25 Jahre Dax
Falsche Versprechen und ängstliche Anleger

Der Dax wird heute 25 Jahre alt. Eigentlich wäre das eine große Erfolgsgeschichte. Schade nur, dass die Deutschen davon wenig mitbekommen haben. Die Gewinne fahren andere ein. Aber das muss nicht so bleiben.
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KölnEigentlich müsste heute ein Tag zum Feiern sein. Der Deutsche Aktienindex (Dax) wird 25 Jahre alt. Am 1. Juli 1988 wurde der Leitindex für den deutschen Aktienmarkt zum ersten Mal berechnet - mit 1.163 Punkten. In diesem Jahr erreichte er im Mai, als er bei 8.557,86 Punkten lag, den höchsten Stand aller Zeiten.

Wer damals 10.000 Euro angelegt hätte, der hätte, unter Berücksichtigung aller Umstellungen im Index, bis zum heutigen Tag genau 68.249,71 Euro herausbekommen – eine jährliche Rendite von rund acht Prozent. Nicht schlecht; allerdings gibt es die nur in der Theorie.

„Der Dax ist eine große Erfolgsgeschichte“, sagt Max Otte, Wirtschaftsprofessor und Investor. „Schade, dass Privatanleger davon wenig mitbekommen haben, weil sie fast immer zur falschen Zeit ein- oder ausgestiegen sind." Anleger neigen dazu, immer wieder dieselben Fehler zu machen: Sie kaufen, wenn die Kurse oben sind; und sie verkaufen, wenn sie unten sind. Aber es ist nicht unmöglich, daraus zu lernen. Auch deshalb lohnt es sich, auf das vergangene Vierteljahrhundert zurückzublicken.

Vor dem Dax gab es ein großes Durcheinander: Deutschland habe mehr Aktienindizes als Aktien, spotteten ausländische Beobachter in den 80er Jahren. Es gab einen Index der „Börsen-Zeitung“, einen der Commerzbank, einen der „Frankfurter Allgemeinen Zeitung“. Mit dem Deutschen Aktienindex sollte endlich ein einheitlicher Leitindex geschaffen werden, der international ernst genommen werden konnte. Er sollte die 30 besten und größten deutschen Unternehmen enthalten.

Von den Gründungsmitgliedern sind einige verschwunden, etwa Feldmühle Nobel, Nixdorf, Karstadt oder Mannesmann. Insgesamt waren seit Beginn 53 verschiedene Unternehmen im Dax gelistet.

Nur 15 Gesellschaften sind ununterbrochen dabei: Allianz, BASF, Bayer, BMW, Commerzbank, Daimler, Deutsche Bank, Eon (vorher Veba und Viag, die sich im Juni 2006 zu Eon zusammenschlossen), Henkel, Linde, Lufthansa, RWE, Siemens, ThyssenKrupp (früher als Thyssen) sowie Volkswagen. Mit Continental ist heute ein weiteres Gründungsmitglied vertreten - allerdings war das Unternehmen zwischenzeitlich zweimal ausgeschieden und wieder aufgenommen worden.

Kommentare zu " 25 Jahre Dax: Falsche Versprechen und ängstliche Anleger"

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  • Das ist richtig.Das heutige Kursniveau wurde im DAX schon Anfang März 00 erreicht,im Kursdax schon Anfang April 1998.
    Das liegt daran,dass im DAX z.B.Banken und Versicherungen und Techwerte schlecht liefen.Die guten Aktien können das nicht ausgleichen.Im MDAX sind prozentual weniger solcher Werte vorhanden.Auch da kann man mit Indexzertifikaten sehr gut verdienen.Einfach mal beide Charts übereinander legen....das spricht für sich.Der kleine Bruder des DAX zeigt ihm dort seit über 13 Jahren die Harke.

  • Mir hat der MDAX bedeudet mehr Freude bereitet,denn er hat den DAX klar outperformed.

  • Bei der fortschreitenden Bereicherung holen sich dass dann "andere Persönlichkeiten" wenn Sie nicht im Hause sind.

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