Angriffslustige Investoren Meckern für Millionen

Mal wollen sie mehr Dividende, mal den Chef feuern, mal das Unternehmen zerschlagen: Zunehmend kaufen sich aggressive Investoren in Firmen ein, um dann lautstark ihren Willen durchzusetzen. Das jüngste Opfer ist Apple.
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Wie in der Muppet-Show: Auch an der Börse hilft Meckern gelegentlich, um Gewinne einzufahren. Beim 77-jährigen Hedgefonds-König Carl Icahn gehört dieses Verhalten zur Anlagestrategie. Quelle: Getty Images

Wie in der Muppet-Show: Auch an der Börse hilft Meckern gelegentlich, um Gewinne einzufahren. Beim 77-jährigen Hedgefonds-König Carl Icahn gehört dieses Verhalten zur Anlagestrategie.

(Foto: Getty Images)

New YorkDer US-Investor Carl Icahn hat eine lustige Art zu beschreiben, wie es sich so anfühlt als Schrecken aller Manager. „Oh, die sind immer sehr höflich zur mir“, sagte der Multimilliardär kürzlich mit sarkastischem Lächeln auf einer Veranstaltung in New York. Immerzu höre er von den Konzernen, in die er investiert: „Wir freuen uns, Sie als Aktionär zu begrüßen, Mr. Icahn.“

An dieser Freude darf gezweifelt werden. Viele Manager fürchten den 77-jährigen Hedgefonds-König, weil er sich so aggressiv wie kaum jemand sonst in Firmenbelange einmischt und gnadenlos seine Wünsche durchsetzt. Nicht selten bedeutet das, dass eine ganze Vorstandsetage um ihre Jobs zittern muss.

Icahn („Was ich tue, ist gut für Amerika“) ist einer der prominentesten Vertreter von Großinvestoren, die Firmenchefs öffentlich unter Druck setzen und mit ihren Wünschen nerven. Seit dem Ende der Finanzkrise treten sie wieder besonders laut auf, ob Daniel Loeb bei Sony, Christopher Hohn bei EADS oder Bill Ackman beim US-Naturprodukte-Konzern Herbalife.

Einst hießen sie „Corporate Raider“ („Firmenplünderer“), heute nennen sie sich „aktivistische Investoren“ und sehen sich als Interessensvertreter aller Anleger. Doch in Wahrheit haben sie meist vor allem eines im Sinn: ihren eigenen kurzfristigen Vorteil und den Profit für die Investoren ihrer Fonds. Gewinne gibt es dort in der Regel reichlich, die Icahns dieser Welt sind höchst erfolgreich.

Der jüngste Fall, in dem sich ein Konzern angeblich so über den Einstieg Icahns gefreut hat, ist Apple. Am Dienstag hatte der Investor bekanntgegeben, mit einer „großen Position“ beim iPhone-Hersteller eingestiegen zu sein.

Prompt ließ ein Sprecher wissen: „Wir freuen uns über das Interesse aller Anteilseigner. Tim (Vorstandschef Tim Cook – Anm. der Red.) hatte eine sehr positive Unterhaltung mit Mr. Icahn.“ Im Klartext: Icahn hat Cook bereits seine Forderungen überbracht. Er will, dass Apple einen üppigen Aktienrückkauf startet, damit die Papiere im Wert steigen. Und zwar sofort.

Die Angreifer schmieden Allianzen
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11 Kommentare zu "Angriffslustige Investoren: Meckern für Millionen"

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  • Sachlich war ich auch im Gegensatz zur Redaktion, die war Voreingenommen!

  • Es tut mir Leid, aber manchmal fasse ich mir echt an den Kopf.

    Natürlich ist es immer einfach zu sagen, die Manager verdienen zu viel Geld - was teilweise durchaus stimmt - und sind für alles verantwortlich und der arme Arbeiter wird zu erst gekündigt.

    Dass Manager aber durchaus 60-90 Stunden die Woche arbeiten, eine riesen Verantwortung haben und auch privat mit halbem Gehirn immer im Unternehmen sind, das sehen die meisten einfach nicht!

    Naja, wie soll es anders sein, der arme Arbeiter geht nach 8 Stunden nach Hause, den wahren Umfang zu erkennen vermögen nur die wenigsten - und genau da trennt sich dann Arbeiter von Manager, Demagoge von Realist.

  • Hallo Charbonnier, es war völlig klar das Ihr Beitrag zensiert wurde, meiner wird sicherlich auch nicht durchgehen da ich Bezug darauf genommen habe. Das handelsblatt ist Bestandteil der Organisation die verhindert das leute die Wahrheit erkennen. Man muß nur die Namen der Investoren lesen, die Namen der Direktoren von Apple und dann 1+1 zusammenzählen...

  • Charbonnier hat es schon richtig erwähnt, hier arbeitet das(...) um Firmen in den USa und Europa auszuplündern. (...)und wer das System nicht glaubt nehme mal Goole zur Hand und gebe die Namen der hier im Artikel genannten "Investoren" ein: Icahn, Loeb, Ackman, Peltz, robbins, Rosenberg, Stone... na klingelt es... und die Amerikaner lassen das einfach so geschenen, weil dieser gruppe die Hedgefonds und Banken gehören... perfekt! Darüber findet man natürlich in den Medien möglichst nichts... wem gehören die in den USA... richtig!


    Beitrag von der Redaktion editiert. Bitte bleiben Sie sachlich.

  • Liegt in einigen Fällen nicht mal an dem Geld. Der Anteil von Icahn an Apple ist verhältnissmäßig lächerlich, genau wie der Anteil an Dell.

    Problematisch wird es nur dann, wenn es den Leuten gelingt andere zu überzeugen und so Entscheidungen durchzuboxen. Da wiederrum spielen Kontakte, Überzeugungskraft, Auftreten und in letzter Instanz das Geld eine Rolle.

    Dennoch, ein Icahn kocht auch nur mit Wasser und mit seinem Anteil an Apple hat er noch lange keine Macht um großartig Entscheidungen im Alleingang umzusetzen.

  • Beitrag von der Redaktion gelöscht. Bitte bleiben Sie sachlich.

  • Man sollte einfach den Begrif Manager gegen
    Verwalter Fremden Eigentums tauschen.

    Damit würde den Herrn wieder Klar werden,
    was ihre Aufgabe ist.
    Das würde auch den Größenwahn einiger Manager
    eindämmen, zum Wohle der Eigentümer und der
    Mitarbeiter. Denn beide leiden unter den
    Fehlentscheidungen

  • Ein Investor ist auch gleichzeitig der Eigner des Unternehmens. Und wo kommen wir hin, wenn der Eigner nicht mitbestimmen darf wo es hingeht.

    Es gibt genug Unternehmen, die haben Ankeraktionäre, die die langfristige Strategie des Vorstandes mittragen oder Unternehmen, die Aktien selbst halten, damit es zu keiner Fremdbestimmung kommt.



  • Danke für die Sichtweise SuRai. Du hast damit natürlich völlig Recht. Das meiste Geld in den Händen weniger ist dennoch nicht gesund für die Welt. Ist zumindest meine Meinung ...

  • "Unfair", weil einer mehr Geld hat als andere - das Problem ist ja eher, daß diese Leute i.d.R. auf kurzfristigeren Gewinn aus sind, durch ihren Einfluß Unternehmenstrategien beeinflussen und damit ganze Standorte platt machen könnten. Das hat Auswirkungen auf die Infrastruktur, Arbeitsplätze etc. Das können ja dann volkswirtschaftliche Auswirkungen in durchaus nicht zu vernachlässigenden Dimensionen sein.

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