Aktien der Milliardäre: So meistern Superreiche die Finanzkrise

Aktien der Milliardäre
So meistern Superreiche die Finanzkrise

Bücher, Bier und Bekleidung: Was jeder braucht, verkauft sich. An der Börse profitierte von der Idee am stärksten der Amazon-Gründer Jeff Bezos. Welche Milliardärs-Aktien die Krise außerdem rockten und welche floppten.
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DüsseldorfErst in schweren Zeiten zeigt sich, was ein Geschäftsmodell wirklich wert ist. Seit fast fünf Jahren rüttelt die Finanzkrise die Kapitalmärkte nun schon durch. Insbesondere Aktien mussten einige Jahre leiden. Doch nicht alle.

Auch in den vergangenen fünf Jahren entwickelten sich manche Papiere so prächtig, als hätte es die starken Schwankungen und Kurseinbrüche an den Märkten gar nicht gegeben. Einige dieser Aktien davon sind eng verbunden mit den reichsten Menschen auf dem Globus. Oft kontrollieren die Milliardäre diese Unternehmen oder sie gestalten deren Schicksal entscheidend mit.

Wer nun zuerst an den weltweit bewunderten Investor Warren Buffett denkt, liegt jedoch falsch. Klar, auch Buffetts Investmentvehikel Berkshire Hathaway taucht unter den hier betrachteten zwanzig Aktien der Superreichen auf. Doch mit der Kursentwicklung in den vergangenen fünf Jahren kann er nicht zufrieden sein. Er rangiert in diesem illustren Kreis nur im hinteren Mittelfeld.

Mehrere Dinge fallen in der betrachteten Liste auf.

1. Mehr als die Hälfte der Milliardärs-Aktien entwickelte sich besser als Dax und Dow und viel, viel besser als die meisten Aktienmärkte in den vergangenen fünf Jahren. Im Schnitt hat das zwanzig Aktien umfassende Portfolio in fünf Jahren fast fünfzig Prozent zugelegt, pro Jahr also im Schnitt knapp zehn Prozent. Der Dax, der sich zuletzt hervorragend entwickelte kommt im gleichen Zeitraum nicht einmal auf zwanzig Prozent. Nur der Index der zweiten Reihe in Deutschland, der MDax, kann mit knapp fünfzig Prozent hier mithalten.

2. Hinter fast allen Aktien der Superreichen stecken grundsolide Verkaufsideen: Angeboten wird, was die Menschen brauchen – und am liebsten günstig mit nach Hause nehmen. Essen, Trinken und was zum Anziehen braucht schließlich jeder. Kein Wunder also, dass Unternehmen wie der Bierbrauer Anheuser-Busch, der Modeanbieter Inditex oder die Supermarktkette Wal-Mart gutes Geld verdienen.

3. Auch in Krisenzeiten darf jedoch auch ein wenig Luxus nicht fehlen – genauso wie Kosmetik und Bücher. Der Online-Buchhändler Amazon, der Kosmetikkonzern L’Oreal und der Luxusgüteranbieter LVMH befriedigen diese Bedürfnisse.

4. Ohne Computer, Software und das Internet ist für viele das moderne Leben gar nicht mehr denkbar. Der alles beherrschende Internetkonzern Google hat sich hervorragend entwickelt – genauso wie der Hersteller von Programmen für Firmen, Oracle – ein großer Konkurrent der deutschen SAP.

5. Schließlich gibt es aber auch Milliardäre, deren Aktieninvestments sich in den vergangenen fünf Jahren nicht so gut entwickelt haben. Dazu zählen zwei Reiche, die ihr Vermögen vor allem in Öl, Gas sowie Stahl gesteckt haben. Doch auch eine Glücksspiel-Aktie aus Las Vegas verbuchte Verluste.

Welche Aktien der Superreichen sich gut, welche sich schlecht entwickelt haben und was dahintersteckt.

Platz 1: Amazon

Die beiden besten Milliardärs-Aktien kommen aus Amerika und Spanien. Es sind der Online-Buchhändler Amazon und der Modeverkäufer Inditex. In beiden Fällen handelt es sich um Unternehmen, die weltweit tätig sind und mit ihren Produkten sowohl technisch wie preislich für Furore sorgen.

