Anleger-Skandal
ASE-Kunden wurden offenbar um Millionen betrogen

Mindestens 500 geprellte Anleger, Strafanzeigen und eine hilflose Aufsicht: Der Schweizer Skandal um die verschollenen Millionen bei ASE Investment wirft auch Fragen zum Investorenschutz auf.
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ZürichAm Anfang stand ein hohes Renditeversprechen. Das Ende sind mindestens 500 geprellte Anleger und Ermittlungen der Staatsanwaltschaft wegen Urkundenfälschung und Betrug. Die Rede ist vom Skandal um den Schweizer Vermögensverwalter ASE Investment. Der auf Devisenanlagen spezialisierte Vermögensverwalter wird verdächtigt, seine Kunden um einen dreistelligen Millionenbetrag geschädigt haben.

Der Fall sorgt wegen des hohen Schadenvolumens für Schlagzeilen und wirft Fragen zum Anlegerschutz in der Schweiz auf. Im Unterschied zu Deutschland unterliegen unabhängige Vermögensverwalter, die im Namen ihrer Kunden Wertpapierdepots verwalten, dort keiner Aufsicht.

Aufgeflogen ist der Fall durch eine Strafanzeige der Basler Kantonalbank. Dort liefen zahlreiche Konten, die Kunden von ASE Investment verwalten ließen. Ende März machten Kunden die Bank darauf aufmerksam, dass es Diskrepanzen gab zwischen den Kontoauszügen und den im E-Banking ausgewiesenen Kontoständen.

Die zuständige Staatsanwaltschaft Aargau buchtete daraufhin den Geschäftsführer von ASE Investment, Martin S., wegen Flucht und Verdunklungsgefahr sofort ein. Die Staatsanwaltschaft vermutet, dass die ASE-Verantwortlichen mit den gefälschten Bankdokumenten Verluste vor ihren Kunden verbergen wollten.

Doch nach eigenen Angaben schließen die Ermittler keine Arbeitshypothese aus; also auch nicht jene, dass es sich im Fall von ASE Investment um eine Pyramidenstruktur à la Madoff handeln könnte, bei der die Rendite der ersten Generation der Anleger mit den Investments der zweiten Generation bezahlt wird.

Nun geht die Suche nach den Verantwortlichen los. Die Aufsicht Finma will „bis vor drei Wochen keine Anzeichen für widerrechtliches Verhalten" erhalten haben. Zudem ist die Finma für unabhängige Verwalter wie ASE Investment gar nicht zuständig. Diese Regulierungslücke stört die Finma selbst, sie fordert daher, auch diese Anbieter unter Aufsicht zu stellen. Anwälte der Opfer sehen nun die Depotbanken wie die Basler Kantonalbank in der Pflicht. „Die Bank kann sich jetzt nicht einfach aus der Verantwortung stehlen", meint der Züricher Wirtschaftsanwalt Daniel Fischer. Viele Kunden hätten es als Qualitätssiegel angesehen, dass die Konten von ASE Investment bei der Basler Kantonalbank geführt wurden.

Die Bank weist dagegen jede Verantwortung von sich. Die Kunden hätten Vollmachten unterschrieben, die von „jeglicher Beratungs- und Aufklärungspflicht" entbinde". Zudem habe die Bank den Fall erst ins Rollen gebracht. Dennoch haben einige ASE-Opfer nun auch Anzeige gegen die Basler Kantonalbank eingereicht.

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  • Es ist ja klar erwiesen, dass die EBK als Vorgängerfirma seit August 2007 klare Hinweise darauf hatte, dass ASE Investment AG bezw. Martin Schlegel in dubiose Geschäfte mit der CYCLON CAPITAL, INC. bezw. Max Entertainment Group AG, Baar ZG hatte. Die "teflonbeschichten" und absolut "wahrheitsgeschmeidigen" Pressesprecher und Verantwortlichen der Schweizer Finanzmarktaufsicht verstehen es blendend, eigene Fehler zu kaschieren. Und sich selbst immer wieder als unschuldigst hinzustellen. Wie die EBK früher: Die FINMA ist in der heutigen Art einer der unnötigsten Behörden der Schweiz. Sie ist insofern kontraproduktiv, als der Durchschnitts-Investor daran glaubt, der Schweizer Finanzmarkt sei überwacht. Das mag vielleicht bei den Grossbanken so sein, wo auch die Nationalbank bezw. das Eidg. Finanzdepartement gewisse Funktionen mit wahrnehmen. Den Rest kann man vergessen. FINMA ist eine Superbehörde, die daran ist, sich laufend neu zu organisieren und zu verwalten. Man darf fast behaupten, niemand hat von nichts keine Ahnung. Böse Worte, ich weiss. Aber leider die Wahrheit.

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