Zwischenzeitliches Tief
Hybrid-Anleihen sind wieder gefragt

Der Markt für hybride Anleihen von Unternehmen nimmt neue Fahrt auf. Bis Mitte Juni waren die Kurse der nachrangigen Papiere zum großen Teil deutlich eingebrochen. Nun reißen sich die Anleger um die Emissionen von Siemens und General Electric.

FRANKFURT. Auslöser waren schlechte Nachrichten aus einzelnen Unternehmen, wie zum Beispiel Gerüchte über eine fremdfinanzierte Übernahme des Medienkonzerns Thomson. Dazu kam der zwischenzeitliche Absturz der Aktienmärkte. Inzwischen haben sich die Kurse der hybriden Bonds etwas erholt. Anleger suchen wieder Möglichkeiten, ihr Geld in höher verzinste Zinstitel anzulegen.

Wie groß das Interesse der Investoren wieder ist, zeigt die neue hybride Anleihen von Siemens, die am Freitag in zwei Tranchen über 900 Mill. Euro und 750 Mill. Pfund auf den Markt kam. Die Emission war zehnfach überzeichnet. Ebenfalls sehr gefragt war am Mittwoch der hybride Bond von General Electric, der ebenfalls in Euro und Pfund begeben wurde.

Anleger interessieren sich für die Papiere, die eine Mischung aus Fremd- und Eigenkapital sind, seit Anfang 2005. Das liegt daran, dass die Ratingagenturen die Bonds bei Unternehmen abseits der Finanzbranche erst seit knapp zwei Jahren zum Teil auf deren Eigenkapital anrechnen. Die Anrechnung stärkt die Bonitätsnoten der Firmen und macht die Platzierung deshalb für die Emittenten attraktiv.

Hybride Anleihen haben drei Merkmale: Das erste ist eine unendliche oder extrem lange Laufzeit. Meist nach zehn Jahren können die Unternehmen die Bonds zurückkaufen, müssen dies aber nicht. Oft dürfen sie die Papiere nur vorzeitig kündigen, wenn sie neue hybride Anleihen oder Aktienkapital platzieren. Zahlen die Firmen die Anleihen nicht zum frühest möglichen Zeitpunkt zurück, steigt meist die Verzinsung und ändert sich zudem von fest auf variabel.

Zweitens sind die Hybrid-Bonds nachrangig, das heißt, im Falle eines Konkurses werden ihre Besitzer erst nach allen anderen Gläubigern bedient und bekommen wenig bis gar kein Geld zurück. Drittes Merkmal ist, dass die Unternehmen die Zinsen nur dann zahlen, wenn ihre Bilanz bestimmte Finanzkennzahlen erfüllt. „Die Bedingungen dafür sind jedoch von Bond zu Bond sehr unterschiedlich und machen einen Vergleich schwer“, sagt Axel Gatzen, Analyst für Unternehmensanleihen bei der WGZ Bank.

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