Erst vor wenigen Tagen ist der Kurs von Amazon auf ein Rekordhoch gestiegen. Der Konzern verdient prächtig mit E-Books, also Büchern, die man elektronisch liest. „Unglaublich starke Margen“, kommentierte ein Analyst. Nun zahlt sich offenbar die neue Strategie aus, in neue Geschäftsfelder wie E-Books zu investieren. Denn die neuen Aktivitäten wachsen schneller als die klassischen Einzelhandelsgeschäfte von Amazon.

Damit bestätigt sich eine Prognose, die Handelsblatt-Spezialist Hans-Peter Siebenhaar schon 2011 wagte: „Angesichts der Marktentwicklung droht der klassische Sortimentsbuchhandel, wie wir ihn in Deutschland schätzen, unter die Räder zu kommen. Noch macht der klassische Buchhandel mehr als die Hälfte aller Umsätze in dem fast zehn Milliarden Euro großen Markt aus. Doch wie lange noch, wenn jedes Buch innerhalb von einer Minute rund um die Uhr zu haben ist? Auf den Buchhandel – auch in Deutschland – kommen schwere Zeiten zu.

Amazon-Chef Jeff Bezos findet nun Bestätigung dafür, dass er es wagte, selbst ein Buchlesegerät zu bauen: „Als wir vor acht Jahren mit der Entwicklung des Kindle anfingen, haben uns viele gesagt: "Schuster, bleib bei Deinen Leisten". Aber das Problem mit einem solchen Ansatz ist, dass man nicht mit den Anforderungen der Kunden wächst. Und dafür muss man auch neues lernen. Jedenfalls, das erste, was wir beim Einstieg in das Geschäft gemacht haben, war, uns einen Manager zu holen, der sein ganzes Leben lang Hardware gebaut hat.“

Bezos gehört dank Amazon zu den zwanzig reichsten Menschen der Welt. Ende 2012 schätzte der Nachrichtendienst Bloomberg sein Vermögen auf gut 23 Milliarden Dollar. Der Wert seines Unternehmens vervierfachte sich in nur fünf Jahren.

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Platz 2: Inditex

Nicht ganz so gut, aber ebenfalls fantastisch entwickelte sich die Aktie von Inditex, der Mutter der Modekette Zara. Hinter Inditex steckt der spanische Modezar Amancio Ortega. Europas reichster Mann kontrolliert knapp 60 Prozent von Inditex. Seit 2001 hat er allein 2,5 Milliarden Euro an Dividenden eingenommen, rechnete Bloomberg aus. Als Chairman des Konzerns trat er 2011 zurück.

Das Papier der Modekette verdreifachte seinen Wert während der Finanzkrise. Die weltgrößte Bekleidungskette Inditex hat den Gewinn trotz der Schwierigkeiten auf dem spanischen Heimatmarkt zuletzt um gut ein Viertel gesteigert.

Analysten beeindruckt die Effizienz des Konzerns, der stetig auf der ganzen Welt expandiert: Inditex kann Händler besonders schnell mit neuer Ware beliefern und so rasch auf veränderte Trends und Materialkosten reagieren.

Auf Verbrauchertrends reagiert Inditex auch in anderer Hinsicht sehr schnell. So einigte man sich mit der Umweltschutzorganisation Greenpeace: Die Kette Zara will bis 2020 alle gesundheits- und umweltschädlichen Chemikalien aus ihrer Produktion verbannen. Zara habe umfassende Verbesserungen bei der Herstellung von Kleidern, Schuhen und Accessoires zugesichert, verkündete Greenpeace stolz.

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Platz 3: Anheuser-Busch

Eine ganz andere Vision verfolgte Jorge Paulo Lemann, ein brasilianisch-schweizerischer Manager und Banker. Der 73-Jährige hat breite Kontakte in große Konzerne rund um den Globus. Auch Sam Walton von Wal-Mart und Starinvestor Warren Buffet sollen zu den Freunden des reichsten Brasilianers zählen.

Als seine Leidenschaft entdeckte der Banker das Biergeschäft. Vor rund einem Jahrzehnt formte er bereits einen gewaltigen Braukonzern, Inbev, und kontrolliert heute den größten Bierbrauer Anheuser-Busch InBev – ein Konzern, der 2008 durch eine Fusion entstanden ist und weltweit über einen Marktanteil von rund 25 Prozent verfügt.

Vertrieben werden unter anderem die Biere Budweiser, Corona, Stella Artois, Beck's und viele lokale Marken. Der Aktienkurs des Bierkonzerns hat sich in den vergangenen fünf Jahren verdoppelt. Die Strategie der Größe ist also aufgegangen.

