Anlagestrategie

Wehe, wenn Draghi nicht liefert ...

Internationale Investoren rechnen damit, dass EZB-Chef Draghi die Finanzmärkte mit frischem Geld fluten wird. Viele Fondsmanager lösen deshalb ihre Tagesgeld-Konten auf und kaufen eilig Aktien. Ein Problem gibt es aber.
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Händler an der Wall Street. Quelle: ap

Händler an der Wall Street.

(Foto: ap)

FrankfurtDie Aussicht auf ein stärkeres Eingreifen der Europäischen Zentralbank (EZB) in der Schuldenkrise lockt Investoren an die Aktienmärkte zurück. Das geht aus dem am Dienstag veröffentlichten monatlichen Stimmungsbarometer der Bank of America Merrill Lynch hervor, eine der wichtigsten Umfragen in der Investmentbranche. Die Bank hatte Anfang August 173 Fondsmanager weltweit nach ihren Anlagestrategien befragt. Wichtigstes Ergebnis: Die Investoren sitzen zwar weiter auf vergleichsweise hohen Cash-Positionen. Doch sie schichten mehr und mehr in Aktien um, weil sie die künftigen Konjunkturaussichten positiver beurteilen.

Demnach glauben 15 Prozent der Befragten, dass sich die Weltwirtschaft in den kommenden zwölf Monaten erholen wird. Bei der letzten Umfrage im Juli hatte noch eine ähnlich große Gruppe - 13 Prozent - auf eine Verdüsterung der Konjunkturaussichten getippt. Doch seither hat sich die Tonart der EZB geändert: Deren Chef Mario Draghi machte Anfang des Monats klar, dass die Zentralbank bei Bedarf mit massiven Interventionen an den Anleihemärkten in die Vollen gehen würde, um schwergewichtige Schuldenländer wie Spanien und Italien aus der Schusslinie zu nehmen und den Euro zu retten.

Bei genauer Betrachtung werde „ziemlich deutlich“, dass etwas Großes auf dem Weg ist, hatte Jim O'Neill, Chairman von Goldman Sachs Asset Management, kürzlich in einer Kundennotiz geschrieben. Das Ausbleiben von Zentralbank-Aktionen, die Draghi-Kommentare und der Besuch des US-Finanzministers Tim Geithner kürzlich in Deutschland deuten auf einen Eingriff in den kommenden Wochen hin, der „durchdachter ist, als viele annehmen."

Die große Mehrheit der Befragten erwartet nun auch konkrete Taten und geht deshalb wieder mehr Risiken ein, um zum Jahresende noch ein bisschen mehr Rendite einzustreichen. Die Studie zeigt aber auch, dass die Investoren bei Aktien vor allem auf kurzfristige Kursgewinne setzen, nicht auf einen langfristigen Stimmungsumschwung. Ihnen fehlt der Mut, bei Bankaktien und zyklischen Werten zuzugreifen. Gary Baker, einer der Autoren der Studie, warnte denn auch: Das Enttäuschungspotential an den Märkten sei hoch, wenn Draghi bis Jahresende nicht liefere.



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9 Kommentare zu "Anlagestrategie: Wehe, wenn Draghi nicht liefert ..."

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  • @ Leser,
    http://www.zeit.de/wirtschaft/2012-02/griechenland-merkel-euro/seite-2

    ja, ja!
    Es gibt auch gute Zeitungen noch, betonung auf "noch" in Deutschland

  • ich sehe das genauso

    nur wenn die Mehrheit es begreift geht alles sehr schnell und aus dem Schneeballsystem austeigen wollen explodiert die Inflation.

    Sie lässt sich nicht kontrollieren, wenn es einmal los geht und Panik einsetzt.

    Wir werden dann eine Katastrophenhausse an den Aktienmärkten kommen. Edelmetalpreise explodieren...

    Alles schon da gewesen, die Geschichte wiederholt sich....

