Asien
Chinas Börse klotzt

China reitet den Bullen. Während weltweit die Anleger nervös die fallenden Aktienindizes im Auge behalten, erlebt das Reich der Mitte momentan ein Aktienfeuerwerk. Milliardenschwere Notierungen in Hongkong – allen voran die Bank of China – sorgen für gute Stimmung.

Zugleich ist die seit Jahren im Tief dümpelnde Festlandbörse Schanghai wieder im Aufwind.

Der Schanghai-Index hat trotz der allgemeinen Kursrückschläge seit Januar noch immer um fast 40 Prozent zugelegt. Zudem folgt nun ein wahrer Run auf die lange Liste der angekündigten Neunotierungen. Der jahrelange Dornröschenschlaf chinesischer Aktien und Börsen scheint vorbei zu sein.

Wie immer im Reich der Superlative heißt es klotzen statt kleckern. Die Nachfrage der Privatanleger beim Börsengang des eher unbekannten chinesischen Hafenbetreibers Port Development Holdings in Hongkong war um das 1700fache überzeichnet. Weltrekord! Vergangenen Donnerstag fand in Schanghai der erste Börsengang nach einem Jahr Pause statt. Auch bei diesem kleineren Listing war die Nachfrage 576-mal größer als das Angebot.

Selbst die Bank of China, die gerade erst eine der größten Neuemissionen der Welt absolviert hat, wird bald schon überrundet. Die nächste Großbank, die Industrial and Commercial Bank of China (ICBC), will den Erfolg demnächst übertrumpfen. Mindestens 12 Mrd. Dollar soll der Gang an die Börse in Hongkong bringen.

Chinas neues Aktienfieber setzt die traditionellen Börsenplätze der Welt unter Druck. 2005 lag China beim durchschnittlichen Wert der Neuemissionen erstmals über dem von London oder Frankfurt, war sogar deutlich besser als die globale Leitbörse New York.

Der Westen darf nur zuschauen: Die China-Welle geht weitgehend an diesen Handelsplätzen vorbei. Von Chinas neuem Börsendrang profitiert bislang nur Hongkong. Grund ist aber nicht nur die regionale und kulturelle Nähe. Vor allem die New York Stock Exchange tut sich zunehmend schwer, asiatische Unternehmen anzulocken. Die scharfen US-Börsenregeln schrecken Kandidaten aus China immer wieder ab. Der von vier Großbanken geplante Gang an die Wall Street wird kaum stattfinden. Dafür geht’s nach Hongkong und Schanghai.

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