Börse Inside
Aktionäre gehen wieder zur HV

Trendwende bei den Hauptversammlungs-Präsenzen deutscher Aktiengesellschaften: Nachdem die Teilnehmerzahl an den jährlichen Treffen in den vergangenen Jahren kontinuierlich abgenommen hat, gehen die Aktionäre nun wieder verstärkt zu Hauptversammlungen. Besonders beliebt ist Schwarz Pharma.

FRANKFURT. Bei rund 56,5 Prozent lag im Schnitt die Präsenz der Aktionäre bei den 30 Dax-Werten, nachdem sie sich in den fünf Jahren davor lediglich zwischen 45 und 50 Prozent bewegt hat. Das hat die Schutzgemeinschaft der Kapitalanleger (SdK) errechnet.

Noch stärker waren die Hauptversammlungen (HV) bei den Gesellschaften der Nebenwerte aus den Indizes MDax und SDax besucht. Diese brachten es auf eine Anwesenheitsquote von durchschnittlich 59 bzw. 59,4 Prozent. Nur bei den im TecDax notierten Technologiefirmen war weniger als die Hälfte der Aktienkapitals auf dem Anlegertreffen vertreten.

„Wir haben den Eindruck, dass speziell große Kapitalsammelstellen aus dem Ausland mobilisiert wurden, was es vorher in dieser Form dort nicht gab“, sagt Klaus Schneider, Vorstandschef der SdK.

Aber auch der Gesetzgeber dürfte seinen Beitrag dazu geleistet haben. Mit der im Jahr 2005 unter dem sperrigen Namen „Gesetz zur Unternehmensintegrität und Modernisierung des Anfechtungsrechts (UMAG)“ geschaffenen Regelung ist es für ausländische Investoren einfacher geworden, sich für deutsche HV’s anzumelden.

Die in den letzten Jahren stetig fallenden Präsenzen hatten sowohl die Unternehmen als auch die anderen Investoren alarmiert. Von „Zufallsergebnissen“ war von beiden Seiten immer wieder die Rede, oder auch von „Minderheiten, die die geringe Anwesenheit ausnutzten, um ihre Interessen durchzusetzen“. Die Unternehmen haben deshalb zuletzt über ihre Investor-Relations-Abteilungen, aber auch über externe Dienstleister massiv bei ihren Aktionären für eine HV-Teilnahme geworben.

Die höchste Präsenz unter den Dax-Firmen schaffte in diesem Jahr BMW mit 77,8 Prozent, gefolgt von Fresenius Medical Care (73,8 Prozent), Metro (73,3 Prozent) und der Postbank (71,4 Prozent). Schlusslicht sind die Schwergewichte Siemens (41 Prozent), Allianz, Deutsche Bank (je 42,5 Prozent) und Münchener Rück (45,2 Prozent).

Unangefochtener Spitzenreiter unter den 160 Werten des Dax, MDax, TecDax und SDax ist Schwarz Pharma mit der Quote von 94,3 Prozent. Das lag Analysten zufolge an dem angepeilten Beherrschungs- und Gewinnabführungsvertrag an die belgische UCB, den die HV beschließen sollte. Schlusslicht ist der im TecDax notierte Medizintechniker Drägerwerk, der es nur auf eine Präsenz von 8,4 Prozent brachte.

Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%