Analyse Aktive Fondsmanager schlagen sich gut bei Börsenturbulenzen

An Tagen, an denen die Börsen in diesem Jahr einbrachen, konnte eine Gruppe glänzen: Aktive Fondsmanager schlugen Benchmarks.
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„Es wäre ein besseres Jahr für aktive Manager, wenn die Volatilität weiterhin hoch bleibt.“ Quelle: Bloomberg
Börse in Frankfurt

„Es wäre ein besseres Jahr für aktive Manager, wenn die Volatilität weiterhin hoch bleibt.“

(Foto: Bloomberg)

Die Belege sind zwar nicht überwältigend, aber einheitlich: Irgendwie sind Manager von Wachstumsfonds beim Ausverkauf der FAANG-Aktien (Facebook, Apple, Amazon, Netflix, Google) im März unversehrt geblieben. Gleiches gilt für die erste Februarwoche: Benchmarks wurden allgemein geschlagen. Selbst bei Privatanlegern hat es während der Volatilität der letzten Wochen Anzeichen für eine Präferenz aktiver Anlagestrategien gegeben.

„Es wäre ein besseres Jahr für aktive Manager, wenn die Volatilität weiterhin hoch bleibt“, sagt Todd Fungard, Chief Investment Officer von McQueen, Ball & Associates. „Wenn der Markt einfach nur nach oben geht, gibt es viele passive Ströme. Aber wenn die Volatilität anzieht, dann können aktive Manager Mehrwert schaffen.“

Ein paar Wochen sind nichts, um eine Trendwende herbeizuführen. Und aktive Fonds stehen vor der Herkules-Aufgabe, Boden gegenüber passiven Anlagestrategien gutzumachen. Aber in dem Ausmaß, in dem die Aktienexperten sagten, dass sie gefragt sein würden, wenn es wirklich schwierig wird, ist ihre Performance zumindest ermutigend.

Letzten Monat, als Facebook und Amazon angesichts von Regulierungsbedenken einen Kursrutsch in der FAANG-Gruppe der Tech-Giganten auslösten, blieben Investmentfonds mit einer Ausrichtung auf schnelleres Wachstum verschont. Etwa 68 Prozent der Wachstumsfonds haben im März ihre Benchmarks übertroffen. Das ist besser als bei allen anderen Kategorien, wie von der Bank of America (BofA) zusammengestellte Daten zeigen.

Der Grund: Während andere in diese Lieblingsaktien strömten, taten Wachstumsfonds das nicht. Ihre Positionen in den fünf größten Technologieunternehmen lagen nach einer Analyse der Goldman Sachs Group im Durchschnitt 423 Basispunkte unter dem Anteil dieser Aktien im Benchmark-Index.

Aber nicht nur Wachstumsfonds glänzten, während die Märkte schwächelten. Dank differenzierter Aktienwetten haben 57 Prozent aller Large-Cap-Investmentfonds in den ersten drei Monaten des Jahres die Benchmarks geschlagen – das beste erste Quartal seit 2009, zeigten BofA-Daten.

Die Turbulenzen an den Aktienmärkten haben aber auch die Anleger aus ihrer passiven Trance gerissen. Laut den BofA-Daten zu Kundenströmen sind Anleger in der vorvergangenen Woche erstmals seit zwei Monaten aus ETFs ausgestiegen und setzten stattdessen auf einzelne Aktien. Es war die dritte Woche von Käufen einzelner Aktien, eine derartige Phase wurde seit Anfang 2016 nicht mehr beobachtet.

„Die Kunden sahen diesen Rückgang ebenfalls als Kaufgelegenheit, trotz der Sorgen um den Welthandel“, schrieben die BofA-Strategen Jill Carey Hall und Savita Subramanian.

Seit Januar haben BofA-Kunden mehr als eine Milliarde Dollar in einzelne Aktien gesteckt. Das ist zwar nur ein Zehntel ihrer Aktienkäufe insgesamt, aber es ist eine seltene Abkehr von den letzten zehn Jahren, als einzelne Aktien jedes Jahr abgestoßen wurden.

Gleichzeitig zeigten sich auf dem breiten Markt erste Anzeichen für eine Abneigung der Anleger gegenüber passiven Fonds. Laut Daten der Credit Suisse verzeichneten ETFs, die sich auf US-amerikanische Aktien konzentrieren, im März Abflüsse von mehr als 12 Milliarden Dollar, womit die Abflüsse in den vergangenen zwei Monaten die größten seit 2008 sind.

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