Anleger sorgen sich um Inflation und Konjunktur
Dax-Ausblick: Börse unter Öl-Druck

"Ich zähle täglich meine Sorgen", hat Peter Alexander vor vielen Jahren ins Mikrofon geschmachtet. Anlegern geht es in der kommenden Woche ähnlich: Ölpreis, Inflation, schwache Konjunktur, womöglich steigende Zinsen - all das müssen die Börsen verkraften. Und außerdem steigt wieder das Gespenst der Finanzkrise aus der Kiste.

HB FRANKFURT. Die Ereignisse vom Freitag zeigen wieder einmal deutlich, in welch labiler Verfassung sich die Märkte befinden. Nicht nur die Börsen reagieren mit starken Schwankungen auf aktuelle Nachrichten. Zunehmende Spannungen im Nahen Osten haben den Ölpreis, der gerade erst ein wenig nachgegeben hatte, wieder anziehen lassen. Wenig beruhigt wirkten zudem Nachrichten vom US-Arbeitsmarkt: Die US-Regierung hatte bekanntgegeben, dass die Arbeitslosenquote im Mai auf den höchsten Stand seit mehr als dreieinhalb Jahren gestiegen war. Der Dax reagierte prompt und rutschte unter die Linie von 6 900 Punkten.

Keine guten Vorgaben für die deutsche Börse, auf die in der kommenden Woche außerdem noch die weltweit steigende Inflation und der schwächelnde US-Konsum einwirken dürften. Vor allem von den am Donnerstag erwarteten US-Einzelhandelsumsätzen erhoffen sich Marktbeobachter, zum Beispiel die Analysten der Postbank, neue Erkenntnisse darüber, ob sich die schlechte Konsumentenstimmung tatsächlich in Kaufzurückhaltung niederschlägt, oder ob die Steuergeschenke der US-Regierung positiv wirken.

Neben die Konjunktur- und Inflationssorgen treten auch Ängste vor steigenden Zinsen, abgeleitet aus verschiedenen Zentralbankaussagen, und Spekulationen über neuerliche Hiobsbotschaften im Finanzsektor. Die Liste der Faktoren, die den Aktieninvestoren in dieser Woche auf den Magen geschlagen sind, ist also lang. Die Belastungsfaktoren werden nach Meinung von Marktteilnehmern auch in der kommenden Woche die Entwicklung der Kapitalmärkte maßgeblich bestimmen und für Verunsicherung auf dem Börsenparkett sorgen. Deshalb sei mit einer Fortsetzung der volatilen und richtungslos wirkenden Aktienentwicklung zu rechnen.

Die Analysten der Landesbank Berlin (LBB) räumen kurzfristig "einem stärkeren Kursrückgang eine größere Chance ein" als einem Überwinden der Höchststände aus dem vergangenen Monat und warnen zudem vor der "Gefahr stärkerer Kursrückschläge". Der Ölpreisrückgang scheint nur temporärer Natur gewesen zu sein, so dass in der kommenden Woche erneut Fluglinien und Automobilhersteller unter Druck geraten könnten.

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