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Platz 4: LVMH

Bernard Jean Étienne Arnault (63) ist seit 1989 Chef des Luxusgüter-Konzerns LVMH Moët Hennessy Louis Vuitton (LVMH). Zu der Gruppe gehören Marken wie der Lederartikel-Hersteller Louis Vuitton, der Champagner-Fabrikant Moët & Chandon und der Cognac-Hersteller Hennessy.

Er besitzt knapp die Hälfte der Aktien von LVMH und knapp zwei Drittel der Stimmrechte. Zuletzt fiel der Milliardär dadurch auf, dass er Belgier werden will, was jedoch nicht klappen dürfte. Die Investmentbank Goldman Sachs kommt bei LVMH ins Schwärmen. Die Analysten sehen gute Chancen für die Luxusgüterindustrie insgesamt und LVMH im Speziellen. Die Empfehlung lautet: Kaufen.

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Platz 5: Oracle

Der Softwarekonzern Oracle ist das Werk von Larry Ellison. Der Gründer und Präsident des US-Konzerns liegt mit einem Vermögen von 36 Milliarden US-Dollar auf Platz 6 der Forbes-Liste der reichsten Menschen der Welt. Seine Firma hatte sich ursprünglich auf Software für Datenverwaltung spezialisiert und bedient mittlerweile auch sehr stark das Marktsegment für Unternehmenslösungen.

Schon lange ist Oracle der große Konkurrent des deutschen Software-Riesens SAP. Oracle-Chef Ellison attackiert regelmäßig den deutschen Rivalen – verbal wie durch Übernahmen. Dem Aktienkurs seines Unternehmens ist diese Wachstumsstrategie bisher gut bekommen. Während der Finanzkrise verdoppelte sich der Kurs – aus Sicht eines Euro-Anlegers – nahezu. Zuletzt steigerte Oracle den Überschuss um 18 Prozent.

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Platz 6: Antofagasta

Ein hierzulande weniger beachtetes Unternehmen ist der Bergbaukonzern Antofagasta. Sein Name stammt von der gleichnamigen Stadt im Norden von Chile. Rund 300.000 Menschen wohnen in dem „Dorf am großen Salzsee“, wie der Name übersetzt heißt.  

Der Konzern begann bereits 1888 als Eisenbahngesellschaft. Seit 1980 ist das Unternehmen mehrheitlich im Besitz der Milliardärsfamilie Luksic aus Chile. Hauptsitz der Gesellschaft ist heute London, die Aktie ist dementsprechend auch im FTSE-100-Index gelistet.

In den vergangenen fünf Jahren erwirtschaftete Antofagasta aufgrund des dramatischen Anstiegs des Kupferpreises auf den Weltmarkt hohe Gewinne. Der Preis stieg von rund 3000 Dollar auf zeitweise bis zu 10.000 Dollar. Als Hauptfaktor für die Preisentwicklung beim Kupfer gilt China. Das Riesenreich benötigt rund 40 Prozent der weltweiten Kupferförderung. Viele Analysten setzen daher für 2013 auf steigende Kupferpreise, da die Infrastruktur in China weiter ausgebaut werden dürfte.

Ein Aktienanalyst der Credit Suisse schätzt die Aktien des Bergbaukonzerns dennoch derzeit nur mit neutral ein. Die Finanzkrise meisterte die Aktie mit einem Gewinn von rund 66 Prozent – aus der Sicht eines Euro-Anlegers. Kontrolliert wird einer der größten Kupferproduzenten der Welt von Iris Fontbona und ihrer Familie. Iris Fontbona ist die zweite Frau von Andrónico Luksic, der 2005 gestorben ist.

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Platz 7: Hennes & Mauritz

Ähnlich gut wie die Aktie von Iris Fontbona hat sich auch das Papier von Stefan Persson entwickelt. Der Schwede ist mit dem Modekonzern Hennes & Mauritz groß geworden. Denn er ist der Sohn des Gründers Erling Persson. Anfang der 1980er-Jahre übernahm er leitende Funktionen in dem Unternehmen. Die Gruppe wird von ihm kontrolliert und ist mit 2.800 Läden in mehr als 40 Ländern aktiv.

