Aktienverkäufe
Aufsicht ermittelt gegen Finanzinvestor

Der bekannte Finanzinvestor Peter Löw soll in erheblichem Umfang gegen die Insiderregeln der Deutschen Börse verstoßen haben. Das geht aus Unterlagen hervor, die dem Handelsblatt vorliegen.
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DüsseldorfDer bekannte Finanzinvestor Peter Löw soll in erheblichem Umfang gegen die Insiderregeln der Deutschen Börse verstoßen haben. Das berichtet das Handelsblatt unter Berufung auf der Zeitung vorliegende Dokumente.

Löw, Gründer von Unternehmen wie Blu-O und Miteigentümer der mittlerweile insolventen Nachrichtenagentur dapd, soll Verkäufe von Aktien der Firma Gigaset, deren Aufsichtsratsmitglied er zum damaligen Zeitpunkt war, über zwei Jahre verschwiegen haben. Nach dem Wertpapierhandelsgesetz müssen derartige "Directors Dealings" aber innerhalb von fünf Tagen öffentlich gemacht werden.

Löw soll Ende Juli 2011 Gigaset-Aktien im Wert von rund 1,3 Millionen Euro verkauft haben. Gemeldet habe er diesen Verkauf aber erst Anfang Dezember 2013. Anfragen bei Löw dazu blieben unbeantwortet. Die Finanzaufsicht Bafin habe Ermittlungen aufgenommen. Verstöße gegen die einschlägigen Vorschriften können mit Bußgeldern von bis zu einer Million Euro geahndet werden.

Sönke Iwersen
Sönke Iwersen
Handelsblatt / Leiter Investigative Recherche

Kommentare zu " Aktienverkäufe: Aufsicht ermittelt gegen Finanzinvestor"

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  • Wenn wundert eine solche Meldung wenn er oder sie den Herrn kennt? Die BaFin hätte nach der HV im August 2010 ermitteln sollen, wie Herr Dr.Dr. Löw die Stimmen zusammengebracht hat um den Aufsichtsrat zu stürzen. Gigaset steht heute genau da,wie es die Planzahlen es im Jahr 2010 vorhergesagt haben: rückläufige Umsätze wegen Wettbewerb aus Asien und Mobiltelefonie. Hinzu kamen hohe Finanzbedarfe um das Werk in Bocholt zu modernisieren. Die chinesischen Investoren werden nun die Marke Gigaset für deren in China gefertigten Tablets nutzen und den Namen gleichzeitig verwässern. Das hilft dem Werk nicht weiter.
    Die Aktionäre sind die großen Verlierer, geschieht ihnen aber recht: warum haben sie sich 2010 so offensichtlich blenden lassen? Gigaset sollte 2010 an einen Wettbewerber für gutes Geld verkauft werden. Der damals von den Aktionären neu gewählte Aufsichtsrat hat das verhindert und Arques Industries mit noch guten Beteiligungen verramscht. Das hat keinen Aktionär interessiert. Ich wage die Behauptung, dass Gigaset AG bald nicht mehr auf dem Kurszettel stehen wird sondern von den neuen Mehrheitsgesellschaftern vollständig übernommen wird. Mein Mitgefühl gilt der Belegschaft von Gigaset.

  • ARQUES AG - GIGASET AG
    ......................
    die ehemalige siemens-telefonsparte ist für die aktionäre
    ein einzigartiges trauerspiel..
    ..
    das verhalten des finanzinvestors würde somit in das bild
    der unternehmensgeschichte passen..
    ..
    :::::::::kein anschluss unter dieser nummer..!!:::::::

  • Was ist das für eine Meldung?

    Insider kennen die Bemühungen um das Thema Geldwäsche. Dazu werden seitens der BaFin regelmäßig die Konten der Bürger durchschnüffelt - und das mit nicht zu kleiner Mannschaft. Nebenbei werden auch die Banken dransaliert und schikaniert.

    Nun lesen wir von der NSA, dass es auch anders geht.
    (http://www.tagesschau.de/ausland/nsa356.html)
    "Mit "Dishfire" lassen sich laut "Guardian" aus den SMS Informationen über Reisepläne, Adressbücher und Kontobewegungen filtern."

    Bei dieser Nachricht passt es sehr schön ins Bild zu erfahren, dass die Aufsicht (Finanzaufsicht, BaFin) gegen die Finanzwirtschaft ermittelt.

    Wie kann man gegen etwas ermitteln, weil vorgegeben wird, etwas nicht erfahren zu haben, was ihr schon lange bekannt gewesen sein müsste.

    Die BaFin muss sich entgegen halten lassen, dass sie eigene ineffizienz zum Nachteil anderer auslegt.

    Man muss auf den berechtigten Vorwurf von Herrn Fitchen denken, der kürzlich die Frage aufwarf wie Außenstehende an Informationen von Dienstgeheimnissen zwischen BaFin und der Deutschen Bank gelangen konnte?

    Ich bin mir ziemlich sicher, dass diese Meldung auch in Staatsanwaltschaften bekannt wurde. Unsicher bin ich mir darin, ob dort aber wegen Verletzung von Dienstgeheimnissen untersucht wird.

    Dies geschieht offensichtlich alles im Einklang mit den Vorwürfen des ehemaligen Richters Fahsel (http://falschbeschuldigung.org/Frank_Fahsel.

    Soweit zum Thema Rechtssicherheit und Rechtsstaat in Deutschland.

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