Anlegermesse statt DSDS
Dieter Bohlen und sein Anlagemodell

Auf einer Anlegermesse in Wien sollte Dieter Bohlen sein persönliches Erfolgsgeheimnis verraten. Der studierte Betriebswirt und „Superstar“-Juror macht schnell klar: Kein Erfolg ohne harte Arbeit und Disziplin.
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WienDer Österreicher an sich ist ein freundlicher Mensch und legt großen Wert auf Titel. Deshalb wird Dieter Bohlen artig als „Diplom-Kaufmann“ begrüßt, als er in Wien die Bühne auf einer Anlegermesse betritt. Denn es stimmt tatsächlich: Lange bevor Bohlen Deutschlands bekanntester Musikproduzent wurde, hat er in Göttingen sein Studium der Betriebswirtschaft zu Ende gebracht. In Wien soll er den 800 versammelten Anlageberatern über seine ganz persönliche Erfolgsgeschichte erzählen. Darüber, wie ein junger Mann aus einfachen Verhältnissen zum Multimillionär aufgestiegen ist. Ganz ohne Show-Element kommt Bohlen auch vor den Anlageberatern nicht aus. ´

Dort, wo doch der gedeckte graue Anzug und die Krawatte dominieren. Der Gast aus Deutschland lässt zu Beginn seines Auftritts erst einmal ein Lied anstimmen. Und tatsächlich, die strengen Männer der Finanzbranche kommen seiner Aufforderung nach und erheben sich für den kurzen Begrüßungsgesang. Schon ziemlich schnell ist klar, welcher rote Faden Bohlens Auftritt vor den Herren der Finanzbranche durchzieht. "Man muss ackern und arbeiten", lautet das Credo des 58-Jährigen.

Disziplin ist für ihn die erste und wichtigste Grundvoraussetzung zum Erfolg. Hartnäckigkeit und eine Portion Rücksichtslosigkeit "gegen sich selbst" gehörten genauso dazu. Bohlen ruft dazu auf, den Tag mit Taten zu beginnen, auch wenn man „eigentlich lieber im Bett bleiben möchte“. Zum Geschäft der in Wien versammelten Anlageberater hat Bohlen nicht sonderlich viel beizutragen. Gerhard Führing, Herausgeber des veranstaltenden Anlagemagazins „Fonds professionell“, fragt seinen Gast nach Anlagetipps.

Doch Bohlen reagiert zögerlich: „Im Moment dreht sich alles nur um die nachhaltige Sicherung des Vermögens.“ Einen großen Teil seines Geldes habe er bei der Commerzbank als Tagesgeld mit 1,8 Prozent Rendite geparkt. Sorgen um die Commerzbank macht er sich nicht. „Die gibt es in einem Jahr noch“, sagt er. Nach einer knappen Stunde ist der Auftritt in Wien vorüber. Dann kann sich Bohlen normalen Geschäften zuwenden: Fans verlangen nach Autogrammen.

Stefan Menzel ist beim Handelsblatt der Spezialist für die Automobilbranche.
Stefan Menzel
Handelsblatt / Korrespondent Automobilindustrie

Kommentare zu " Anlegermesse statt DSDS: Dieter Bohlen und sein Anlagemodell"

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  • Wenn Herr Bohlen trotz des laufenden bull markets noch immer den Großteil seines Geldes bei der Commerzbank zu 1,8 % geparkt hat, zeigt das, daß er offenbar vom music business mehr Ahnung zu haben scheint als vom Investment.
    Da verhält er sich wie die meisten Privatanleger: immer zu spät. Aber bei 345 Millionen € ist das eh Jacke wie Hose.

  • @Wolf
    Respekt, für Ihre tiefen Erkenntnisse haben Sie bestimmt ein jahrelanges Studium gebraucht ;-)

  • Gold steigt solange, wie es mehr Idioten als Gold gibt. Das kann sich möglicherweise noch über Jahrzehnte hinziehen oder auch nicht. Das gilt allerdings auch für andere Anlageklassen.

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