Analysten erwarten im neuen Finanzjahr dank hoher Rohstoffnachfrage und starker Binnenkonjunktur neue Rekordkurse
Der Börsenboom in Australien hält an

An der australischen Börse blicken die Anleger optimistisch in die Zukunft. Nachdem die Aktienkurse im Finanzjahr 2003/04, das am 30. Juni endete, erneut auf Rekordstände geklettert waren, rechnen die meisten Beobachter damit, dass es in ähnlichem Tempo weitergehen wird.

SYDNEY. Der Start in das neue Fiskaljahr ist jedenfalls geglückt: Mit 3 563 Punkten erreichte der wichtigste australische Aktienindex, der All Ordinaries, Anfang Juli ein neues Rekordhoch.

Die Liste der Kursgewinner führten im vergangenen Jahr Informationstechnologiewerte an, gefolgt von Energie- und Rohstoffaktien sowie Konsumgütertiteln. Als Kurstreiber diente vor allem der seit Jahren starke Binnenmarkt. Rekordtiefe Arbeitslosenzahlen und Leitzinsen, eine zu vernachlässigende Inflationsrate und ein daraus resultierender, kaum zu bremsender Optimismus der Konsumenten trieben die Lust der Australier auf Immobilien und Luxusgüter weiter hoch. Davon profitierten die Bauindustrie und die Kredit gebenden Banken; aber auch Einzelhandelsunternehmen wie Woolworths, Coles Myer und Harvey Norman.

Zweitwichtigster stimulierender Faktor war die eskalierende Nachfrage nach Ressourcen und der parallel verlaufende Preisanstieg an den Rohstoffhandelsplätzen. Diversifizierte Bergbautitel wie Rio Tinto und BHP Billiton, aber auch kleinere Werte erreichten neue Höchstkurse, als Anleger sahen, dass China jede Tonne australisches Eisenerz und jedes Kilo Nickel umgehend nach der Förderung aufkaufte. Die Warnung der chinesischen Regierung, sie wolle das rasante Wachstum bremsen, irritierte die Australier kaum. Die Diversifizierung der Rohstoffindustrie garantiert praktisch, dass Australien immer ein Produkt hat, bei dem die Nachfrage das Angebot übersteigt.

Für die Rohstofftitel an der australischen Börse bedeutete die Entwicklung eine Renaissance. Eigentlich spielen sie eine immer kleinere Rolle, da Australien schon lange kein typisches Rohstoffland mehr ist, wie viele Händler im Ausland glauben. Vor zehn Jahren gingen noch 35,7 Prozent der Marktkapitalisierung auf das Konto von Rohstoffunternehmen, heute sind es 17 Prozent. Es ist aber ein Zeichen der Zeit, dass der Ressourcensektor derzeit den Banksektor in der Gunst der Anleger zum ersten mal seit langem überholt hat. „Es ist klar, dass Banken in den nächsten zwölf Monaten nicht das selbe Wachstum bieten können wie Rohstoff-Unternehmen“, erklärt Bill Gregerson von UBS den Trend. Wie viele seiner Kollegen glaubt auch er, dass letzteren die Zukunft gehört.

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