Anlagebetrug
Auslieferung von Ex-Fonds-Manager Homm gestoppt

Ein Verwaltungsgericht in Rom setzte das Verfahren aus, sodass der mutmaßliche Anlagebetrüger Homm nicht an die USA ausgeliefert wird. Es sei nicht sicher, ob die Auslieferung mit europäischen Recht vereinbar ist.
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RomDer mutmaßliche Anlagebetrüger und ehemalige Hedgefonds-Manager Florian Homm wird vorerst nicht an die USA ausgeliefert. Das Verwaltungsgericht in Rom setzte das Verfahren vorübergehend aus, wie Homms Anwalt Mario Zanchetti am Donnerstag der Nachrichtenagentur dpa bestätigte. Die Richter sollen nun am 12. März entscheiden, ob die Auslieferung mit europäischen Recht vereinbar ist.

Bis zu der Entscheidung bleibt Homm im norditalienischen Pisa in Haft. Anfang Januar hatte das oberste italienische Berufungsgericht dem Ersuchen der USA stattgegeben, Homm auszuliefern. Nach Ansicht von Homms Anwalt war diese Entscheidung nicht korrekt. Sollte auch das Verwaltungsgericht der Auslieferung zustimmen, will er vor den Europäischen Gerichtshof ziehen.

Homm war im März 2013 nach fünf Jahren Flucht in Italien festgenommen worden. Dem Manager wird Betrug in großem Stil bei Wertpapiergeschäften vorgeworfen. Anleger sollen um einen dreistelligen Millionenbetrag geprellt worden sein. Ihm droht in den USA eine hohe Haftstrafe. Die Strafen dort gelten als besonders drakonisch - der Finanzjongleur Bernhard Madoff war zum Beispiel zu 150 Jahren Haft verurteilt worden.

Der jahrelang flüchtige Homm war bei einem Besuch in den Uffizien in Florenz von der italienischen Polizei festgenommen worden. Gemeinsam mit seiner Ex-Frau und seinem Sohn betrachtete er die Statue der „Kauernden Venus“, als ihn die Beamten baten, mitzukommen. Seitdem sitzt der mehr als zwei Meter große Deutsche in Pisa ein, wo er wegen seiner Krankheit Multiple Sklerose (MS) bereits in das Gefängniskrankenhaus verlegt wurde.

Homms krebskranke Mutter schrieb einen anrührenden Brief an die Behörden, ihren Sohn nicht auszuliefern. Homms Mutter erhob schwere Vorwürfe gegen die Haftbedingungen: „Sie alle wussten, dass er wegen falscher Ernährung von Woche zu Woche stärker abmagerte, bis er nicht mehr laufen konnte. Darauf hat man ihm wochenlang eine Gehstütze verweigert“ schreibt sie in ihrem Appell. „Am unglaublichsten ist, dass man ihm in den letzten drei Monaten seine amerikanischen Medikamente vorenthalten hat, was durch Zufall aufgedeckt wurde.“

Agentur
dpa 
dpa Deutsche Presse-Agentur GmbH / Nachrichtenagentur

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  • ... „Am unglaublichsten ist, dass man ihm in den letzten drei Monaten seine amerikanischen Medikamente vorenthalten hat, was durch Zufall aufgedeckt wurde.“...

    Die könnte er dann in Amerika einnehmen, wenn er dorthin ausgeliefert würde.

  • Multiple Sklerose (MS) ist kein zuckerschlecken. Es kommt darauf an, wieweit seine koerperliche Behinderung schon fortgeschritten ist, inwieweit er noch gehen kann etc.

    Ich vermute mal, Homm wuerde ohne mit der Wimper zu zucken ein Jahrzehnt in einem US Gefaengnis abhaengen - wenn er dafuer keine MS haette.

    Einfach mal auf Wikipedia nachlesen, wie MS so verlaeuft. Oder einfach mal warten, bis Sie hilflos in Bett liegen und vielleicht darauf warten muessen dass ihre diversen Koerperexkremente zeitnah entfernt werden.

    Ich habe weitaus weniger Verstaendnis bei den diversen Steuerhinterziehern in D, die nun meinen nach Selbstanzeige waeren sie ethisch reingewaschen.

  • So du mir so ich dir, oder was? Da die USA Frau Amanda Knox nicht nach Italien ausliefern wird, liefert jetzt im Gegenzug die Italienische Justiz Herrn Homm nicht in die USA aus?!
    Nur mit dem kleinen Unterschied dass im Falle Knox keinerlei Beweise ihrer Schuld existieren und man sich zu recht fragt worauf die Verurteilung eigentlich fußt. Daher ist es schon aus menschenrechtlichen Erwägungen ein muss Frau Knox nicht in einen Staat, der weit davon entfernt ist ein Rechtstaat zu sein, auszuliefern.
    Bei Herrn Homm sieht die Sachlage freilich etwas anders aus.
    Italien macht sich zusehends immer lächerlicher.

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