Ab 18 Uhr mehr Privatanleger
Regionalbörsen bleiben bei längeren Handelszeiten

Die Börse in Düsseldorf bleibt bei dem bisherigen Handelsschluss um 20 Uhr, da der Parketthandel auch in Frankfurt weiterhin bis zu dieser Uhrzeit geöffnet bleibt. Auch die Börsen Stuttgart, München und Hamburg wollen bei den verlängerten Handelszeiten bleiben.

HB DÜSSELDORF/STUTTGART. Ein früherer Handelsschluss in Xetra berücksichtige nur zum Teil die Interessen der Marktteilnehmer an kürzeren Handelszeiten, erklärte am Mittwoch Dirk Elberskirch, Vorstand der Börse Düsseldorf, in einer Stellungnahme zu der Entscheidung der Deutschen Börse, den Xetra-Handel um 17.30 Uhr zu schließen. Die Verkürzung der Handelszeit werde vor allem von Banken und Börsenmaklern gefordert, um zusätzliche Kosten im Abendhandel zu sparen.

Bleibe der Parketthandel länger geöffnet, müssten auch viele Marktteilnehmer weiterhin länger arbeiten, sagte Elberskirch weiter. Die Börse Düsseldorf habe sich für einen früheren generellen Handelsschluss am Kassamarkt unter der Bedingung ausgesprochen, dass alle Börsenplätze mitziehen. Nun könne der Parketthandel diese Chance nutzen und seine Stärken beweisen. Auch die Hamburger Börse bleibt bei ihrem Handelsschluss um 20 Uhr.

Die Börse Stuttgart AG hält ebenfalls an den verlängerten Handelszeiten von 9 bis 20 Uhr fest. „Die Privatanlegerbörse Stuttgart gehörte im Jahr 2000 zu den Initiatoren der verlängerten Handelszeiten und wir halten sie nach wie vor für sinnvoll,“ sagte ein Sprecher der Börse am Mittwoch. Zwar gingen die Gesamtumsätze nach 18 Uhr in der Regel zurück, die Aktivität der Kernzielgruppe Privatanleger nehme aber zu.

Die Bayerische Börse wird ungeachtet der Entscheidung der Deutschen Börse über eine Verkürzung der Handelszeiten weiterhin bis 20 Uhr öffnen. Die Münchener Börse sei anders als die Handelsplattform Xetra wesentlich stärker auf Privatkunden ausgerichtet. Prozentual werde in der Zeit von 17.30 Uhr bis 20 Uhr ein „nennenswert größeres Geschäft“ abgewickelt als etwa von 13 Uhr bis 15 Uhr. Darüber hinaus verwies ein Sprecher der Börse darauf, dass der Münchener Handelsplatz auch im Wettbewerb mit außerbörslichen Anbietern stehe und auch deshalb den bisherigen Börsenschluss beibehalten werde.

Die verlängerten Handelszeiten haben für die Stuttgarter Börse außerdem strategische Bedeutung im Derivatehandel und im Segment Auslandsaktien. Bei den Derivaten finde der Wettbewerb nicht zwischen anderen Börsen, sondern gegenüber außerbörslichen Plattformen statt, betonte der Sprecher weiter. Diese Systeme würden aber teilweise von 8 bis 22 Uhr funktionieren. Auch im neu gestarteten Segment Auslandsaktien, das hauptsächlich US-Werte enthält, sei mit Blick auf die Öffnungszeiten der US-Börsen eine Verkürzung der Handelszeiten nicht sinnvoll.

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