Innerhalb der vergangenen fünf Jahre stieg die Aktie um mehr als fünfzig Prozent. Sie wächst mit dem Unternehmen, das vor einem Jahrzehnt erst über rund 1.000 Filialen in 20 Ländern verfügte – also weniger als halb so kräftig war.

Die jüngsten Ergebnisse waren durchwachsen. Europas zweitgrößter Textilkonzern steigerte zwar den im vierten Geschäftsquartal um fünf Prozent auf 3,7 Milliarden Euro. Doch auf Basis von Läden, die mindestens ein Jahr alt sind, blieb der Umsatz im vierten Quartal unverändert.

Gegen Marktführer Inditex gehen die Schweden nun in die Offensive. Im Frühjahr eröffnet H&M eine neue Modekette unter dem Namen „& Other Stories“. Die Hoffnung dabei: Mit einem breiter gefächerten Filialangebot kommen vielleicht mehr Kunden. So möchte der Konzern dann auch den Umsatz weiter stetig steigern.

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Platz 8: Wal-Mart

Fast genauso gut wie H&M hat sich die Supermarktkette Wal-Mart entwickelt. Deren Besitzer tauchen gleich mehrfach unter den reichsten Personen der Welt auf. In der Bloomberg-Liste belegten sie 2012 die Plätze 12, 13, 15 und 16: Es sind: Christy Walton, Jim Walton, Rob Walton und Alice Walton.

Die enorm hohe Präsenz in der Liste der Superreichen ist kein Wunder, schließlich gehört die Supermarktkette zu den zehn wertvollsten Aktiengesellschaften der Welt, aktuell liegt der Konzern auf Platz sechs.

Die Hans-Böckler-Stiftung hat einmal das Rezept des Konzerns untersucht. Das Fazit lautet: „Wal-Marts Erfolgsgeschichte in den USA beruht auf einer gelungenen Umsetzung der Discount-Philosophie in einer strategisch günstigen Umgebung der Kleinstädte des Südens und Mittleren Westens: riesige Einkaufshallen in ländlichen Gebieten, günstige Grundstückspreise, niedrige Baukosten und billige Arbeitskräfte. Die stabile Vormachtstellung heute begründet sich darüber hinaus in einem hochtechnologischen Distributions- und Datenerfassungssystem und in der Macht eines Rieseneinkäufers über seine Zulieferer, um niedrige Einkaufspreise zu erzielen.“

Hinsichtlich der Arbeitsbeziehungen sei es dem Konzern in den USA durch eine Kombination einer vergemeinschaftenden Personalpolitik, gezielter Einschüchterung und bewusst gewerkschaftsfeindlicher Positionen gelungen, jegliche gewerkschaftliche Organisierung zu verhindern. Die Profitabilität des Unternehmens ergebe sich dabei nicht nur aus einer gelungenen Strategie der Marktpräsenz in ländlichen Regionen und einer ausgefeilten Warenwirtschaft, sondern auch auf Kosten der Beschäftigten, deren Arbeits- und Lohnbedingungen auf unterstem Niveau liegen.

Die Prognose der Wissenschaftler: „Kurz- und langfristig wird Wal-Mart durch seine Niedrigpreispolitik und durch seinen beispiellosen Druck auf die Hersteller den Wettbewerb zwischen den Einzelhandelsunternehmen weiter verschärfen. Von diesen Faktoren wird es abhängen, ob Wal-Mart in Zukunft die beabsichtigte Rolle eines Trendsetters innerhalb der Branche übernehmen kann, der dauerhaft Standards in Fragen der Preispolitik, der Hersteller-Zulieferer-Beziehungen und der Vertriebssysteme setzt.“

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Platz 9: Google

Marktmacht ist auch ein Thema beim Internetkonzern Google. Im Streit mit der EU um den Vorwurf unlauterer Geschäftspraktiken hat der Suchmaschinenanbieter Google zuletzt konkrete Zugeständnisse gemacht. Die EU-Kommission verdächtigt Google, seine marktbeherrschende Stellung auszunutzen. Die Kartellwächter gehen der Anschuldigung nach, der Internet-Riese reihe bei der Anzeige von Suchergebnissen eigene Dienste vor Angeboten von Wettbewerbern ein und benachteilige sie dadurch.

