Analystenschätzungen übertroffen
Siemens-Zahlen entzücken Börsianer

Am Tag der Entscheidung über die Zukunft von Vorstandschef Klaus Kleinfeld hat der Gewinnsprung des Technologiekonzerns Siemens an der Börse für gute Stimmung gesorgt.

HB MÜNCHEN. Der Gewinn des Unternehmens ist im abgelaufenen Quartal um gut ein Drittel auf 1,26 Milliarden Euro geklettert, wie Siemens am Dienstagabend überraschend mitteilte.

Die vorzeitige Veröffentlichung der Zahlen, die die Analystenschätzungen übertrafen, gilt als Schachzug in Kleinfelds Ringen um eine Verlängerung seines Vertrags in der Aufsichtsratssitzung am Mittwochnachmittag. Einige Kontrolleure haben Zweifel an einem neuen Mandat für den Manager angemeldet.

Der operative Gewinn, den Siemens als Ergebnis der Bereiche bezeichnet, legte den Angaben zufolge fast um die Hälfte auf knapp zwei Milliarden Euro zu. Der Umsatz stieg um ein Zehntel auf 20,6 Milliarden Euro. In den Zahlen ist die Telekommunikationssparte Com nicht mehr enthalten. Siemens betreibt das Geschäft mit Telefonnetzwerken seit Anfang April gemeinsam mit Nokia. Das Gemeinschaftsunternehmen fließt in die Bilanz des finnischen Handy-Herstellers ein.

Siemens führt Com seither als nicht fortgeführtes Geschäft. Die Orderbücher des größten industriellen Arbeitgebers in Deutschland sind nach wie vor prall gefüllt. Im abgelaufenen Quartal sei der Auftragseingang zum Vorjahreszeitraum um neun Prozent auf 23,5 Milliarden Euro geklettert, teilte Siemens mit.

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Mit den Ergebnissen nahm Kleinfeld Analysten und Börse für sich ein. Die Aktien legten im frühen Handel 1,3 Prozent zu. „Die Zahlen sind sehr, sehr hübsch“, sagte ein Londoner Analyst einer großen Bank. „Es ist offensichtlich, dass das Geschäft sehr gut läuft. Es wäre absolut falsch, Kleinfeld zum jetzigen Zeitpunkt abzulösen. Eine solche Entscheidung des Aufsichtsrats wäre absoluter Wahnsinn.“

Auch Analyst Michael Bahlmann von MM Warburg kommentierte den Gewinnzuwachs positiv. „Die Zahlen sind natürlich supergut. Andererseits war nichts anderes zu erwarten, schließlich ist morgen der Tag X.“ Am Donnerstag will Kleinfeld offiziell verkünden, ob alle Bereiche ihre Renditeziele erfüllt haben.

„Man kann davon ausgehen, dass sich die Entscheidungsträger dieses Datums sehr bewusst waren“, sagte Bahlmann. Sonderbelastungen seien, wenn möglich, wohl bereits in früheren Quartalen verbucht worden.

Der Experte wies auf den hohen Auftragseingang hin: „Es ist schon erstaunlich, auf das schon starke Vorjahresquartal noch etwas draufzusatteln.“ Neben der guten Welt-Konjunktur habe Siemens vor allem der Umbau in den vergangenen Jahren geholfen. „Ich würde jedenfalls nicht gut heißen, wenn Kleinfeld jetzt gehen müsste.“

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