Anleger bekommen eventuell zwei Tage Rücktrittsrecht
Europa-Pass setzt strengere Anforderungen an Emittenten

Bis zum 1. Juli 2005 müssen die EU-Mitgliedstaaten die am 31. Dezember 2003 in Kraft getretene EU-Prospektrichtlinie umsetzen. Sie führt einen so genannten EU-Pass für Emittenten ein. Der Pass ermöglicht es, dass Prospekte für das öffentliche Angebot von Wertpapieren oder deren Zulassung zum Handel, die in einem EU-Mitgliedstaat gebilligt worden sind, ohne weitere Billigungsverfahren in sämtlichen anderen EU-Mitgliedstaaten gültig sind.

Aus Gründen des Anlegerschutzes setzt dies einheitliche Anforderungen voraus. Hierfür sowie für das Billigungsverfahren legt die EU-Prospektverordnung vom 20.Mai 2004 die Grundregeln fest.

Die Bestürzung war anfangs groß, als der im Frühjahr 2001 vorgelegte erste Entwurf der Richtlinie einer schnellen und flexiblen Emissionspraxis entgegenstand. Dank des Engagements vieler Marktteilnehmer konnten jedoch Änderungen erreicht werden, die eine Gefährdung des Optionsschein- und Zertifikatemarkts entschärfte.

Künftig werden für rein öffentlich angebotene Wertpapiere (ohne Börsennotierung) weitgehend die gleichen strengen Prospektanforderungen gelten wie für Papiere, die zum Börsenhandel zugelassen werden. Die bisherigen geringeren Anforderungen für rein öffentlich angebotene Wertpapiere entfallen.

Jeder Prospekt muss künftig eine Zusammenfassung enthalten. Für Wertpapiere mit einem Preis von unter 50 000 Euro pro Wertpapier, was bei Optionsscheinen und Zertifikaten die Regel ist, hat der Prospekt außerdem Halbjahreszahlen zu enthalten, wenn der Prospekt mehr als neun Monate nach Ablauf des letzten Geschäftsjahres erstellt wurde. Außerdem werden bei derivativen Wertpapieren mit einem Preis von unter 50 000 Euro auch Erklärungen gefordert, in welcher Weise sich deren Wert durch Schwankungen des Werts des Basis-Instruments verändern kann.

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