Analysten unseins über weitere Kursentwicklung: Börsen-Aktie nach Eurex-Entscheid gefragt

Analysten unseins über weitere Kursentwicklung
Börsen-Aktie nach Eurex-Entscheid gefragt

Die Aktien der Deutschen Börse haben am Donnerstag mit Kursgewinnen auf die nun auch von den US-Behörden genehmigte Expansion der weltgrößten Derivatebörse Eurex nach Nordamerika reagiert.

HB FRANKFURT. Die im Deutschen Aktienindex (Dax) notierten Papiere des Frankfurter Börsenunternehmens, das die Eurex gemeinsam mit der Schweizer Börse betreibt, gewannen am Morgen zeitweise 1,7 Prozent und notierten am Mittag noch 0,7 Prozent im Plus bei 47,66 Euro.

Die Eurex, deren Gewinne mehrheitlich dem Frankfurter Partner zustehen, hatte am Vorabend in den USA die lange erwartete Genehmigung zum Betrieb einer Handelsplattform für Finanzderivate erhalten. Handelsstart der Eurex-Tochter Eurex US soll der 8. Februar sein. Analysten begrüßten die Entscheidung, die der Eurex und damit der Deutschen Börse ein Wachstumsfeld eröffne, zeigten sich aber uneins über die Auswirkung auf die weitere Kursentwicklung.

Die Experten der zum US-Finanzkonzern Citigroup gehörenden Bank Smith Barney erhöhten ihr Kursziel für die Aktien der Börse auf 56 Euro von zuvor 49 Euro und empfohlen die Titel weiter zum Kauf. „Wir glauben, dass Eurex US gut positioniert ist, um Liquidität im Handel mit Futures auf US-Staatsanleihen in direkter Konkurrenz zur Chicago Board of Trade (CBoT) zu übernehmen“, schrieben die Experten in einer Kurzstudie.

Angesichts der niedrigeren Kosten, dem offenen Handelsmodell und der Unterstützung großer Handelsteilnehmer sollte dies möglich sein. Im Gegensatz zum aktuellen US-Marktführer CBoT, der Mitgliedsfirmen geringere Gebühren abverlangt als außen stehenden Marktteilnehmern, wird die Eurex ein einheitliches Preismodell anbieten. Außerdem haben sich große Banken, darunter Goldman Sachs und die Citigroup, an der Eurex US beteiligt.

Peter Barkow, Analyst bei HSBC Trinkaus & Burkhardt, rechnet trotz der auch von ihm positiv eingeschätzten Nachricht angesichts der jüngsten Kursgewinne im Vorfeld nicht mehr mit allzu großen Kursaufschlägen. Seit Anfang Dezember hat die Aktie der Börse mehr als 20 Prozent an Wert gewonnen. „Der Blick wird sich nun auf andere Bereich der Deutschen Börse und die Veröffentlichung der Geschäftszahlen für 2003 richten“, schrieb Barkow in einer Analyse und bekräftigte seine Bewertung mit „Reduzieren“. „Das nächste Ereignis wird die Analystenkonferenz am 23. Februar sein, bei der das Unternehmen sich zu den weiteren Investitionsplänen äußern will“, schrieb Barkow weiter.

Die Deutsche Börse hatte Anleger zuletzt mit einem sehr verhaltenen Ausblick auf 2004 enttäuscht und dies, ohne präzise Angaben zu machen, mit anstehenden Investitionen begründet.

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