20 Jahre Dax
Vom Einzelkämpfer zum globalen Spieler

Als der Deutsche Aktienindex am 1. Juli 1988 an den Start ging, war es um ihn herum an der Börse sehr einsam. Außer dem neuen Leitindex für die 30 Topwerte berechnete die Frankfurter Wertpapierbörse damals nur noch den FWB-Gesamtindex, der alle in Frankfurt amtlich gehandeltenen Werte umfasste. 20 Jahre später könnte das Bild nicht unterschiedlicher sein.

FRANKFURT. Um das einstige Einzelkind Dax herum ist über die Jahre eine Index-Großfamilie entstanden. Und die Marke Dax steht längst nicht mehr nur für deutsche Aktien. Inzwischen berechnet die Deutsche Börse auch eine Reihe von Indizes für ausländische Börsen, insbesondere in den Schwellenländern. Hinzu kommen zahlreiche Sektor-, Themen oder Strategieindizes für deutsche Aktien, die den Namen "Dax" im Namen tragen.

Den ersten vorsichtigen Schritte zur Erweiterung der Dax-Familie machte die Deutsche Börse am 19. Januar 1996 mit der Einführung des MDax als Index für deutsche Nebenwerte. Im MDax fanden die 70 - bzw. 50 seit 2003 - deutschen Aktien Platz, die nach den Dax-Unternehmen die höchste Marktkapitalisierung aufweisen. Für noch kleinere Werte schuf die Börse drei Jahre später außerdem den SDax. Im März 2003 kam dann der Technologieindex TecDax hinzu, der den vom Einbruch des Neuen Marktes schwer gezeichneten Nemax 50 ablöste.

Alle drei Indizes haben sich bei den Anlegern inzwischen gut etabliert. Zwar kommen sie nicht annähernd an die Bedeutung des Dax heran, der sich nach dem amerikanischen S&P 500 und dem Euro-Stoxx50 zum weltweit drittwichtigsten Basiswert für Futures und Optionen aufgeschwungen hat. Aber die positive Kursentwicklung der vergangenen Jahre (siehe "Erfolgreich im Schatten des Dax"), insbesondere der Höhenflug des MDax, haben auch die zweite Reihe der deutschen Aktien in den Fokus gerückt.

Die Deutsche Börse hat das dazu ermuntert, ihr Dax-Spektrum deutlich auszuweiten. Zur Dax-Familie zählt das Unternehmen mittlerweile rund 2 600 Indizes, davon rund 700 Aktienbarometer.

Triebfeder des Booms ist aber nicht die Börse allein. "Alle unsere Indizes entstehen auf konkretes Marktinteresse hin", sagt Hartmut Graf, Leiter des Indexgeschäfts der Deutschen Börse. Eine immense Nachfrage nach neuen Marktbarometern kommt insbesondere von Seiten der Zertifikate-Branche und der Anbieter von börsennotierten Indexfonds (Exchange Traded Funds - ETF). Um sich im intensiven Wettbewerb um das Geld der Anleger zu behaupten, bringen diese in hoher Frequenz neue Produkte auf kreative Themen oder exotische Anlageregionen auf den Markt, die sich meist auf speziell geschaffene Indizes beziehen.

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