25 000 Aktien des falschen Unternehmens gekauft
Millionenteure Order-Panne an der Börse Tokio

Die Pannenserie an der Aktienbörse in Tokio hat sich am Freitag dem 13. fortgesetzt: Ein Mitarbeiter des japanischen Wertpapierhauses Daiwa Securities SMBC platzierte irrtümlicherweise einen Verkaufsauftrag für 25 000 Aktien in Sumitomo Mitsui Financial statt für Aktien eines anderen Unternehmens.

HB TOKIO. Daiwa bemerkte den Fehler kurze Zeit später, dennoch wurden 13 417 Aktien verkauft. Bis Handelsende konnte Daiwa die meisten Papiere wieder zurückkaufen; die Aktie schloss über dem Vortageskurs. Die Panne ist der jüngste Fall in einer ganzen Serie von Transaktionsfehlern an der Börse in Tokio.

Erst Anfang dieses Monats hatte Nikko Citigroup, ein Joint Venture der japanischen Nikko Cordial Corp und des US-Finanzriesen Citigroup, irrtümlich einen Auftrag zum Kauf von 2000 Aktien von Nippon Paper platziert. Dabei sollten es eigentlich nur zwei Aktien sein. Anfang Dezember hatte es das Computersystem der japanischen Börse nicht geschafft, einen vom Wertpapierhaus Mizuho Securities ebenfalls irrtümlich platzierten Verkaufsauftrag für J-Com-Aktien zu löschen. Mizuho hatte angewiesen, 610 000 J-Com-Aktien für jeweils einen Yen zu verkaufen statt eine J-Com-Aktie für 610 000 Yen (rund 4 400 Euro). Mizuho Securities hatte die Panne rund 40 Mrd. Yen gekostet.

Nur kurz zuvor war es Anfang November zum schlimmsten Handelsausfall in der 56-jährigen Geschichte der Börse in Tokio gekommen, als der gesamte Handel für einen halben Tag unterbrochen war. Die schweren Computerprobleme haben den Präsidenten der Börse inzwischen seine Stelle gekostet.

Bei dem jüngsten Vorfall am Freitag hatte ein Mitarbeiter von einem Kunden vier Minuten vor Handelsbeginn einen Verkaufsauftrag für Aktien eines Unternehmens erhalten. Statt jedoch für dieses Unternehmen, dessen Name nicht bekannt ist, leitete der Mitarbeiter einen Verkaufsauftrag für 25 000 Sumitomo Mitsui-Aktien weiter an einen anderen Mitarbeiter, der ihn ausführte.

Der Auftrag ging eine Minute vor Handelsbeginn raus. Daiwa Securities SMBC habe den Fehler sechs Minuten später bemerkt und sofort versucht, den Auftrag zu stornieren, hieß es. Dennoch wurden 13 417 der 25 000 Aktien zum Preis von 1,13 Millionen Yen pro Stück verkauft. Das Institut kaufte daraufhin bis Handelsende fast alle irrtümlich verkauften Aktien wieder zurück. Die Panne wird Daiwa Securities schätzungsweise etwa 500 Millionen Yen (rund 3,6 Millionen Euro) kosten. Der Aktienkurs von Sumitomo Mitsui Financial sackte zwischenzeitlich um 50 000 Yen ab, konnte jedoch die Verluste bis Handelsende mehr als wett machen und schloss um 10 000 Yen höher bei 1,18 Millionen Yen.

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