1-Dollar-Regel
New Yorker Börse senkt ihre Ansprüche

Unternehmen, deren Aktien weniger als einen Dollar kosten, hatten an der New Yorker Börse bisher nur eine kurze Gnadenfrist. Schafften sie nicht schnell den Sprung zurück über die Ein-Dollar-Grenzen, wurden sie gnadenlos gestrichen. Doch in der Finanzkrise lockert die Nyse ihre Regeln. Vielen Unternehmen sichert das die Börsennotierung.

HB NEW YORK. In der Krise wird so mancher alte Zopf abgeschnitten: Die New Yorker Börse (Nyse) will offenbar unter dem Eindruck von Finanzkrise und der nach unten rauschenden Aktienkurse ihre 1-Dollar-Regel lockern. Bislang galt: Unternehmen, deren Aktien an über 30 aufeinanderfolgenden Tagen weniger als ein Dollar wert waren, mussten innerhalb von sechs Monaten beweisen, dass sie in der Lage sind, den Börsenwert wieder über die 1-Dollar-Hürde zu hieven. Sonst wurden sie aus dem Handel genommen. Jetzt soll diese Bewährungsfrist verlängert werden, wie ein Sprecher der weltgrößten Börse erklärte.

"Es ist allen besser gedient, wenn man mehr Zeit hat, Dinge auszubügeln und abzuwarten, wie sie sich entwickeln", sagte Vizepräsident Glenn Tyranski. Begründet wird die Lockerung mit der "aktuellen Phase ungewöhnlicher Marktschwankungen und Rückgänge".

Die Schwelle der Marktkapitalisierung (Aktienwert mal Anzahl ausgegebener Aktien) war bereits im Oktober von 25 auf 15 Mio. Dollar gesenkt worden. Beide Lockerungen sollen zunächst bis 30. Juni gelten. Rund drei Prozent der etwa 1 950 Aktiengesellschaften an der Nyse gehandelten Werte hatten die Börsenregeln zuletzt nicht erfüllt.

Im vergangenen Jahr hatte die Nyse 54 Unternehmen von ihrer Liste gestrichen. Davon hatten 29 eine zu geringe Marktkapitalisierung und fünf weitere einen "unnormal niedrigen Aktienpreis".

Die Technologiebörse Nasdaq hatte bereits im Oktober ihre Regeln gelockert und die Änderung im Dezember noch einmal verlängert.

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