    Dann kommt natürlich wieder: Hauszinssteuer / Lastenausgleich

    Die 'Reichen' werden abgeschöpft...

  • Das haben Sie aber toll kopiert. Es fehlt nur noch der Quellen-Nachweis!

  • Das Problem ist nicht die EZB oder Draghi das Problem ist dass Deutschland sich auf Kosten der anderen bereichert weil die Verträge das erlauben.

    Der Einwand, dass es Deutschland ja besser gehe und deshalb die anderen das deutsche Modell einführen sollten, ist jedoch, wie der ehemalige US-Finanzminister und Harvard-Professor Larry Summers sagte, "ein Musterbeispiel für einen Denkfehler": Was für einen Einzelnen gut ist, ist nicht notwendigerweise für alle gut. Deutschland hat seine Wettbewerbsfähigkeit seit 1999 beständig verbessert, allerdings um den Preis einer jahrzehntelangen Quasi-Stagnation. Heute führt diese Wettbewerbsfähigkeit dazu, dass sich Deutschland auf Kosten seiner Euro-Partner bereichert und zugleich den Ast absägt, auf dem es sitzt.
    Also müssen die Verträge so geändert werden das dies nicht mehr möglich ist.

  • Kurzfristig hilft kein ESM oder sonstiges sondern nur Inflation…….Schulden müssen entwertet werden, für alle …. auch für die Retter
    Am einfachsten und geschmeidigsten löst sich diese Krise, wenn diese ganzen Schulden einfach weg inflationiert werden. Und so wird die Politik das auch lösen. So wurde das bisher immer! gelöst. Da muss niemand pleite gehen und es ist keiner so richtig Schuld. Inflation kann sich auch kaum jemand komplett entziehen, da zukünftige Payoffs aus Renten, Pension etc. sich nicht verlagern lassen. Es kann dann ja jeder Politiker mit seiner wertlosen Europension in die Schweiz flüchten. Wird ihm auch nichts nützen. Das ist gerecht, Inflation trifft alle, auch Griechenvermögen in der Schweiz. Diese ganzen Pensionslasten der EU Staaten von diesen überbordenden Beamtenheeren und deren Kontrolleuren usw. usw., das kann sowieso niemand mehr bezahlen. Die Geldvermögen sind dann weg, aber dafür sinkt auch die pro Kopf Staatsverschuldung. Es wird einfach auf Null gesetzt. Gab es schön öfter. Dann schön die Steuern runter und alles geht von vorne los. Mit neuen Gesichtern und neuen Parteien.

    Versagi Drahgi macht nur die Drecksarbeit!!!!

  • Was für ein Quatsch.
    Investoren gehen in Sachwerte, auch wenn Aktien dramatisch an Wert verlieren werden.
    Alle anderen Anlagen, ausser Immobilien und und Gold werden sich bald in Luft auflösen.
    Ich persönlich bin she entspannt in die Zukunft, da ich genug Land habe, um als Selbstversorger schwierige Jahre zu überbrücken. Und dann ziehen auch meine Aktien wieder ordentlich an, so wie es seit 100 Jahren war.

  • Eigentlich muss man die Befragten nach ihrem AUM gewichten...

  • Danke. Wollte ich eben auch so schreiben ;-)

  • "Demnach glauben 15 Prozent der Befragten, dass sich die Weltwirtschaft in den kommenden zwölf Monaten erholen wird. Bei der letzten Umfrage im Juli hatte noch eine ähnlich große Gruppe - 13 Prozent - auf eine Verdüsterung der Konjunkturaussichten getippt."

    Was ist das denn bitte für eine Berichterstattung?? Neben 15 % gibt es noch 85 andere % und neben 13 % auch ncoh 87 andere %. Diese Aussagen sind wirklich auf nicht aussagekräftigen Zahlen gebaut. Wenn dann doch bitte alle %-Angaben einbringen aber nicht so einen Kauderwelsch. Danke.

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