Aktien-Seismograf
Computer senden Warnsignale für Aktien

Trotz des Optimismus an den Börsen in den vergangenen Monaten: Die Daten der quantitativen Analysten zeigen fast überwiegend negative Ausreißer. Bei den nächsten Kurschwankungen dürfte es weitgehend nach unten gehen. Der Aktien-Seismograf erwartet besonders große Kursschwankungen bei Commerzbank, Infineon und Tui.

FRANKFURT. Der Optimismus, den die Börsen in den vergangenen Monaten gezeigt haben, deckt sich nur wenig mit den aktuellen Daten, die quantitative Analysten mit ihren Computern auswerten. "Das Ergebnis der jüngsten Auswertung zeigt fast überwiegend negative Ausreißer", sagt Nicole Schnuderl, Analystin beim auf diese Analyseform spezialisierten Fondshaus Invesco. Die Konsequenz daraus könnte sein, dass es bei den Werten, die in nächster Zeit übermäßig stark schwanken werden, vorwiegend nach unten geht.

Der Aktien-Seismograf, den Invesco jeden Monat exklusiv für das Handelsblatt berechnet, zeigt, dass in den kommenden Wochen wohl vor allem Aktien aus zyklischen Branchen wie Banken, Versicherungen, Freizeit und Tourismus für Turbulenzen besonders anfällig sein werden. Aus einem Universum von 3 000 Aktien weltweit haben die Computer diesmal 21 herausgefischt. Die weisen in den drei kurzfristigen Indikatoren Gewinnrevision, deren Dynamik und kurzfristiger Trendumkehr sowie den drei langfristigen Kriterien externe Finanzierung, erwartete Gewinnrendite und langfristige relative Stärke Besonderheiten auf. Wer bei drei der sechs Indikatoren Auffälligkeiten zeigt, erscheint auf der Liste.

Besonders ins Auge sticht diesmal, dass mit der Commerzbank, Infineon und Tui erstmals gleich drei deutsche Aktien darunter vertreten sind. Wobei die Commerzbank dem Computer gleich in den vier Kriterien Dynamik der Gewinnrevision, kurzfristige Trendumkehr, erwartete Gewinnrendite und langfristige relative Stärke auffiel. Die Commerzbank-Aktie, die sich zwischen März und Mai auf mehr als sechs Euro verdreifacht hatte, hat zuletzt wieder deutlich bis auf 4,40 Euro verloren. Vonseiten der Fundamentalanalysten, die neben den reinen Zahlen auch den direkten Kontakt mit Unternehmen und Management suchen, sind die Aussagen hinsichtlich weiterer Schwankungen jedoch zuletzt weitaus weniger geworden. Katharina Eberle vom Bankhaus Lampe hat ihr Urteil Ende vergangener Woche von "verkaufen" auf "halten" angehoben und sieht unter anderem das angekündigte Drei-Punkte-Programm Roadmap 2012, mit dem man sich strategisch, operativ und personell neu aufstellen will, als positiven Indikator.

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