Aktien Ein großartiges Jahr für Milliardäre

Größter Gewinner unter den 100 Superreichen ist Amancio Ortega. Der Gründer der Textilkette Inditex profitierte vom Höhenflug seiner Aktie. Doch an die beiden Reichsten kommen weder er noch Starinvestor Buffett heran.
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Amancio Ortega: Der reichste Europäer kommt ausgerechnet aus Spanien. Während sein Land im Schuldensumpf zu versinken droht, konnte Amancio Ortega sein Vermögen im letzten Jahr deutlich steigern und Warren Buffett vom Treppchen unter den reichsten Menschen schubsen. Seine Haupteinnahmequelle ist das Unternehmen Inditex – das größte Textilunternehmen der Welt. Quelle: Reuters

Amancio Ortega: Der reichste Europäer kommt ausgerechnet aus Spanien. Während sein Land im Schuldensumpf zu versinken droht, konnte Amancio Ortega sein Vermögen im letzten Jahr deutlich steigern und Warren Buffett vom Treppchen unter den reichsten Menschen schubsen. Seine Haupteinnahmequelle ist das Unternehmen Inditex – das größte Textilunternehmen der Welt.

(Foto: Reuters)

New YorkDas Vermögen der 100 reichsten Milliardäre der Welt ist im Verlauf des Jahres 2012 weiter deutlich gewachsen. Insgesamt stieg deren Vermögen um 241 Milliarden Dollar. Das ergibt der täglich ermittelte Bloomberg Billionaires Index.

Zum Handelsschluss der Finanzmärkte am 31. Dezember betrug das Vermögen der 100 Superreichen 1.900 Milliarden Dollar. Von den 100 Milliardären, die auf der Liste zum Jahresende auftauchen, mussten nur 16 einen Rückgang hinnehmen. Ihr Vermögen schrumpfte 2012 auf Jahresbasis gegen den Trend.

“Es war ein großartiges Jahr für die Milliardäre der Welt”, stellte Milliardär John Catsimatidis von der Red Apple Group Inc. laut einer E-Mail von den Bahamas fest, “und 2013 wird es weiter um Investmentchancen rund um den Globus gehen, und nicht zwangsläufig in den USA.”

Größter Gewinner unter den 100 Reichsten war Amancio Ortega, der Gründer der spanischen Textilkette Inditex SA. Das Vermögen des 76 Jahre alten Tycoons nahm um 22,2 Mrd. Dollar auf 57,5 Mrd. Dollar zu, wie aus den Angaben hervor ging. Die Aktien von Inditex legten 2012 um 66,7 Prozent zu.

Es handele sich um ein außergewöhnliches Unternehmen, das sich sehr gut entwickele. Der Aktienkurs sei angesichts dessen durchaus gerechtfertigt, sagte Analyst Christodoulos Chaviaras von der Barclays Plc in London, der die Aktie seit rund einem Jahr als “Equal Weight” einstuft. Es bleibe nun die Frage, ob eine solche Leistung zu wiederholen sei. “Es wird jedenfalls schwerer werden”, sagte er, “denn viele der positiven Nachrichten sind bereits in den Kurs eingeflossen”.

Weltweit sind die Aktienkurse im abgelaufenen Jahr gestiegen. So gewann der globale MSCI World Index 13,2 Prozent und beendete das Jahr bei 1338,50 Punkten. Der US-Index Standard & Poor's 500 gewann 13,4 Prozent und schloss mit 1426,19 Punkten.

In Europa erwies sich insbesondere die zweite Jahreshälfte als gute Börsenzeit. Seit dem 4. Juni ist der Stoxx Europe 600 um 19,6 Prozent gestiegen. Der Index leitete den Aufschwung ein nach der Ankündigung unbegrenzter Bondkäufe durch die EZB. Aber auch auf Jahressicht 2012 war das Plus von 14,4 Prozent das stärkste Wachstumsjahr seit 2009.

Wie der reichste Mann der Welt sein Vermögen mehrte

Telekommagnat Carlos Slim, der den mexikanischen Konzern America Movil SAB kontrolliert, blieb über den Verlauf des ganzen Jahres die reichste Person der Welt. Der 72-jährige vergrößerte sein Vermögen um 13,4 Milliarden Dollar oder 21,6 Prozent. Er ist damit in absoluter Summe der zweitstärkste Gewinner des Jahres.

