Aktienindizes
Dow Jones - Ein Mythos steht zum Verkauf

Der Dow-Jones-Index war immer schon ein Gradmesser für den Aufstieg der USA zur Weltwirtschaftsmacht und ein Name, der für die Wall Street steht, wie kein zweiter. Jetzt denkt Rupert Murdoch, dessen Firma News Corp der Dow gehört, über einen Verkauf der Indexsparte nach. Der bekannteste Börsenindex der Welt im Profil.

DÜSSELDORF. Als der Dow Jones Industrial Average (DJIA) am 26. Mai 1896 zum ersten Mal berechnet wurde, lag er bei 40,94 Dollar. Zwölf Industrieunternehmen wählte der Journalist Charles Dow aus, um die Entwicklung der Branche in den Zeiten der Industrialisierung besser verfolgen zu können. Dow veröffentlichte seinen Index in dem von ihm und seinem Kollegen Edward Jones herausgegebenen „Customers Afternoon Letter“. Aus der Zeitung, die damals noch von Hand an jeden Abonnenten verteilt wurde, entwickelte sich wenige Jahre später das "Wall Street Journal". Auf die noch heute gültige Zahl von 30 Unternehmen wurde der Dow im Oktober 1928 erweitert.

In seiner über 100-jährigen Geschichte begleitete der DJIA Amerika durch Rezessionen, Kriege und Krisen. So fiel er im Oktober 1929 zu Beginn der Weltwirtschaftskrise um rund zwölf Prozent an einem Tag auf 260 Punkte. Was damals zwar bloß einem Verlust von 38 Punkten entsprach, hatte für die Wirtschaft katastrophale Folgen.

In den vergangenen Jahren unterlag der Index extremen Schwankungen. So fiel er von einem Rekordhoch bei 14 000 Punkten im Oktober 2007 auf unter 7 000 Punkte im März 2009. Mittlerweile hat sich der Dow Jones wieder bei rund 9 500 Punkten eingependelt.

Geschuldet waren diese extremen Sprünge besonders der unsicheren Wirtschaftslage während der Finanzkrise. In deren schlimmster Phase sackte der Dow am 29. September 2008 um 777 Punkte ab. Dieser Einbruch um sieben Prozent ist bis heute der höchste Punktverlust an einem Tag.

Trotz dieser kurzfristigen negativen Schwankungen bildet der DJIA seit seiner Einführung einen eindeutigen Trend ab. Und der geht stetig nach oben. Durchschnittlich 5,3 Prozent Ertrag brachte der Dow pro Jahr im 20. Jahrhundert. Frei von Kritik ist der berühmteste und am häufigsten erwähnte Aktienindex aber nicht. Häufig wird ihm vorgeworfen, er bilde die Marktlage nicht genau genug ab. Das liegt zum einen an der Auswahl der enthaltenen Unternehmen, zum anderen an der Berechnungsweise.

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