Das vergleichsweise junge Unternehmen hat bereits zwei Personen in die Top-Milliardäre gebracht: Larry Page und Sergey Brin. Sie gehören zu den 30 reichsten Personen auf der Welt. Gegründet hatten sie das Unternehmen als Web-Suchmaschine - ein Start-up zweier Studenten. Im Laufe der vergangenen Jahre wandelte sich der Konzern zu einem globalen Schwergewicht in der Online-Werbung und in der mobilen Internetwelt. Google betreibt die größte Internet-Videoplattform der Welt, die erfolgreichste Suchmaschine und den beliebtesten Kartendienst, Google Maps.

Den Softwareanbieter Microsoft hat Google schon längst hinter sich gelassen. Nun heißt das Ziel Apple. Das Google-Betriebssystem Android für Smartphones ist frei für jeden zugänglich. Der Apple-Konkurrent Samsung schaffte mit Googles Android den Durchbruch zur Nummer eins im Mobiltelefonmarkt. Der App-Store für Android-Smartphones holte sogar in knapp drei Jahren den gewaltigen Vorsprung von Apples iPhone-Appstore ein. Daran seien Microsoft und Blackberry bis heute gescheitert, wie der Handelsblatt-Experte Axel Postinett feststellt.

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Platz 10: L'Oreal

Zu den Top-Ten der Superreichen-Aktien gehört schließlich noch der Kosmetikkonzern L’Oreal. Dessen Haupteignerin Liliane Bettencourt ist die reichste Frau Frankreichs und Inhaberin des drittgrößten Vermögens in Frankreich überhaupt. Mit 20 Milliarden Dollar steht sie auf Platz 17 der Forbes-Liste der reichsten Menschen der Welt.

Im vergangenen Jahr schied sie als 89-Jährige aus dem Verwaltungsrat des Konzerns aus. Bettencourt ist seit Jahren in Familienzwistigkeiten verwickelt, die in aller Öffentlichkeit ausgetragen wurden. So geht es etwa um ihre Entmündigung, die von einem Gericht bestätigt worden war. Außer Steuerhinterziehung wurde Liliane Bettencourt illegaler Spenden an die konservative Regierungspartei UMP in Frankreich beschuldigt.

Der weltgrößte Kosmetikhersteller L'Oreal stellte zuletzt fest, dass der jahrelange Booms bei Luxus-Produkten abflaue. Auch in Asien nehme die Nachfrage nicht mehr so rasant zu wie bislang. Ein Luxus-Problem, denn L'Oreal verbuchte im dritten Quartal 2012 einen Umsatzanstieg von knapp fünf Prozent auf 5,5 Milliarden Euro. Die Luxussparte legte nur noch um knapp sieben Prozent zu - nach neun Prozent im zweiten Quartal und gut zwölf Prozent zu Jahresanfang. Der Konzern ist unter anderem bekannt für Marken wie Vichy, Lancome, Cacharel und Garnier.

Der Konzern wandelt sich. 2012 dürfte der Umsatzanteil der Neuen Märkte in Asien, Osteuropa, Lateinamerika und Afrika den Umsatz des Heimatmarkts Westeuropa überholen. Bislang stehen beide Bereiche für gut 38 Prozent des Umsatzes mit Kosmetik. Bei weitem wichtigster Umsatzbringer sind die Konsumentenprodukte in Supermärkten und Drogerien. Weitere Vertriebskanäle sind Parfümerien für Luxusprodukte und professionelle Anwender wie Friseure und Kosmetiker. L'Oréal setzte 2011 gut 20 Milliarden Euro um, davon eine Milliarde in Deutschland.

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Nicht alle Superreiche können jedoch mit ihren Aktien zufrieden sein. Etliche entwickelten sich deutlich schlechter als einschlägige Aktienindizes. Entweder stiegen sie in den vergangenen fünf Jahren nur wenig oder aber sie verloren an Wert. In der Fünfjahresbetrachtung landen daher sogar einige bekannte Namen wie Warren Buffett oder Bill Gates auf den hinteren Plätzen.

Platz 11 und 13: Hutchison Whampoa / Cheung Kong Holdings

Asiens reichster Mann Li Ka-Shing ist gleich mit zwei Aktien in den Top 20 vertreten, beide gehören jedoch zum hinteren Feld. Seit den 1940er-Jahren hat sein Gespür für gute Geschäfte bewiesen. Die amerikanischen Hausfrauen der frühen 60er-Jahre kauften praktische Plastikblumen in Massen von ihm, um ihre Einfamilienhäuser zu verschönern - und machten ihn damit zum Millionär. Inzwischen umfasst sein Reich Einzelhandelsketten sowie Gas-, Wasser und Straßennetze in Australien oder Kanada, die er von seiner Zentrale in Hongkong aus verwaltet.

