Analysten sind zurückhaltend
Dax-Ausblick: Unsichere Zeiten

Der Dax hat die psychologisch wichtige Marke von 7 000 Punkten in Angriff genommen. Eine beeindruckende Entwicklung – doch jetzt sehen einige Analysten nicht mehr allzu viel Potenzial. Von Unternehmen dürften nicht mehr allzu viele Impulse kommen. Andererseits könnten Konjunkturdaten aus den USA könnten den deutschen Leitindex belasten. Ob nun indes die von vielen Beobachtern schon länger erwartete Korrektur kommt, darüber ist man sich an der Börse uneins.

HB FRANKFURT. Im Rheinland und den anderen Karnevalshochburgen kehrt nach den tollen Tagen wieder die Routine des Alltags ein. In der kommenden Woche dürfte auch auf dem Frankfurter Börsenparkett die Feierstimmung abflauen. Ob nun aber auch für Anleger Fasten angesagt ist, bleibt ungewiss. Während viele Analysten immer häufiger darauf hinweisen, dass das deutsche Elite-Aktienbarometer ja bereits erstaunlich hoch gestiegen sei, nun aber kurssteigernde Impulse fehlen, Risiken hingegen zunehmen würden, glauben einige Anleger an weitere Steigerungschancen.

Angetrieben durch solide Bilanzen der deutschen Großkonzerne, lugte der Dax in der vergangenen Woche zum ersten Mal seit sieben Jahren über 7 000 Punkte – konnte diesen Stand aber nicht halten. Insgesamt machte der Leitindex im Wochenverlauf nur wenig an Boden gut und lag am Freitag weiter unter der Marke. Nach dem schon knapp neun Monate andauernden Höhenflug wird die Luft nun etwas dünner: „Eine Korrektur wird kommen, das steht fest“, sagt Volker Borghoff von HSBC Trinkaus & Burkhardt. Der ausgeprägte Optimismus unter Anlegern berge mitunter die Gefahr von Kurskorrekturen, warnt die Helaba in ihrer Marktvorschau.

Die Dynamik des Dax nach oben hat bereits in der ablaufenden Woche weiter nachgelassen; seit Wochen gehen die Umsätze zurück. Die Marktbreite ist dünn, der Dax wird nur von wenigen Aktien nach oben getragen. Diese haben zwar wahre Kursfeuerwerke abgefeuert, zuerst Daimler-Chrylser, dann VW und MAN und schließlich Allianz und BASF. Umso skeptischer stimmt es einige Beobachter, dass selbst solche Initialzündungen nicht ausgereicht haben, den Dax deutlich über die 7 000er-Marke zu treiben.

„Die Marke von 7 000 Punkten bleibt im Fokus, aber es wird nicht einfach werden für den Dax“, sagt zum Beispiel Aktienstratege Tobias Basse von der NordLB. Insbesondere Konjunkturdaten aus den USA könnten den deutschen Leitindex belasten. „Die makroökonomische Lage ist nicht so, dass der Dax nachhaltig über 7 000 springen kann“, sagt Basse. „Es zeigt sich doch, wie schwierig es ist, hier eine nachhaltige Überschreitung dieser Marke zu erreichen“, meinen auch die Börsenexperten des Stuttgarter Bankhauses Ellwanger & Geiger. „Bereits die Ankündigung vom Vorstandschef von RWE, dass er den Konzern verlassen wird, genügte für einen Rückgang am Gesamtmarkt“, nennen die Experten in ihrer aktuellen „Marktmeinung aus Stuttgart“ als Beispiel.

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