Aktien-Seismograf
An der Börse kehrt Ruhe ein

Die starken Kursschwankungen, die in den vergangenen Monaten die Börsen kräftig durchgeschüttelt haben, werden schon bald deutlich weniger werden. Das zeigen die Berechnungen der Analysten des Fondshauses Invesco. Die Werte des Aktien-Seismografen sind auf einen neuen Tiefstand gefallen.

FRANKFURT. Die starken Kursschwankungen, die in den vergangenen Monaten bei einer Vielzahl von Aktien weltweit zu beobachten waren, werden schon bald deutlich weniger werden. Das zeigen die Berechnungen der quantitativen Analysten des Fondshauses Invesco. Der Aktien-Seismograf, der weltweit 3 000 Aktien beobachtet, zeigt in seiner neuesten Ausgabe lediglich 13 Titel und ist damit auf den niedrigsten Stand seit der erstmaligen Veröffentlichung im Frühjahr gesunken.

"Erstmals seit geraumer Zeit zeigt sich wieder eine neutrale Wertung von positiven zu negativen Indikatoren", sagt Michael Fraikin, Chef des Portfolio-Managements bei Invesco. Dabei werden bei allen 3 000 Einzelwerten die drei kurzfristigen Kriterien Gewinnrevisionen, Dynamik der Gewinnrevisionen und Trendumkehr sowie die drei langfristigen Punkte externe Finanzierung, relative Stärke und erwartete Gewinnrendite untersucht. Nur wer bei drei der sechs Kriterien auffällig geworden ist, erscheint auf der nebenstehenden Liste.

Dort sind inzwischen die europäischen Titel, von denen beispielsweise in den vergangenen Monaten auch der Düngemittelhersteller K+S oder die Lufthansa vertreten waren, fast komplett verschwunden. Einzig die Bank of Ireland ist dort noch vertreten. Bei den kurzfristigen Kriterien Gewinnrevision und Dynamik der Gewinnrevision sowie dem langfristigen Indikator erwartete Gewinnrendite zeigt die Bank den Analysten zufolge deutliche Auffälligkeiten, die auf kräftige Kursausschläge in näherer Zukunft schließen lassen. Nachdem die Aktie seit dem Frühjahr bereits rund 80 Prozent an Wert verloren hat, geben die quantitativen Analysten von Invesco zwar keine Kaufempfehlung. Von den Kollegen der Fundamentalseite, die sich im Gegensatz zur quantitativen Analyse nicht nur auf reines Zahlenwerk konzentrieren, kommen seit einigen Tagen jedoch erste Anzeichen der Entwarnung für die Aktie. Rohidt Chandra-Rajan von der Citigroup hat die Aktie von "verkaufen" auf "halten" nach oben gestuft und begründet dies damit, dass die Aktie derzeit auf dem Niveau nicht teuer sei, sofern die Liquiditätsprobleme aus dem Weg geräumt würden. Als Kursziel für die Aktie, die gestern 1,70 Euro kostete, hat er 5,10 Euro ausgegeben.

Eine Normalisierung sehen Analysten beider Fraktionen - also mit quantitativem Ansatz und von fundamentaler Seite - auch bei den Düngemittelherstellern. Aktien von K+S oder der kanadischen Potash of Saskatchewan standen im Frühsommer bereits auf der Liste der quantitativ auffälligen Werte bei Invesco und bestätigten anschließend auch mit einem heftigen Kursverlust diese Einschätzung. Dass die komplette Branche von der Liste der auffälligen Werte verschwunden ist, bestätigt den Experten zufolge, dass auf dem aktuellem Kursniveau der Abwärtstrend gestoppt ist. "Hier haben sich die Dinge wohl wieder normalisiert", sagt Michael Fraikin. Die K+S-Aktie hatte beispielsweise seit Juni rund zwei Drittel an Wert verloren.

Dafür sind Finanzwerte nach wie vor dort prominent vertreten. Vier der 13 auf der Liste enthaltenen Aktien stammen aus dieser Branche. Auffälligster Wert dabei ist die hierzulande wenig bekannte US-Bank Capitol Federal Financial, deren Aktienkurs sich in der Nähe des Jahreshochs befindet und die dennoch weiterhin überwiegend positive Indikatoren bei den Invesco-Analysten zeigt. Seit dem allgemeinen Kurssturz Anfang Oktober, dem sich die Aktie zwar nicht entziehen konnte, hat der Titel wieder kräftig zugelegt.

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