Li kommt vom chinesischen Festland, hat aber immer von Hongkong aus operiert. Nach seinen Erfolgen mit Plastikblumen zog er sich rasch aus der Branche zurück, denn er ahnte, dass die Mittelklasse schon bald wieder echte Blumen bevorzugen würde. Statt dessen investierte er in Immobilien und profitierte vom Flüchtlingsstrom aus dem kommunistischen China. Während des Aufstiegs Ostasiens zur Werkbank der Welt stieg er im großen Stil in die Industrie ein.

Noch bevor das Handyzeitalter richtig aufkam, steckte Li dann viel Geld ins Mobilfunkgeschäft. Er war hier die versteckte Schlüsselfigur bei der umstrittenen Übernahme von Mannesmann durch Vodafone. Im Jahr 2000 ließ sein Flaggschiff-Unternehmen Hutchison Whampoa den Fusionsverhandlungen durch die Zahlung von 62 Millionen Euro an Prämien für das Mannesmann-Management die entscheidende Wende gegeben.

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Platz 12: Berkshire Hathaway

Der Investor Warren Buffett und sein Investmentvehikel Berkshire Hathaway sind legendär. Jährlich pilgern Zehntausende Anleger zu seiner Hauptversammlung Anfang Mai in Omaha und lauschen seinen Weisheiten. Sein Investitionsstil ist sehr konservativ, grundsätzlich kauft er nur, was er auch versteht. Von Internetaktien ließ er daher lange Zeit die Finger.

In den vergangenen fünf Jahren ist seine Aktie auf Euro-Basis eher schlecht als recht gelaufen. Das hat jedoch wenig zu sagen. Die Bewertung von Berkshire Hathaway ist zudem sehr schwierig, weil in der Gruppe sehr viele unterschiedliche Unternehmen aus zahlreichen Branchen zusammengefasst sind. Ein Schwerpunkt liegt zwar auf Versicherungen, doch tatsächlich ist Berkshire ein Mischkonzern. Vor allem ist Berkshire jedoch auch ein Vehikel, über das Buffett seine Investitionen tätigt. Der Erfolg dieser Geldanlagen ist oft nicht in Jahresperioden zu messen, sondern zeigt sich mitunter erst nach Jahren.

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Platz 14: Microsoft

Der Gründer des Softwarekonzerns Microsoft, Bill Gates, ist inzwischen ein guter Freund von Warren Buffett. Gates investiert inzwischen sein Geld sehr breit und ist auch als Spender bekannt geworden. Gates ist noch mit sechs Prozent an Microsoft beteiligt, das macht aber nur ein Viertel seines Vermögens aus. Sein Konzern verdient zwar noch viel Geld, hat seine Spitzenstellung in der Computer- und Internetwelt jedoch inzwischen an Google und Apple abgegeben. Dies zeigt sich auch während der Finanzkrise.

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Platz 15: Henderson Land

Lee Shau Kee zählt nach der Liste des Forbes Magazins zu den reichsten Menschen der Welt. In der Weltrangliste belegt er mit 17 Milliarden Dollar Platz 22. Hongkongs reichster Mann ist durch Immobiliengeschäfte groß geworden. Henderson Land ist über das Immobiliengeschäft hinaus in der Hotelbranche, als Internetdienstleister und mit der Firma Hong Kong and China Gas Company in der städtischen Gasversorgung aktiv.

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Platz 16: Thomson Reuters

Der Medienkonzern Thomson Reuters wird von Kanadas reichster Familie kontrolliert. Deren Patriarch David Thomson hat sein Geld aber auch in Rohstoffe, Telekommunikation und Immobilien investiert.

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Platz 17: Kingdom Holding

Prinz Alwaleed wird auch gerne der Warren Buffett Arabiens genannt. Wie beim großen Investor aus Amerika hat sich auch sein Kernunternehmen nicht so glänzend entwickelt, wie die Aktien anderer Superreiche. Der Prinz besitzt 95 Prozent von Kingdom Holding.