Dabei konnten die Gewinne aus seinen Industrie- und Finanzunternehmen wie Grupo Carso SAB und Grupo Financiero Inbursa die Verluste bei America Movil mehr als ausgleichen. Der Aktienkurs des bei der Kundenzahl größten Mobilfunkbetreibers in Amerika sank um 5,8 Prozent auf 14,9 Peso.
Der US-Softwaremogul Bill Gates bleibt hinter Slim die zweitreichste Person. Der Abstand beträgt 12,5 Milliarden Dollar. Microsoft-Aktien waren lediglich 2,9 Prozent gestiegen, sie tragen aber auch nur zu 20 Prozent zum Vermögen ihres Gründers bei.

Ein spendabler Milliardär zum Anfassen
Gates passes by the Brandenburg Gate in Berlin
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Mit Viren kennt sich Bill Gates aus: Als Microsoft-Chef musste der Milliardär stets dafür sorgen, seine Software vor Virenangriffen zu schützen. Seit seinem Rückzug aus der Unternehmensleitung setzt der Unternehmer sein Vermögen zur Behandlung und Bekämpfung von Krankheiten in der ganzen Welt ein. Hierfür hat Gates über 30 Milliarden Dollar in die Bill & Melinda Gates Stiftung gesteckt. Bei seinem Besuch in Berlin forderte Gates von Deutschland, die Entwicklungszusammenarbeit weiter auszubauen.

Founder of Microsoft Bill Gates visits
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Bei seinem Besuch im Kanzleramt sprach Gates mit Angela Merkel über die Beteiligung Deutschlands über eine Aufstockung von "intelligenten Entwicklungsprogrammen". Laut Gates könnten alle Kinder auf der Welt gegen lebensbedrohliche Krankheiten geimpft werden, wenn Staaten wie Deutschland die Mittel für Entwicklungshilfe auf 0,7 Prozent des Bruttosozialprodukts erhöhen würden.

Bill Gates stellt Kampagne "Living Proof" vor
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Zusammen mit Bundespräsident Christian Wulff (2.v.r.) stellte Gates in Berlin die Kampagne "Living Proof" vor. Sie soll die "verbreiteten Vorurteile über Entwicklungszusammenarbeit" widerlegen.

Microsoft-Gruender Bill Gates zu entwicklungspolitischen Gespraechen in Berlin
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Gemeinsam mit Entwicklungshilfeminister Dirk Niebel (FDP, 2.v.l.) unterzeichnete Gates bei seinem Berlin-Besuch eine Vereinbarung zur engeren Zusammenarbeit zwischen dem Bundesministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung und der Gates-Stiftung.

Microsoft-Gruender Bill Gates zu entwicklungspolitischen Gespraechen in Berlin
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Nach der Unterzeichnung, posieren für die Kameras. In den Gesprächen mit Niebel und Merkel warb der Ex-Microsoft-Chef auch für eine Aufstockung der Mittel für das Impfprogramm GAVI (Global Alliance for Vaccines and Immunisation). Am Ende gab's 14 Millionen Euro von der Bundesregierung.

Bill Gates stellt Kampagne "Living Proof" vor
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Fototermin vor dem Brandenburger Tor: Zusammen mit Jugendlichen der Lobby- und Kampagnenorganisation One machte Gates auf seine Kampagne "Living Proof" aufmerksam. In Deutschland arbeitet die Gates-Stiftung mit One zusammen, um die "Erfolgsgeschichte intelligenter Hilfe" zu verbreiten.

Bill Gates bekommt Transatlantic Partnership Award
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Später galt es dann noch einen Preis entgegenzunehmen. Für sein soziales Engagement erhielt Gates (M.) den "Transatlantic Partnership Award" von Fred Irwin (r.), Chef der US-amerikanischen Handelskammer und von US-Botschafter Philip Murphy (l.) überreicht.

