Aktienmärkte
Der Tag der großen Zahlen

Die Krise am amerikanischen Subprime-Markt hat auch die Börsen voll erfasst. Seit Wochen kennen die wichtigsten Indizes fast nur noch eine Richtung – und zwar abwärts. Seit heute notiert der MDax wieder unter 10 000 Punkten, der Dow Jones sackte unter die Marke von 13 000 Zählern. Allmählich entwickeln die Finanzmärkte dabei ihre eigene Dynamik: Desto mehr wichtige Hürden fallen, desto schlechter wird die Stimmung.

DÜSSELDORF. Die negative Stimmung an den weltweiten Aktienmärkten hält an. Der deutsche Nebenwerteindex MDax sackte am Mittwoch zeitweise bis zu zwei Prozent ab und fiel damit unter die Marke von 10 000 Punkten. An der Wall Street sah das Bild kaum besser aus. Bereits in den ersten Handelsminuten rutschte der wichtige Leitindex zeitweise unter 13 000 Punkte. Und gerade bei einem derart nervösen Marktumfeld sind die psychologisch wichtigen Marken mitunter entscheidend.

„Der Markt wird derzeit kaum von fundamentalen Nachrichten bestimmt“, sagte auch ein Händler. „Noch immer hängt das Damoklesschwert der Hypothekenkrise über uns und das wird auch mittelfristig so bleiben.“

Der Dow Jones notierte damit zum ersten Mal seit Mai 2007 wieder unter der 13 000-Punkte-Marke. Der von der US-Regierung veröffentlichte Verbraucherpreisindex, der den Erwartungen entsprach und nur moderat stieg, war nicht dazu angetan, die Märkte zu beruhigen. Auch die Ankündigung der US-Notenbank, bei Bedarf weiteres Geld in die Finanzmärkte zu pumpen, um die Banken mit frischem Kapital zu sorgen, beruhigte die Anleger nicht.

Im deutschen Handel fiel schon Stunden zuvor der Nebenwerteindex MDax deutlich zurück. Auch an der Frankfurter Börse ignorierten die Anleger die meist guten Unternehmensnachrichten. „Die MDax-Werte sind in diesem Jahr an sich sehr gut gelaufen. Wenn es abwärts geht, werden hier besonders schnell Gewinne eingestrichen. Vor allem bei etwas größeren, liquiden Werten, die bei ausländischen Investoren sehr beliebt sind, lässt sich das gut beobachten", sagte ein Börsianer.

An der Börse haben die psychologisch wichtigen Hürden zwar in den vergangenen Jahren an Bedeutung verloren. Gerade wenn die Anleger jedoch besonders nervös sind und fundamentale Daten wieder in den Hintergrund treten, werden diese Marken wieder verstärkt wahrgenommen, sagte ein Händler.

Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%