent US- und asiatische Papiere beigemischt haben, hält Mead derzeit rund 60 Prozent des Portfolios in US-Titeln. Die Euro-Zone und Großbritannien sind mit insgesamt 36 Prozent gewichtet.

Wie seine Axa-Konkurrenten hat auch der Dit-Manager den Anteil hochverzinslicher Papiere auf Grund steigender Marktrisiken zuletzt reduziert; aktuell stellen sie vier Prozent des Portfolios. Von der Möglichkeit, abseits von Unternehmensanleihen zu investieren, macht Mead dagegen stark Gebrauch: Die Gewichtung von Firmenbonds liegt derzeit mit 75 bis 80 Prozent nur geringfügig über der Mindestquote von 70 Prozent.

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