Aktienmarkt wird attraktiver
Dax-Ausblick: Zeichen stehen auf Erholung

Die Anleger werden in der kommenden Woche voraussichtlich wieder mehr Vertrauen in den Aktienmarkt fassen. Bereits in den vergangenen Tagen hatte sich der Dax nach der rasanten Talfahrt der beiden vergangenen Wochen etwas gefangen.

HB FRANKFURT. „Die Chancen stehen gar nicht so schlecht, dass sich die Erholung in der kommenden Woche fortsetzt. Es sieht so aus, als sei der Boden erreicht“, sagt Aktienstratege Frank Schallenberger von der Landesbank Baden-Württemberg. Die Anleger dürften wieder auf das Marktumfeld blicken und das sehe nach wie vor gut aus. „Die Bewertung ist niedrig und die Dividenden hoch.

An Aktien führt kein Weg vorbei“, ergänzt er. Tobias Basse von der NordLB ist ebenfalls zuversichtlich: „Langsam wird der Aktienmarkt wieder attraktiver.“ Aktienstratege Steffen Neumann von der Landesbank Rheinland-Pfalz (LRP) sieht kein großes Abwärtsrisiko in der Woche. „Der Markt dürfte sich eher wieder ein bisschen nach oben orientieren. Aber die 6 000-Punkte-Marke zu knacken, dürfte schwer sein“, prognostiziert er.

In dieser Woche hat der Dax rund ein Prozent auf gut 5 700 Punkte am Freitagnachmittag gewonnen. Allerdings machten massive Schwankungen den Anlegern zu schaffen. Der Volatilitätsindex VDax, der die Nervosität der Investoren widerspiegelt, stieg am Montag auf den höchsten Stand seit zwei Jahren. Seit dem vor zwei Wochen markierten Fünf-Jahres-Hoch bei 6162 Punkten hat der deutsche Standardwerteindex zeitweise mehr als zehn Prozent eingebüßt. Die massiven Kursverluste seien übertrieben gewesen, urteilt Schallenberger. „Die Leute sind auf dem falschen Fuß erwischt worden, als es so plötzlich nach unten ging“.

Nach der Ansicht der Commerzbank spricht die fundamentale Sicht eindeutig für ein Engagement in Aktien. Mit einem Kurs/Gewinn-Verhältnis von rund 12 auf Basis der Gewinne für 2007 sind deutsche Standardtitel sogar ausgesprochen günstig bewertet. Es ist deshalb nach Einschätzung der Commerzbank-Experten letztlich nur eine Frage der Zeit, wann eine Bodenbildung stattfindet und die Kurse wieder anziehen. Bis dahin werden Psychologie und Charttechnik die Kurstendenz maßgeblich bestimmen und zu wohl erheblicher Volatilität des Marktes beitragen. Aktuell sollten Privatanleger die Aktie der SAP bevorzugen.

Andere Experten sind aber unschlüssig: Sie fragen sich nach dem großen Kurseinbruch, ob die Märkte nun „billig“ seien und daher kaufenswert, oder ob der Einbruch der Anfang vom Ende sei und daher weiter verkauft werden müsse. Einigkeit besteht darüber, dass der Kursenbruch im Dax zu tief und schnell gegangen sei. Die´automatisch ausgelösten Stop-Loss-Verkäufe hätten für „nahezu sinnfreie“ Verkaufsorgien gesorgt, heißt es. Auf die Bewertungen der Aktien sei dabei keine Rücksicht mehr genommen worden. Per Saldo also eine Einladung für Schnäppchenjäger und die Chance einer Korrektur. Die wirkliche Frage lautet aber weiterhin, ob die „Goldilocks“-Wirtschaft weiter läuft, oder nicht. Das heißt, diese Mischung aus starken Unternehmenserträgen und nur moderater Inflation.

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