Aktie steigt um mehr als zwei Prozent
Commerzbank profititert von Übernahmespekulationen

In einem schwachen Gesamtmarkt ragen die Commerzbank-Aktien heraus. Erneut ranken sich um die Großbank Übernahmespekulationen. Zeitweise stiegen die Anteilsscheine des drittgrößten deutschen Kreditinstituts um mehr als zwei Prozent auf 12,81 Euro.

HB FRANKFURT. Händler und Analysten führten die Kursgewinne unter anderem auf ein Interview des Chefs der Schweizer Großbank Credit Suisse zurück. Bankchef Oswald Grübel hatte dem „Handelsblatt“ (Mittwochausgabe) gesagt, sein Geldhaus wolle in den kommenden Jahren groß angelegt in den deutschen Bankenmarkt einsteigen und sich dabei nicht nur auf wohlhabende Kunden, sondern auch das Massengeschäft mit Privatkunden konzentrieren.

Von diesen Ankündigungen profitiere besonders die Commerzbank, die seit langem am Kapitalmarkt als Übernahmekandidat gehandelt wird, erklärte Branchenanalyst Olaf Kayser von der Landesbank Rheinland-Pfalz. „Kurzfristig halten wir eine Übernahme allerdings weiterhin für unwahrscheinlich, da sich die Commerzbank wie auch die HVB mitten in umfangreichen Restrukturierungsprozessen befinden.“ Folglich sei frühestens Ende 2004 mit möglichen Schritten zu rechnen.

Bei Sal. Oppenheim sprach man lediglich von ganz kurzfristigen Spekulationen. „Wenn man der Meinung ist, dass Deutschland sich wirtschaftlich erholt und die Landesbanken in den nächsten Jahren benachteiligter sein werden, sind auch kurzfristig Übernahmen denkbar“, sagte Thomas Rothäusler, der die Commerzbank für Sal. Oppenheim beobachtet. Mitte 2005 fallen in Deutschland die staatlichen Haftungsgarantien für Landesbanken und Sparkassen weg, was deren Refinanzierungskosten erheblich erhöhen dürfte.

In den Handelsräumen der Banken sprachen die Aktienhändler neben Übernahmespekulationen auch von einer technischen Erholung, also einer Kursreaktion nach oben im Anschluss an vorherige starke Verluste. So hatte die Commerzbank-Aktie in den vergangenen beiden Wochen mehr als 15 Prozent ihres Wertes eingebüßt. Zudem seien besonders Kleinanleger und weniger institutionelle Investoren am Markt aktiv, was nicht für einen nachhaltigen Kursaufschwung spreche, ergänzten die Händler.

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