Aktien zu billig verkauft
Erneute Panne an der Börse Tokio

Zum wiederholten Male ist es der Börse Tokio nicht gelungen, einen Handelsfehler rechtzeitig zu erkennen und zu stoppen. Das japanische Brokerhaus Tachibana Securities hatte versehentlich eine Verkaufsorder über 2 600 Aktien des Internetanbieters Adways platziert – zu einem Bruchteil des Marktpreises.

Bloomberg TOKIO. Adways hatte am Dienstag an der Börse debütiert, bei einem Ausgabekurs von 1,4 Mill. Yen pro Aktie. Das Verkaufsangebot des Brokers belief sich aber nur auf 1670 Yen pro Aktie. Doch kein System schlug Alarm.

Die Börse stoppte den Handel mit den Adways-Aktien nach einer Minute, nachdem ein zu starkes Missverhältnis zwischen Kauf- und Verkaufsorders vorlag. Zu dem Zeitpunkt hatte das Brokerhaus bereits 1 482 Adways-Aktien, die es gar nicht besaß, für bis zu 1,47 Mill. Yen je Aktie verkauft. Tachibana muss sich jetzt mit den Aktien eindecken, um sie liefern zu können.

Das Brokerhaus Tachibana Securities hatte eigentlich Aktien des Unternehmens CDG verkaufen wollen, einem Börsenneuling, der sich ebenfalls am Dienstag auf das Parkett wagte, erklärte Tachibana-Vizepräsident Takahiro Tsuchiya in einer Pressekonferenz. Die beiden Unternehmen haben ganz ähnliche vierstellige Kenn-Nummern, nur die letzte der vier Ziffern ist anders.

„Es ist deutlich geworden, dass sowohl ein Brokerhaus als auch die Börse ihre Systeme immer noch nicht verbessert haben, um einen solchen Fehler zu verhindern“, sagte Hiroyoshi Nakagawa, Vermögensverwalter bei Société Générale Asset Management in Tokio. „Das Hauptproblem ist, dass ein Broker eine falsche Order platziert hat.“

Bereits im vergangenen Jahr war es zu mehreren solcher „fat finger“-Fehler gekommen. So hatte eine fehlerhafte Platzierung die Brokertochter von Mizuho Financial Group Inc. im Dezember 40,5 Mrd. Yen (280 Mill. Euro) gekostet. Eine Fehlfunktion des Handelssystems der Börse hatte zehn Minuten lang verhindert, dass Mizuho die fehlerhafte Order streichen konnte.

Im Februar hatte die Börse dann zugesichert, bis April ihr System dahingehend verbessert zu haben, dass solche Fehler nicht mehr passieren könnten. Außerdem sollten die Systeme für Order, Transaktionen und die Datenweitergabe besser koordiniert werden.

„Die Börse Tokio arbeitet daran, ein System einzuführen, so dass eine Order blockiert wird, bei der die Differenz zwischen Angebot und tatsächlichem Marktwert des Unternehmens zu groß ist“, erläuterte Tomoharu Nakao, ein Sprecher der Börse. „Dieses System, das bis Ende des Monats eingeführt sein dürfte, hätte den heutigen Fehler verhindert.“

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