Absturz an den Börsen
Rezessionsangst verstört die Märkte

Seit Wochen kennen die Märkte nur eine Richtung: abwärts. Beeindruckend ist vor allem, mit welcher Geschwindigkeit die Kurse abrutschen. Nicht mal die Aussicht auf eine Zinssenkung der EZB kann die Stimmung an den Börsen retten. Die Furcht vor einem Einbruch der Konjunktur überlagert jede noch so gute Nachricht.

HB FRANKFURT/NEW YORK. Die Angst vor einer drohenden Weltwirtschaftskrise zieht die Börsen weltweit nach unten. Seit Beginn des Monats gab es nur wenige Tage ohne Verluste. Der Absturz verläuft fast ungebremst. Selbst eine technische Gegenreaktion, die in schwierigen Marktphasen meist für eine Atempause sorgt, bleibt aus. Auch am Montag wäre der Dax ohne den rätselhaften Höhenflug der VW-Aktie fast 400 Punkte im Minus gewesen. So schloss er knapp behauptet.

Selbst die Aussicht auf eine weitere Zinssenkung für den Euro-Raum, die EZB-Chef Jean-Claude Trichet am Montag in Aussicht stellte, beruhigte die Märkte nicht. „Die Kernfrage ist nicht mehr, ob die Zinsen sinken sollen, sondern, ob selbst kräftige Zinssenkungen allein noch ausreichen“, sagt Stephen King, Chefvolkswirt bei HSBC. Außerdem solle die EZB die Regierungen drängen, mehr Geld in den Wirtschaftskreislauf zu pumpen.

Auf längere Sicht betrachtet nimmt der Absturz an den Börsen dramatische Züge an. Der Dow Jones sackte seit Anfang des Jahres von über 13 000 auf unter 8 400 Punkte ab; für den japanischen Nikkei sieht es kaum besser aus: Von mehr als 16 000 Punkten ging es im gleichen Zeitraum auf 7 200 Zähler nach unten. 1982 lag der Index auf einem ähnlich niedrigen Niveau. Damals war Ronald Reagan Präsident der USA, und Sony brachte seinen ersten CD-Player auf den Markt.

Auch der Dax hat seit Beginn des Jahres fast die Hälfte seines Werts eingebüßt. Zum Vergleich: Nachdem die Internetblase im Frühjahr 2000 geplatzt war, dauerte es immerhin anderthalb Jahre, ehe der deutsche Leitindex von knapp 8 000 Punkten unter die 5 000er-Marke rutschte. Bis zum Frühjahr 2003 sackte er dann sogar unter 2 500 Punkte ab. Experten befürchten, dass es auch diesmal noch weiter bergab gehen könnte. „Noch ist kein Boden in Sicht. Der Abschwung könnte noch bis ins nächste Jahr dauern“, sagt Markus Wallner, Analyst bei der Commerzbank. Anleger sollten besser vorsichtig sein.

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