Anleger hoffen auf einschneidende Maßnahmen
Niebaum-Rücktritt lässt Borussia-Aktie steigen

Die Aktien des hoch verschuldeten Bundesligavereins Borussia Dortmund (BVB) haben am Montag mit Kursgewinnen auf den Rücktritt von Präsident Gerd Niebaum reagiert.

HB FRANKFURT. Die Titel des einzigen börsennotierten Fußballvereins in Deutschland verteuerten sich am Morgen um mehr als fünf Prozent auf 2,89 Euro. Am Sonntag hatte der Verein nach langwierigen Querelen den Rückzug Niebaums verkündet, der durch seinen Vorgänger Reinhard Rauball ersetzt werden soll. „Im Grunde steht der Verein unverändert schlecht da, aber vielleicht erhofft sich der eine oder andere Anleger jetzt Bewegung und einschneidende Maßnahmen“, sagte ein Händler.

Der neue Großaktionär Florian Homm hatte zuletzt den Verein und das Management mit deutlichen Worten kritisiert. „Schwacher finanzieller Auftritt, schwacher Management-Auftritt, zuletzt schwache sportliche Leitungen“, hatte Homm in einem Magazininterview gesagt. „Sollte das Management den BVB nicht erfolgreich auf eine solidere finanzielle Basis stellen, wird es durch fähigere Personen ersetzt werden müssen.“

Der umstrittene Großanleger Homm, gegen den die Finanzaufsicht jüngst ein Bußgeld wegen Kursmanipulationen mit Aktien der Sixt AG verhängt hatte, hatte offen gelassen, wie er auf das BVB-Management Einfluss nehmen will - bei der BVB-Rechtsform einer GmbH & Co KGaA haben Aktionäre in der Regel nur sehr geringe Einflussmöglichkeiten.

Der zuletzt in der Bundesliga wenig erfolgreiche Verein, in der vergangenen Saison wurde die Teilnahme an einem der finanziell lukrativen internationalen Wettbewerbe verpasst, steckt tief in den roten Zahlen. So wurde im Geschäftsjahr 2003/2004 ein Verlust von 67,7 Mill. Euro ausgewiesen, der Schuldenstand beläuft sich auf mehr als 100 Mill. Euro. Am Wochenende verlor Borussia Dortmund beim VfB Stuttgart mit 2:0 und liegt nach dem 8. Spieltag nunmehr auf Platz 13 der Tabelle. Nur die ersten fünf Plätze berechtigen zur Teilnahme an internationalen Wettbewerben. 2002 war der BVB noch deutscher Meister geworden.

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