Alternative Energiequellen
Erneuerbares für die Börsen

Erneuerbare Energien entwickeln sich immer stärker zum Megatrend. Vor dem Hintergrund des ständig neue Rekorde erzielenden Erdölpreises sehen bekannte Größen der Weltwirtschaft eine große Zukunft für alternative Energien. In Amsterdam und Helsinki soll der Handel mit den umweltfreundlichen Alternativen schon bald blühen.

FRANKFURT. Bill Gates, der reichste Mann der Welt hat über sein Investmentvehikel Cascade kürzlich 84 Mill. Dollar in Pacific Ethanol – einen Hersteller von Biotreibstoffen – investiert. Terminbörsen auf dem amerikanischen Kontinent haben bereits vor Jahren den Handel mit erneuerbaren Energien begonnen. Diesem Beispiel wollen jetzt auch Börsen in Europa folgen.

Die European Climate Exchange (ECX) in Amsterdam will bereits Ende dieses Jahres mit ihrem Kooperationspartner ICE Futures in London – der ehemaligen International Petroleum Exchange (IPE) – neue Kontrakte auf erneuerbare Energien einführen. ECX-Direktor Albert de Haan bestätigte entsprechende Informationen des Handelsblatts. Die Pläne der Börse sehen zunächst den Handel mit aus Biomasse gewonnener Energie vor. Den Anfang will die bislang vor allem auf den Handel von CO2-Emissionszertifikaten fokussierte Börse mit Holzpellet-Futures machen.

Solche gepressten Holzspäne in Zylinderform werden von immer mehr Fachleuten als wirtschaftlich durchaus interessante Alternative zu fossilen Energieträgern gesehen. Der Kooperationspartner ICE Futures handle heute bereits Kohle-Futures, so dass die Einführung von Terminkontrakten auf Holzpellets eine attraktive Ergänzung sei und sich dadurch für den Energiehandel entsprechende Arbitragemöglichkeiten ergeben würden. Die Kontraktspezifikationen sollen so gestaltet werden, dass eine finanzielle Barabrechnung erfolgt und die Handelspartner keinen Anspruch auf physische Lieferung der Pellets haben. Im nächsten Jahr will die an der Börse London gelistete ECX den Handel auf Biodiesel und Ethanol ausdehnen.

„Wir sind in Europa auf der Suche nach weiteren Partnern, die sich auch finanziell an unserer neuen Bioenergie-Börse beteiligen“, sagt Seppo Hulkkonen von der finnischen Motiva Oy in Helsinki dem Handelsblatt. Die privat finanzierte vollelektronische – auf einer Internet-Plattform aufgesetzte - Börse will nach zweijähriger intensiver Vorbereitung im kommenden Jahr ebenfalls zunächst den Handel auf Holzpellets ins Leben rufen und später dann auch in das Geschäft mit Biodiesel und Ethanol einsteigen.

Für eine skandinavische Börse mache die anfängliche Fokussierung auf den Rohstoff Holz viel Sinn, sagt Hulkkonen. Bekanntlich zählen die skandinavischen Staaten Finnland, Schweden und Norwegen zu den größten Holzproduzentenländern der Welt. Motiva Oy ist eine staatliche Gesellschaft, die die Ziele der finnischen Regierung im Hinblick auf die stärkere Nutzung erneuerbarer Energien fördern und umsetzen soll. An der neuen Bioenergie–Börse sind traditionelle Energieproduzenten und Bioenergiehersteller aus Finnland beteiligt. „Wir sind offen für internationale Partner“, hofft Hulkkonen auch auf stärkeren ausländischen Zuspruch.

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