Aktienkultur in Investmentclubs
Gemeinsam auf Renditejagd

In über 6 400 Aktionärsclubs sind Anleger in Deutschland aktiv, in kleinsten Vereinen oder professionell geführten Investmentclubs. Gemeinsam geht man dort auf die Jagd nach ordentlichen Renditen - ohne Bevormundung durch Banken oder Fonds.
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KÖLN. Wer sich bei der Geldanlage nicht von Banken oder Fonds bevormunden lassen will, aber auch nicht alleine durch die Finanzwelt irren möchte, kann sich für einen Aktienclub entscheiden. 6 400 gibt es davon in Deutschland.

Zu ihnen zählt auch der "Actien Club Köln" (ACC). Etwa 20 Clubmitglieder sind zur monatlichen Anlagesitzung gekommen. Geleitet wird sie von Dirk Arning, der den Club während seiner Studienzeit vor 17 Jahren gegründet hat und bis heute Vorsitzender ist.

Bevor die Entscheidungen für das Club-Depot getroffen werden, gibt er in zwei Workshops Auskunft darüber, wie sich die Aktienindizes und Rohstoffpreise in den letzten Wochen entwickelt haben. Fast alle Mitglieder des ACC sind auch mit ihrem eigenen Depot auf den Aktienmärkten aktiv - Anregungen für das eigene Portfolio holen sie sich im Club.

Anleger können nicht in allen Clubs tatsächlich mitbestimmen

"Die Förderung der Aktienkultur ist eines der Hauptziele der Investmentclubs", sagt Marc Tüngler von der Deutschen Schutzvereinigung für Wertpapierbesitz (DSW). Der DWS dient als Dachverband für die Investmentclubs - darunter so Große wie der Hanseatische Anleger Club oder der Itzehoer Aktien Club.

In Deutschland gibt es, trotz diverser Finanzkrisen und einigen Rückschlägen an den Aktienmärkten, immer noch über 6 400 Aktienclubs. Das sind zwar knapp 500 weniger als im Jahr 2006, in den letzten beiden Jahren hat sich die Zahl allerdings kaum noch verändert.

Das Spektrum ist breit gefächert: Es gibt kleine Zweimann-Vereine auf der Suche nach dem schnellen Geld, aber auch professionell geführte Investmentclubs mit dem Charakter einer Vermögensverwaltung. Sie alle Bündeln Geld, um Kosten zu sparen und Mindestanlagesummen zu erreichen.

Ab einer Anlagesumme von 500 000 Euro oder mehr als 50 Mitgliedern wird das Geschäft der Investmentclubs von der Bundesaufsicht für Finanzdienstleistungen (BaFin) überwacht. Dann muss zwingend auch ein Finanzportfolioverwalter eingesetzt werden - wie bei Börsebius Zentral. Ein Vermögen von 170 Mio. Euro wird dort verwaltet - mehr als bei allen anderen Aktienclubs. "Größere Clubs nutzen den Begriff Investmentclub inzwischen immer öfter auch als Werbung", kritisiert Marc Tüngler. "Viele sind aber häufig gar kein Investmentclub im klassischen Sinne mehr." Entscheidend sei, ob man als Anleger selbst noch mitbestimmen könne.

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  • "Mit einem eigens entwickelten Verfahren berechnen sie einen fairen Kurs für die Aktie. 'Weiterhin unterbewertet', stellt Arning fest"

    Prust, muß die Zeitschrift ein Sprachrohr für solche Spinner sein?

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