"Ansehen von Welteke hat gelitten"
Analysten zum Bundesbank-Entscheid

Bundesbank-Präsident Ernst Welteke lässt sein Amt auf Empfehlung des Bundesbank-Vorstandes ruhen. Analysten schätzten die Entscheidung am Mittwoch Abend größtenteils als nachvollziehbar ein.

HB FRANKFURT. „Die Entscheidung der Bundesbank ist nachvollziehbar. Die Affäre um Welteke hat der Bundesbank keinen irreparablen Schaden angerichtet. Schaden ja, aber nicht irreparabel. Die Bundesbank genießt eine über Jahreszehnte gewachsende Reputation. Ich erwarte keine Änderung, was die Geldpolitik der EZB anbelangt. Der Bundesbankpräsident ist lediglich einer von 18 Abstimmungsberechtigten des EZB-Rates, sagte Jörg Krämer, Invesco Asset Management.

RAINER GUNTERMANN, DRESDNER KLEINWORT WASSERSTEIN:

„Aus deutscher Sicht würde ich sagen, dass sowohl die Bundesbank als auch Herr Welteke etwas Zeit gewinnen. Die ganze Kritik hat Ausmaße angenommen, dass es nur sehr schwer vorstellbar ist, dass Herr Welteke noch länger im Amt bleibt. Über mögliche Nachfolger zu spekulieren, ist vielleicht noch verfrüht. Es gibt ein paar Namen, die auch Sinn machen. Es ist Tradition, dass Staatssekretäre aus dem Bundesfinanzministerium diese oder andere hohe Positionen in der Bundesbank bekleiden, sagte Rainer Guntermann con Dresdner Kleinwort Wasserstein.

Die wichtigere Frage ist wahrscheinlich, welche Auswirkungen sich für die europäische Geldpolitik ergebenm, ergänzt Guntermann (...) Die Auswirkungen auf die EZB-Geldpolitik sind verschwindend gering - egal ob Herr Welteke nun im Amt bleibt oder wer auch immer sein Nachfolger sein würde. Ich denke, dass die Glaubwürdigkeit von Herrn Welteke sicherlich schon gelitten hat - insbesondere in Deutschland. Im internationalen Kontext scheint das etwas entspannter aufgenommen worden zu sein. Ich glaube nicht, dass das Ansehen der Bundesbank und erst recht nicht der EZB darunter gelitten hat.“

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