Aktivistische Investoren
Aktien profitieren von Icahn und Co.

Lange Zeit galten aktivistische Investoren wie Carl Icahn als Heuschrecken. Doch diese vereinfachte Sichtweise wankt nun. Analysen haben ergeben, dass Aktien vom Einstieg der gestaltenden Investoren profitieren.
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New YorkWenn aktivistische Investoren in ein Unternehmen einsteigen und bei der Strategie mitmischen, sorgt das oft für Beunruhigung. Erinnerungen an firmenplündernde Heuschrecken aus den 1980er Jahren werden wach. Betrachtet man jedoch die Auswirkungen des Engagements der Aktivisten auf die Kurse, dann erweisen sie sich als bester Freund der Aktionäre.

Die oft lautstarken Anleger wie Carl Icahn, Bill Ackman und Nelson Peltz - die die Unternehmensführung zum Überdenken ihrer Strategien auffordern und kursteigernde Veränderungen vorantreiben - haben den Aktionären der Unternehmen, die sie in den letzten fünf Kalenderjahren erbeutet haben, einen durchschnittlichen Gewinn von 48 Prozent eingebracht, wie eine Analyse von Bloomberg zeigt. Das schlug die Entwicklung des US- Aktienindex Standard & Poor's 500 um etwa 17 Prozentpunkte.

„Einige Personen argumentieren, dass sich die Hedgefonds einen Vorteil auf Kosten der anderen Aktionäre verschaffen, aber das passiert nicht“, sagt Professorin Wei Jiang an der Columbia Business School, deren Studien zu ähnlichen Ergebnissen kamen. „Es ist nicht so, als ob sie die Aktien erst aufblasen und dann abstoßen und der Rest der Aktionäre darunter leidet.“

Bloomberg News analysierte die Erträge bei den Zielunternehmen in den USA inmitten einer Welle aktivistischer Kampagnen. Diese hatten die Debatte wieder entflammt, ob der Einstieg solcher engagierter Investoren auch gut für den langfristigen Aktionär ist.

Im vergangenen Jahr gerieten 369 Firmen in das Visier der aktivistischen Investoren, das waren zwölf Prozent mehr als im Jahr davor, zeigen Daten von Hedge Fund Solutions. Auch große Namen waren betroffen, darunter Microsoft, Pepsi und Apple. Getrieben wurde diese Entwicklung dadurch, dass sich der Mittelzufluss in aktivistische Hedgefonds in den letzten fünf Jahre fast verdreifacht hat – auf 93 Milliarden Dollar Ende 2013.

Die Aktivisten beteiligen sich an Unternehmen, die ihrer Einschätzung nach unterbewertet sind, und drängen auf Änderungen – wie höhere Dividenden und Aktienrückkäufe, Kostensenkungen, personelle Veränderungen in Management-Teams und Vorstand oder die Zerschlagung von Unternehmen.

Die Analyse von Bloomberg News basiert auf 81 Unternehmen, die seit Januar 2009 in den USA Ziel von Aktivisten wurden. Dabei wurde der Aktienkurs ab dem Tag vor der Bekanntgabe der Beteiligung eines aktivistischen Investors bis zum 31. Dezember 2013 zugrunde gelegt. Berücksichtigt wurden nur Firmen, die vor dem Einstieg des Aktivisten auf eine Marktkapitalisierung von mindestens einer Milliarden Dollar kamen. In den sechs Monaten vor dem Einstieg hatten sich diese Titel im Schnitt um etwa acht Prozentpunkte schlechter entwickelt als der S&P 500.

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