Anleger warten auf Konjunkturdaten
Dax-Ausblick: Ende der Krise im Fokus

Während in der Realwirtschaft die Krise gerade erst zu beginnen scheint, spekulieren einige Investoren bereits auf die Zeit danach. Zu früh, befürchten Skeptiker, die einen intakten Bärenmarkt sehen. Neue Konjunkturdaten können zeigen, wie stark die Krise tatsächlich ist. Und da steht kommende Woche einiges an.

HB FRANKFURT. Nach den dramatischen Kurseinbrüchen legte der Dax in den vergangenen fünf Handelstagen eine überraschende Rally hin und legte insgesamt knapp zwölf Prozent zu. Damit verbuchte der deutsche Leitindex eine seiner erfolgreichsten Börsenwochen. Am vergangenen Freitag noch hatte eine Welle von Gewinnwarnungen großer Konzerne den Dax zeitweise auf ein Vier-Jahres-Tief von 4 014 Punkten gedrückt.

Ist die Krise für die Börsen bereits zu Ende? Darüber sind sich die Börsianer uneins. Analysten stimmen aber in der Vermutung überein, dass dem deutschen Aktienmarkt eine heiße Woche bevorsteht. Der Konjunkturdaten-Kalender ist prall gefüllt, und die Bilanzsaison läuft auf vollen Touren.

Zu den Skeptikern zählen die Experten der Landesbank Berlin (LBB): "Die aktuelle Erholung dürfte den Großteil ihres Potenzials bereits ausgeschöpft haben", betonen sie. "Wir werten die Kursgewinne der letzten Tage lediglich als technische Gegenbewegung in einem unverändert intakten Bärenmarkt, die nicht vorschnell als Bodenbildung oder gar Trendwende interpretiert werden sollte."

Marktanalyst Giuseppe Amato vom Brokerhaus Lang & Schwarz äußert sich optimistischer: "Die Chancen stehen gut, dass wir die Tiefstände gesehen haben, falls keine katastrophalen Nachrichten mehr kommen." Die Börsenexperten des Stuttgarter Bankhauses Ellwanger & Geiger geben dem Dax "eine ernsthafte Chance" erst ab einem Stand von 6 200 Punkten. "Ab hier wäre der Abwärtstrend gebrochen", schreiben sie in ihrer aktuellen "Marktmeinung aus Stuttgart".

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Die Marktbeobachter halten es für "nachvollziehbar, dass aufgrund der reinen fundamentalen Rahmendaten viele Anleger sich immer noch von Ihren Aktienbeständen trennen". Sie verweisen auf eine Verlautbarung des Gouverneurs der Bank of England, derzufolge sich die Schäden an den Finanzmärkten auf bis zu 2,8 Billionen Dollar belaufen.

Auch institutionelle Anleger, insbesondere Versicherer, würden derzeit aus den Aktienmärkten aussteigen - was die Stuttgarter indes schon wieder positiv werten: "Die Vergangenheit hat allerdings gezeigt, dass gerade, wenn diese Branche anfängt, ihre hohe Aktienquote abzubauen, eine Bodenbildung bereits begonnen hat."

Pauschal könne nun aber kein antizyklisches Verhalten empfohlen werden: "Auch die Rückstufung vieler Analysten für einzelne Unternehmen zeigt, dass der Gesamtmarkt weiterhin noch mit heftigen Verwerfungen rechnen muss." Aber mit einer "stark limitierten Vorgabe" seien einzelne Unternehmen durchaus kaufenswert. Dazu zählen die Aktienstrategen BASF, DSM, Nestlé, Siemens und Royal Dutch.

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