Die in Riad börsennotierte Gesellschaft ist vor allem in Hotels, saudischen Immobilien und Aktien investiert. Sie ist der größte Einzelaktionär bei der US-Großbank Citigroup und bei anderen amerikanischen Firmen stark investiert. Der Prinz besitzt zudem 80 Prozent an Rotana, einer großen Mediengesellschaft im Nahen Osten. Persönlich gehören ihm Privatflugzeuge, Juwelen und eine Superyacht.

Europa macht der wichtigste arabische Investor derzeit aber wenig Hoffnung: Prinz Al-Walid sieht zwar große Reformanstrengungen auf dem alten Kontinent. Doch für seine Investments hier sei es noch zu früh: „Einige Dinge sind jetzt billig. Aber sie könnten noch billiger werden. Die Krise ist noch nicht vorbei. Es gibt keine Eile“, sagte Al-Walid.

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Platz 18: Las Vegas Sands

Shelson Adelson ist Mehrheitsaktionär von Las Vegas Sands, der größten Kasinogesellschaft der Welt. Er betreibt nicht nur in den USA Spielhöllen, sondern auch im chinesischen Macao und Singapur. Gerne würde der Kasino-Tycoon auch in Europa ein „Mini-Las-Vegas“ bauen – entweder in Madrid oder Barcelona. Nun erhielt er von der autonomen Region Madrid die Zustimmung.

Das Projekt soll nach spanischen Medienberichten zwölf Hotelkomplexe mit insgesamt 36.000 Zimmern, sechs Kasinos mit 1065 Roulette-Tischen und 18.000 Spielautomaten, neun Theater, bis zu drei Golfplätze und ein Stadion mit 15.000 bis 17.000 Plätzen umfassen. Das Vorhaben, das er bereits seit mehr als fünf Jahren verfolgt, ist allerdings in Spanien sehr umstritten.

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Platz 19: Reliance Industries

Mukesh Ambani ist nach Angaben von Bloomberg der reichste Mann aus Indien. Er besitzt 44 Prozent von Reliance Industries. Das Unternehmen operiert weltweit im Öl- und Gasgeschäft. Über Reliance will er jedoch in Indien auch ein Mobilfunknetzwerk, das 700 Städte umfassen soll.

„Wir rollen Märkte durch radikale Paradigmenwechsel auf“, erklärt er sein Erfolgsrezept. Er will Indiens rückständigste Wirtschaftsbereiche in Goldgruben verwandeln: Einzelhandel, Landwirtschaft und Städtebau. Moderne Technik und massiver Kapitaleinsatz versprechen dort hohe Effizienzgewinne und damit Profite.

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Platz 20: Arcelor Mittal

Lakshmi Mittal ist in Indien geboren und besitzt 41 Prozent des Stahlkonzerns Arcelor-Mittal, des größten Stahlherstellers der Welt. Das Geschäft lief im vergangenen Jahr jedoch gar nicht gut. Das zeigt sich nicht daran, dass Mittal mit seiner Aktie das Schlusslicht bildet unter den 20 Superreichen-Aktien. Auch die Zahlen für 2012 bestätigen dies.

Die Schuldenkrise in Europa und die Wirtschaftsflaute in China haben dem Stahlkonzern 2012 einen milliardenschweren Verlust eingebrockt. Unter dem Strich stand ein Minus von 3,73 Milliarden Dollar in den Büchern. 2011 hatte Arcelor-Mittal noch 2,26 Milliarden Dollar Gewinn erzielt. Für das laufende Jahr ist der Branchenprimus jedoch wieder optimistischer: Der Einbruch in Europa werde sich abbremsen und auf den wichtigen Märkten in China und Brasilien springe der Wachstumsmotor wieder an.

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Kommentare zu " Aktien der Milliardäre: So meistern Superreiche die Finanzkrise"

Alle Kommentare
  • ...dann maile am bessten mal an die redaktion. Um nicht nur die krise zu überstehen,sondern auch das gesamte leben,ink. seinen bedürfnissen, abzusichern - benötigen sie aber eigenkapital, ohne dem geht es wohl nur sperrlich.

  • wenn interessiert es, wie dieses Superreichen die Finanzkrise überstehen. Mit soviel Geld ist das doch keine Kunststück, ein uninterssanter, dummer Beitrag

  • " Genauso habe ich es geschafft, in jungen Jahren mit 70-80 Stunden-Wochen, viel Arbeit, jahrzehnten keinen Urlaub"

    Welche ein lebenswertes Leben.

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