Anleger bleiben nervös
Dax-Ausblick: Noch keine Entwarnung

Der Dax hat sich in den vergangenen Tagen wieder vom Korrektur-Schock etwas erholt. Aktienexperten geben aber für die kommende Woche noch keine Entwarnung. Sie schließen weitere Turbulenzen an den Aktienmärkten nicht aus. "Nervosität", "ungemütliche Börsenphase" – so oder ähnlich charakterisieren Analysten die Marktlage.

HB FRANKFURT. „Es dürfte in der kommenden Woche unruhig weitergehen. Man sollte das Pulver noch trocken halten“, sagt Heinz-Gerd Sonnenschein, Aktienstratege bei der Postbank. Dennis Nacken von der Fondsgesellschaft Allianz Global Investors pflichtet ihm bei: „Nervosität ist da, der Markt reagiert auf manche Daten sehr sensibel.“ Die Aktienmarktexperten der Landesbank Berlin schreiben in einem Marktkommentar: „Die Marktteilnehmer sind verunsichert und räumen den Belastungsfaktoren wieder mehr Platz bei ihrer Meinungsbildung ein“. Sie erwarten zwar keine längerfristige Abwärtsbewegung, „aber eine ungemütliche Börsenphase“, in der es zu weiteren Kursverlusten kommen könne. „Beim Dax halten wir einen Rückfall bis zur Unterstützung bei 6 200 Punkten für durchaus möglich“, schrieben die Analysten weiter.

Aktienstratege Ralf Grönemeyer von der Commerzbank hält es für möglich, dass auch der „Hexensabbat“ in der kommenden Woche für kräftige Schwankungen sorgt. Am Freitag verfallen an den Derivatemärkten Futures und Optionen auf Indizes sowie Optionen auf Aktien. In der Regel schwanken die Aktienkurse vor diesem „Hexensabbat“ bei überdurchschnittlichen Umsätzen stark, weil Anleger die Kurse der Aktien, auf die sie Derivate halten, in die von ihnen gewünschte Richtung bewegen wollen. Volker Bien, Marktstratege der Hypo-Vereinsbank, erwartet eine Unterstützung für die Aktienmärkte und nennt mit Blick auf den Verfall des Dax-Future 6 900 Punkte als ein Anlaufziel. Um diese Marke gruppiere sich das größte Interesse der Anleger.

Im Vorfeld des Verfalls dürfte zudem die Volatilität wieder steigen. Sie ist im Zuge der aktuellen Erholung zurückgegangen, nachdem sie in Folge der Korrektur stark angestiegen war. Aktuell fiel der VDax als Gradmesser für künftig zu erwartende Kursschwankungen von Spitzenwerten über 22 um vier Punkte auf 18 zurück. Selbst eine Zinserhöhung durch die Europäische Zentralbank und die Aussicht auf eine weitere im Juni konnten die Erholung des Dax nicht bremsen. Aber auch wenn der deutsche Leitindex seit vergangenem Freitag ein wenig gewonnen hat, ist er von seinem Ende Februar erreichten Sechs-Jahres-Hoch bei 7 040 Punkten mit momentan rund 6 700 Punkten immer noch weit entfernt.

Die Stabilisierung der weltweiten Aktienmärkte bedeutet nach Ansicht der Börsenexperten des Stuttgarter Bankhauses Ellwanger & Geiger auch „nicht, dass die Anleger vor weiteren Rückschlägen verschont bleiben. Auch wenn ein Absturz vorerst beendet scheint, ist es noch zu früh, um einen klaren Trend erkennen zu können“, schreiben sie in ihrer aktuellen „Marktmeinung aus Stuttgart“.

Seite 1:

Dax-Ausblick: Noch keine Entwarnung

Seite 2:

Seite 3:

Seite 4:

Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%