Der mittlerweile 82 Jahre alte Warren Buffett hat seinen Titel als drittreichster Mann am 6. August an Ortega abgegeben. Der Chairman der Investmentholding Berkshire Hathaway machte im Jahresverlauf 5,1 Milliarden Dollar - obwohl er 22,3 Millionen Klasse-B-Aktien für einen guten Zweck im Juli spendierte.
Zugleich setzt sich Buffett für höhere Steuern für Hochverdiener ein. Bei Einkommen über einer Million Dollar solle die Mindestbesteuerung 30 Prozent betragen und ab zehn Millionen 35 Prozent, forderte er im November im Gespräch mit Charlie Rose bei Bloomberg. Die Besteuerung soll progressiv erfolgen. “Wenn jemand 15 oder 20 Millionen oder auch 200 Millionen verdient, und nur zehn Prozent Steuern bezahlt, dann sollte etwas getan werden”, sagte er.

Fünftreichster Milliardär ist laut der Bloomberg-Liste der IKEA-Gründer Ingvar Kamprad mit einem Vermögen von 42,9 Milliarden Dollar. Im Jahre 2012 wuchs sein Vermögen um 16,6 Milliarden Dollar.

Wachwechsel in Brasilien

Der Brasilianer Eike Batista war in diesem Jahr der größte Verlierer unter den globalen Top-Verdienern und verlor 10,1 Milliarden Dollar. Er fiel mit 12,4 Milliarden Dollar auf den 75. Platz zurück und muss damit einen Rückschlag hinnehmen. Noch vor einem Jahr hatte er angekündigt, bis 2015 die Spitzenposition anzustreben.

Auch den Titel als reichster Brasilianer musste er abgeben, und zwar an den 73 Jahre alten Bankier Jorge Paulo Lemann. Dieser belegt mit seinem Vermögen von 18,8 Milliarden Dollar den weltweit 37. Platz in der Rangliste der 100 Topreichen.

Zweitreichste Person aus Brasilien ist laut dem Bloomberg-Ranking Dirce Camargo, die Matriarchin hinter dem Konzernkonglomerat Camargo Correa SA aus Sao Paulo. Die Gruppe ist tätig in der Zementherstellung und der Stromerzeugung und nicht zuletzt bei den Badeschuhen namens Havaianas. Ihr Vermögen beträgt 13,4 Milliarden Dollar.

Camargo ist eine von 54 Milliardären, die im Laufe des Jahres erstmals im Ranking von Bloomberg geführt werden.

Unter den anderen Neuzugängen findet sich auch Hamdi Ulukaya, der 40-jährige türkischstämmige Inhaber des Joghurtherstellers Chobani, der erfolgreichsten Joghurtmarke in den USA. Ebenfalls neu sind Nathan Kirsh aus Südafrika und Elaine Marshall, die mit ihrem 14,6 Prozent an Koch Industries die viertreichste Frau in Amerika ist. Ihr Vermögen beläuft sich auf 14,1 Milliarden Dollar.

Der Bloomberg Billionaires Index stellt die reichsten Milliardäre der Welt auf Basis von Märkten und Wirtschaftsdaten dar und wird täglich um 17.30 Uhr New Yorker Zeit tagesaktuell ermittelt.

 


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5 Kommentare zu "Aktien: Ein großartiges Jahr für Milliardäre"

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  • Ob arm, ob reich, jeder gibt irgendwann den Löffel ab! Und da kann man als Verbrecher-Milliardär nur hoffen das es kein göttliches Gericht gibt! lol

  • Es wäre mal viel interessanter und aufschlußreicher, hier mal etwas über die einflußreichsten Familien auf diesem Planeten zu lesen und wie sie durch ihre Macht und ihr Geld Einfluß auf Politik, Gesellschaft, Demokratie, Geldsystem, Finanzmärkte und Wirtschaft nehmen!
    Man sollte auch ihre Beziehungen und Verflechtungen zu/mit den „Illuminaten & Bilderbergern“ recherchieren und öffentlich darstellen - traut sich da ein Journalist ran???

    Über die Familien-Dynastien der:
    Rothschild, Warburg, Rockefeller, DuPont, Russell, Onassis, Bundy, Freeman, Kennedy, Collins, Astor, Li, ???

  • Die reichste Persion der Welt ist die Königin von England. Alleine nur ihr Reichtum durch Grund und Bodenbesitz (mit Bodenschätzen) wird nur durch den russischen Staat übertrumpft.

    Alle anderen Liste sind Statsitiken die man sich selber fälschen kann.

  • Man sagt hier besser nichts, denn sonst heißt es wieder Sozialneid oder Neiddebatte.

  • Man sagt hier besser nicht, denn sonst heißt es wieder Sozialneid oder Neiddebatte.

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