Asien im Plus
Börsenerholung auf wackeligen Füßen

Gestützt von positiven Vorgaben aus New York und Tokio dürften sich Europas Börsen am Dienstag weiter erholen. Die Krise an den Finanzmärkten ist aber keinesfalls ausgestanden. Die japanische Notenbank pumpte erneut Geld in den Markt. Und in den USA trifft sich Notenbankchef Ben Bernanke zu einem Krisengespräch mit führenden Finanzpolitikern.

HB NEW YORK/TOKIO/FRANKFURT. Der Vorsitzende des Bankenausschusses im US-Senat, Christopher Dodd, sagte am Montag im Fernsehen, das Treffen mit Bernanke und US-Finanzminister Henry Paulson am Dienstag (16.00 Uhr MESZ) diene dem Informationsaustausch. Es werde dabei insbesondere um die Auswirkungen der Kreditmarktkrise auf die US-Konjunktur gehen. Auch werde man über zusätzliche Schritte sprechen, wie die Hypotheken- und Finanzmärkte weiter zu stabilisieren seien und Hausbesitzern unter die Arme gegriffen werden könne.

Der Markt für schlechter besicherte Baufinanzierungen ist in den USA völlig zusammengebrochen, da viele Hausbesitzer ihre Hypotheken wegen steigender Zinsen und fallender Immobilienpreise nicht mehr bedienen konnten. Die Krise hat weltweit Anleger verunsichert und an den Börsen heftige Kursverluste ausgelöst. Die US-Notenbank reagierte darauf am Freitag mit einer Diskontsatz-Senkung, mit der die Liquidität im Bankensystem verbessert werden soll.

An den europäische Börsen rechnen Marktteilnehmer am Dienstag mit einer leichten Erholungsbewegung. Grund für den vorsichtigen Optimismus bildet die Aufwärtsbewegung an der Wall Street zum Handelsende. Noch kräftiger fielen die Kursgewinne in Japan aus, wo vor allem Titel von Handelshäusern und Schifffahrtsunternehmen gefragt waren. „Die Umsätze sind allerdings weiterhin vergleichbar dünn“, so ein Händler. Dies belege, dass die Anleger weiterhin vorsichtig agierten und die Aufwärtsbewegung weiterhin auf wackeligen Füssen stehe.

Die Aktienbörse in Tokio hat nach den erneut guten Vorgaben aus New York am Dienstagvormittag weiter an Boden gut gemacht. Der Nikkei-Index für 225 führende Werte stieg bis zur Handelsmitte um 235,34 Punkte oder 1,50 Prozent auf den Zwischenstand von 15 967,82 Punkten. Der breit gefasste TOPIX verbesserte sich bis dahin deutlich um 30,11 Punkte oder 1,98 Prozent auf 1553,68 Punkte. Die japanische Zentralbank pumpte unterdessen weitere 800 Mrd. Yen (5,2 Mrd. Euro) in den Geldmarkt, um einem Anstieg der kurzfristigen Zinsen zu begegnen. Damit schoss die Bank von Japan in den vergangenen vier Handelstagen 3,4 Billionen Yen in den Markt.

Mit dem Auslaufen der Berichtssaison ebbt die Nachrichtenflut der Unternehmen ab. Am Vormittag wird der ZEW aus Deutschland veröffentlicht, aus den USA stehen keine wichtigen Daten zur Veröffentlichung an. Erwartet wird für August ein Rückgang von 3,0 Punkten nachdem zuvor ein Zuwachs von 10,4 Punkten erzielt worden war.

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