Aktien in der Euro-Krise
Griechenland für Zocker

Die Verhandlungen im Schuldenstreit laufen, doch der Markt ist bereits optimistisch: Schon jetzt greifen die ersten wagemutigen Investoren bei griechischen Aktien zu. Privatanlegern raten Experten aber zur Vorsicht.
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DüsseldorfEs ist ein Krimi, der sich derzeit in Brüssel abspielt: Nur noch bis Montag (16.2.) hat Griechenland Zeit, sich mit der EU auf einen Kompromiss zu einigen. Dann läuft die Frist für eine Verlängerung der EU-Hilfen aus. Griechenland droht dann die Staatspleite und ein Ausscheiden aus der Euro-Zone, auch „Grexit“ genannt. Doch zuletzt mehrten sich die Zeichen der Hoffnung. Seit heute sprechen Vertreter der griechischen Regierung mit Experten der EU-Kommission, der Europäischen Zentralbank (EZB) und des Internationalen Währungsfonds (IWF) über Einzelheiten einer neuen Vereinbarung.

Schon setzen die ersten Zocker auf die Renaissance des griechischen Aktienmarkts. Der hatte in den letzten Monaten massiv unter der politischen Unsicherheit gelitten. Allein seit September büßte der Athener Leitindex der 60 größten Unternehmen ein Drittel seines Werts ein. In den vergangenen Wochen spiegelten große Schwankungen beim Leitindex die allgemeinen Nervosität der Investoren wider. Bankaktien hatten über Monate verloren. Doch seit einer Woche etwa geht es mit den Kursen wieder nach oben.

Offenbar sind Marktteilnehmer optimistisch, dass der Wille zur Einigung sich am Ende durchsetzen könnte. „Der Markt geht von keinem Grexit aus, da keiner der Beteiligten, einschließlich der neuen griechischen Regierung, dies will“, ist sich Günther Welter, Fondsmanager bei Union Investment, sicher. Auch die Mehrheit der Griechen wolle den Euro behalten. Zuletzt hatten sich 80 Prozent der Griechen für den Euro ausgesprochen. Drei Viertel stehen laut Umfragen hinter Ministerpräsident Tsipras.

Schließlich glauben auch Anlageexperten nicht an den Grexit. Ulrich Stephan, Chef-Anlagestratege der Deutschen Bank, hält es für „unwahrscheinlich“, dass es unter Tsipras zu keiner Einigung kommt und Griechenland aus der Währungsunion aussteigt. François Gobron, Fondsmanager bei Generali, glaubt, dass die Spannungen „mittelfristig gelöst sein sollten“. Die Analysten der Bayerischen Landesbank erwarten „dass Griechenland im Euro-Raum bleibt“.

Angenommen also, Griechenland könnte den „Grexit“ vermeiden. Dann dürfte es immer mehr Investoren in den griechischen Markt treiben. Für risikogeübte Anleger könnten sich dann Einstiegschancen auftun. Allerdings raten Experten zur Vorsicht. „Die griechische Börse ist definitiv ein Investment mit hohem Risiko-Ertrag-Profil“, erinnert Fondsmanager Gobron. Die griechische Regierung müsse erst ein „ein stabiles, wirtschaftsförderndes Umfeld schaffen.“ Dann könnten solche Anleger über griechische Aktien nachdenken, „die hohe Volatilität tolerieren können“.

Auch Anlagestratege Stephan kann griechischen Aktien grundsätzlich etwas abgewinnen. Doch will auch er griechische Aktien frühestens dann empfehlen, wenn „sich eine erkennbare Wendung in der prekären Lage ergeben sollte“. Vorher würden die Risiken die Chancen noch überwiegen.

Kommentare zu " Aktien in der Euro-Krise: Griechenland für Zocker"

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  • die Zocker tun mir schon heute leid, und ich höre sie alle schon sowas von Jammern.

  • Ich war gestern im Casino und habe alles auf Rot gesetzt und gewonnen, +100% verbucht. Also ich bin als Anleger schon irgendwie genial.

  • Griechische Regierungen kommen und gehen, wir Aktionäre bleiben. Die
    Dividenden müssen stimmen der Rest ist doch egal.

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