Anleger um Konjunktur besorgt
Dax-Ausblick: Stürmische Tage

Die Investoren müssen auch in der neuen Börsenwoche Nerven aus Stahl haben und mit hohen Kursschwankungen im Dax rechnen. Ein rückläufiges Wirtschaftswachstum gepaart mit steigenden Preisen treibt Anleger zunehmend zur Flucht aus Aktien.

HB FRANFURT. „Die Sorge, dass das Stagflations-Gespenst wieder kommt, ist da“, sagt Steffen Neumann von der LBBW. Wie viele andere Marktteilnehmer rechnet er für die neue Woche mit Kursverlusten bei deutschen Aktien und somit Abschlägen beim Dax.

Auch wenn sich der deutsche Leitindex von den zeitweise massiven Verlusten in den USA und Japan abkoppeln konnte und Werte wie Siemens und Postbank einen regelrechten Höhenflug hinlegten, ist noch keine Entwarnung angesagt. Vielmehr deutet diese Entwicklung eher auf die Unberechenbarkeit des deutschen Aktienmarktes. Am Donnerstagmorgen hatten Händler einen Crash nicht ausgeschlossen. Doch davon konnte am Abend keine Rede mehr sein. Trotzdem sind Strategen vorsichtig und warnen vor einem Kopfsprung in die wilden Gewässer der Aktienmärkte.

Thomas Grüner von der Landesbank Berlin sieht nach wie vor viele offenen Fragen und rechnet mit einer Berg- und Talfahrt im Dax. „Man darf die beachtlichen Belastungen wie starker Euro und Ölpreis nicht ausblenden“, warnt er. Zudem laufe langsam die Berichtssaison aus, so dass von Unternehmensseite wenig stützende Faktoren kommen dürften. In der abgelaufenen Börsenwoche hatten gerade die guten Daten der Dax-Unternehmen den deutschen Leitindex vor einer rasanten Talfahrt im Gefolge der Wall Street bewahrt. „Das hatte dem Dax sehr geholfen und fällt jetzt weg“, sagt Grüner. Auch die US-Subprime-Krise hänge wie ein Damoklesschwert über den Märkten.

„Bitte anschnallen, aber keine Panik“, lautet das Motto des Strategen Ad van Tiggelen von ING Investment Management. Seit neuestem werde die gegenwärtige Situation an den Aktienmärkten mit dem Begriff „mature bull market“ beschrieben und das nicht von ungefähr. „Der aktuelle Bullenmarkt, der im Jahr 2003 begann, geht jetzt eindeutig in eine neue Phase über“, erklärt der Stratege. „Diese Reifephase neigt zu weitaus stärkerer Volatilität, kann aber dennoch attraktive Renditen abwerfen.“

Aus charttechnischer Sicht hat sich die Situation für den Dax noch nicht aufgehellt. „Der Dax sitzt seit Mitte September in einer Spanne von 7 700 und 8 060 Punkten seitwärts fest“, sagt Achim Matzke von der Commerzbank. Um aus dieser Spanne auszubrechen, fehle es an klaren Impulsen. Daher prognostiziert der Charttechniker: „Die Volatilität bleibt erhalten.“ Auch die teils hohen Kursgewinne bei Einzelwerten geben dem Dax charttechnisch keinen Schub. „Im Gegenteil“, sagt Matzke, „die Marktbreite hat sich verschlechtert.“ Denn während das Dax-Schwergewicht Siemens nach guten Zahlen hoch preschte, machten die meisten, weniger stark gewichteten Titel diese Bewegung nicht mit. „Die positive Entwicklung darf aber nicht nur auf wenigen Schultern liegen“, mahnt Matzke.

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