47 Personen werden angeklagt
Devisenbetrug in den USA aufgedeckt

Das US-Justizministerium hat 47 Personen des Betrugs und anderer Vergehen im Zusammenhang mit dem Devisenhandel angeklagt. Damit ist offenbar ein Schlag gegen umfangreiche Betrügereien gelungen. Der Devisenbetrug habe Schäden in Millionenhöhe verursacht, so die Behörde.

HB NEW YORK. Insgesamt 47 Personen werden des Betrugs und anderer krimineller Delikte angeklagt, wie das Justizministerium am Mittwoch mitteilte. Der Gesamtschaden gehe in die Millionen, sagte Staatsanwalt James Comey auf einer Pressekonferenz in New York. Die Bandbreite der mehr als 1000 Geschädigten reiche vom Kleinanleger bis hin zu großen Bankhäusern. Am Vorabend hatte es im Zusammenhang mit den Vorwürfen zahlreiche Festnahmen gegeben. Die US-Bundespolizei FBI verhaftete Verdächtige im World Financial Center in New York, in Jersey City (US-Bundesstaat New Jersey) und in Stamford (Connecticut).

Zu den Angeklagten gehören nach Ministeriumsangaben Beschäftigte der Banken JP Morgan Chase, UBS, Societe Generale, Dresdner Kleinwort Benson und Israel Discount Bank sowie ein früheres Mitglied des Devisenausschusses der US-Notenbank (Fed), drei Rechtsanwälte und leitende Angestellte verschiedener börsennotierter Unternehmen. Der Devisenausschuss der Fed setzt sich aus Experten der Finanzindustrie zusammen und gehört formal nicht zur US-Notenbank. Die Klagen richten sich gegen Einzelpersonen, nicht gegen die Banken, bei denen diese beschäftigt sind. Sprecher von UBS und JP Morgan Chase wiesen darauf hin, dass es sich jeweils um einen einzelnen Mitarbeiter handele, und die Fälle keine nennenswerten finanziellen Folgen für die Firmen hätten.

20 Angeklagten wird nach Ministeriumsangaben die Teilnahme an Scheingeschäften an den Devisenmärkten vorgeworfen. Verdeckte Ermittlungen hätten in nur wenigen Monaten 123 solcher Scheingeschäfte im Gesamtvolumen von mehr als 650 000 Dollar zu Tage gefördert. Zusätzlich seien dabei Bestechungsgelder in Höhe von mehreren Hunderttausend Dollar in bar an Devisenhändler gezahlt worden.

Die US-Finanzmärkten wurden in den vergangenen Jahren von zahlreichen Skandalen erschüttert. Vor allem der Bilanzskandal um den Energiehändler Enron, der vor knapp zwei Jahren in den Bankrott ging, beeinträchtigte das Vertrauen der Investoren nachhaltig.

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